Gegenwärtig unterhält die Kantonspolizei einen Posten an 17 Standorten, im Freiamt sind sie in Bremgarten, Muri und Wohlen.

Neu soll diese Zahl aus Spargründen auf 9 reduziert werden, im Freiamt auf einen Standort.

Wohlen gilt dabei, wegen der Bevölkerungszahl, als Favorit. Dagegen wehrt sich das obere Freiamt.

An der Frühjahrstagung der Gemeindeammännervereinigung Bezirk Muri machte Obmann Hans-Peter Budmiger, Muri, deutlich, dass sich die Gemeinden für den Standort Muri einsetzen – «aus guten Gründen», wie er betonte.

Tatsächlich besitzt der Kanton im Amtshaus, jetzt Standort von Kantons- und Regionalpolizei, ein eigenes Gebäude, das bereits für die Polizeiarbeit optimal ausgerüstet ist.

Die Repol würde ins neue, geplante Verwaltungsgebäude der Gemeinde Muri zügeln, sodass für die Kapo im Amtshaus genügend Platz vorhanden wäre.

«Wenn man vom Sparen redet, kann es doch nicht sein, dass der Kanton das für teures Geld umgebaute und für die Polizeiarbeit eingerichtete Amtshaus aufgibt und in Wohlen einen neuen Posten baut.»

Idealer Standort

Weil die Kantonspolizei trotz Abbau der Posten ihre Präsenz im öffentlichen Raum mit erhöhter Patrouillentätigkeit verstärken will, ist nach Ansicht der Oberfreiämter Gemeindeammänner der Bezirkshauptort ideal.

In 80 Prozent der Fälle muss nämlich eine Patrouille in maximal 15 Minuten nach einem Notruf am Einsatzort sein. «Muri liegt geografisch zentral im Freiamt», stellt Budmiger fest.

Genau hinschauen

Ein «wachsames» Auge fordert Paul Leu aus Auw: «Es darf nicht sein, dass mit der Reorganisation der Kantonspolizei die Regionalpolizei auf unsere Kosten mehr Aufgaben übernehmen muss».

Tatsächlich hegen die Gemeindeammänner des Bezirks Bedenken, dass es zu einer Leistungsverschiebung auf Kosten der Repol kommen könnte. «Wir werden genau hinschauen», machte Budmiger deutlich. Mehr noch: Es liegt die leise Befürchtung in der Luft, dass die Konzentration der Kapo-Polizeiposten «ein schleichender Weg zur Einheitspolizei», wie sich der Obmann ausdrückte, sein könnte.

Denn diese ist seit der Einführung des dualen System mit Kantons- und Regionalpolizei im 2003 nicht einfach vom Tisch: Am Rand einer Jubiläumsfeier 2013 beispielsweise wurde die Einheitspolizei vom ehemaligen Regierungsrat Kurt Wernli, Vorgänger des heutigen Polizeichefs, als bessere Alternative genannt.

Auch Regierungsrat Urs Hofmann würde eine einzige Polizeiorganisation bevorzugen, wie er damals sagte, aber nur, «wenn man auf der grünen Wiese neu beginnen könnte». Für ihn bringen beide Modelle gute Ergebnisse.

«Die Frage ist, was man höher gewichtet: die absolute Einheitlichkeit oder eine gewisse Autonomie bei der lokalen Sicherheit.»

Unter den jetzigen Bedingungen sei aber das Nebeneinander von Kapo und Repol die beste Lösung.