Es war am 20. August vor zehn Jahren: Ein bunt durchmischtes Volk jugendlicher Festivalbesucher tanzte sich auf dem Friedlisberg durch den Matsch. Es regnete in Strömen zu Metal, Funk und Rock, zu Strange Shape aus Bremgarten und Waltari aus Finnland. Die Stimmung war friedlich und fröhlich, trotz schmutzigen Kleidern und nassen Socken.

Für das OK war zu diesem Zeitpunkt klar: Entweder wir starten durch oder wir machen eine Pause. Denn das Peacemountain, gestartet als Geburtstagsparty, war von Jahr zu Jahr grösser geworden. Und das Peacemountain war immer ein Festival der etwas anderen Art, ohne Sponsoren, ohne Gitter und mit grossem Vertrauen in die Eigenverantwortung der Besucher.

Peacemountain ist ein Phänomen

Diese Atmosphäre schien in Gefahr, wenn das Festival weiter wächst, war man sich im OK einig und entschied sich deshalb für den Unterbruch. Schon damals beschlossen sie aber: Spätestens in zehn Jahren kehrt man auf den Friedlisberg zurück. Ob das im Rahmen eines OK-Treffens am Feuer oder im Rahmen des Peacemountain geschieht, liess man noch offen.

Nun ist es so weit, das Open Air, das die Jugend des einen oder anderen Freiämters geprägt hat, findet ein weiteres Mal auf dem Friedlisberg statt. Die Nachricht verbreitet sich über die Stammtische wie Freibier. Die Organisatoren selbst möchten die Werbetrommel nicht zu fest rühren.

Das Peacemountain ist ein Phänomen. Es verlief immer friedlich und hat dank grossem Idealismus ohne Werbebeiträge finanziell rentiert. Was man eingenommen hat, wurde auch wieder investiert. Surreale Bauten, mystische Lichtspiele und lodernde Feuer prägten die Atmosphäre – die selber erschaffenen und sehr beliebten Bühnen wurden im letzten Jahrzehnt während des Festivalsommers praktisch an jedem Wochenende vermietet.

Das Musikprogramm war und ist auch diesmal bunt, nicht zuletzt aufgrund des vielfältig zusammengesetzten OK, das sich seine eigenen Musikwünsche erfüllt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, was gerade in ist. Etwas Kreatives zu erschaffen und es dann wieder zu neutralisieren, sei schon immer das Ziel gewesen. Drei Sitzungen waren nötig, um die Aufgaben aufzuteilen: eine Woche für den Aufbau, eine fürs Aufräumen. Auf das Revival darf man gespannt sein.

Das Peacemountain findet vom 16. bis 18. Juli in Rudolfstetten-Friedlisberg statt. Am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr ist ein Kindernachmittag geplant.