Ringen
Das Prestigeduell unglücklich gegen den Rivalen verloren

Die ersatzgeschwächten Freiämter Ringer unterliegen in Muri dem Rivalen Einsiedeln mit 17:18.

Wolfgang Rytz
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Im letzten Einzelkampf des Abends bleibt Marc Schärer (rechts) gegen Ensiedelns Kaderringer Yves Neyer chancenlos.

Im letzten Einzelkampf des Abends bleibt Marc Schärer (rechts) gegen Ensiedelns Kaderringer Yves Neyer chancenlos.

WR

Weil zwei Teamstützen in den oberen Gewichtsklassen fehlten, verlor die Ringerstaffel Freiamt überraschend den Heimkampf gegen Rivalen Einsiedeln. In einer turbulenten Schlussphase kam das Team von Trainer Marcel Leutert trotz eines 7:12-Rückstands einem Unentschieden nahe. Doch ein umstrittener Kampfrichterentscheid verhinderte dies. Die Schwyzer feierten einen prestigeträchtigen 18:17-Erfolg.

Sechs von zehn Einzelkämpfen gewonnen und den Mannschaftsmatch trotzdem verloren: Diese Bilanz bringt das Freiämter Problem auf den Punkt. Einsiedeln verdiente sich den Sieg mit einer ausgeglicheneren Teamleistung. Schon bei Halbzeit führten die Schwyzer 9:7, obwohl sie auf der Matte nur zwei von fünf Duellen gewonnen hatten.

Pascal Strebel wollte den Elan nützen

In der zweiten Hälfte setzte sich der Trend mit klaren Einsiedler Siegen und knappen Entscheidungen für Freiamt fort. Doch im drittletzten Einzelkampf riss Joel Meier das Heimteam aus der Lethargie. Trotz eines 0:9-Punkterückstands suchte der 20-jährige Niederwiler sein Heil gegen den temporären Glarner Ringerprofi Sascha Schmid in der Offensive und schulterte ihn fünf Sekunden vor Ablauf der ersten Runde.

Da vibrierte die Bachmattenhalle Muri trotz stimmungsbremsenden Zuschauersektoren plötzlich. Beim Stand von 13:13 keimten Freiämter Hoffnungen auf. Pascal Strebel wollte diesen Elan nützen. Doch der Olympionike ging zu forsch zur Sache. Der Kampfrichter bestrafte ihn zum Unmut des Freiämter Lagers bei einem Angriff für das Verlassen der Kampfzone mit einem Punkt für den ansonsten chancenlosen Jan Neyer.

Zwar gewann Strebel vorzeitig durch technische Überlegenheit, aber das 4:1- statt 4:0-Verdikt für die Mannschaftswertung war fatal. Im Schlusskampf legte dann Kaderringer Yves Neyer wie befürchtet Freiamts Ersatzmann Marc Schärer schnell auf die Schultern; die Einsiedler Ecke bejubelte euphorisch den finalen 18:17-Triumph.

«Gegen diese Freiämter Aufstellung mussten wir ja gewinnen», relativierte Trainer Urs Bürgler wenig später den Schwyzer Prestigeerfolg. Auf der Gegenseite hielt sich Marcel Leuterts Ärger trotz wilden Protesten zuvor gegen den Kampfrichter in Grenzen. «Ich hatte eine höhere Niederlage befürchtet. Wichtiger ist, wenn wir Einsiedeln im Halbfinal schlagen.»

«Wir haben heute als Mannschaft verloren»

Bei der Matchanalyse vermied Leutert, Schuldige zu suchen, obwohl vier Ringer ohne Ausbeute geblieben waren. Andererseits holten auch die siegreichen Nils und Nino Leutert, Randy Vock, Pascal Strebel und Christian Zemp nicht das Optimum heraus.

Entsprechend befand der Freiämter Trainer: «Wir haben heute als Mannschaft verloren.» Nach Kriesserns Niederlage in Willisau steht praktisch fest, dass Freiamt im Halbfinal Einsiedeln gegenübersteht. Dann werden Marc Weber (verletzt) und Magomed Aischkanow (internationaler Einsatz) sowie der geschonte Michael Bucher wieder ringen und für eine andere Ausgangslage sorgen.

Am nächsten Samstag wird zuerst die Pflichtaufgabe in Kriessern folgen. Die Halb­finalbegegnungen stehen am 24. und 31. Oktober auf dem Programm.