Villmergen
Das Oberfreiamt räumt ab – 700 Sportler turnen um die Wette

Am 29. Freiämter Cup turnen rund 700 Sportler aus der Region um die Wette. Noch nie waren für den Wettkampf so viele Übungen angemeldet wie dieses Wochenende.

Tim Honegger
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21 Bilder
Vor der Übung werden beim TV Wohlen noch einmal die Köpfe zusammengesteckt
Der Turnverein Merenschwand am Barren
Gymnastik-Übungen unter strahlend blauem Himmel
Der STV Jonen präsentiert sein Schlussbouquet
Ein Turnver des TV Sarmenstorf am Barren
Der Freiämter Cup ist ein richtiges Volksfest
Der Damenturnverein Villmergen bei der Gymnastikübung
Der Damenturnverein Villmergen bei der Gymnastikübung
Das Oberfreiamt räumt ab – 700 Sportler turnen um die Wette
Der Damenturnverein Fi-Gö am Schulstufenbarren
Damenturnverein Fi-Gö am Schulstufenbarren
Damenturnverein Fi-Gö am Schulstufenbarren

AZ

Das Freiamt wird mit jedem Jahr sportlicher. Dies ist zumindest die Schlussfolgerung, wenn man sich die Zahlen des jährlichen Freiämter Cups anschaut: Noch nie waren für den Wettkampf so viele Übungen angemeldet wie dieses Wochenende. In insgesamt 70 Kürübungen stellten rund 700 Turnerinnen und Turner aus der ganzen Region ihre Fähigkeiten unter Beweis. Ein schönes Geschenk für den Gastgeber Villmergen – denn der Damenturnverein sein 75-jähriges Bestehen.

In jedem steckt ein Turner

Einen Halbtag lang hat eine Felge nichts mehr mit dem Auto zu tun, das Auskugeln ist kein Unfall mehr und der Araber kein Ausländer. Im Kunstturnen, der Gymnastik und der Akrobatik gelten ganz andere Regeln. Nicht nur, was die Begriffe betrifft, wie sich bald zeigt: Die Turner fliegen durch die Lüfte, als wären die physikalischen Gesetze für einen kurzen Moment ausser Kraft gesetzt. Die Besucher kommen nicht mehr aus dem Staunen – und schon bald ist die ganze Villmerger Turnhalle gefüllt mit Schaulustigen.

Nebenan geht es weniger spektakulär, dafür umso graziler her. Die jüngeren Turnerinnen winden sich dort um die Stufenbarren und hüpfen so leichtfüssig in den Spagat, als wäre es der Schneidersitz. Sie sind zwar nicht so muskelbepackt wie ihre älteren Kollegen, dafür umso beweglicher. Beim Turnen hat wohl jeder einen Trumpf im Ärmel. Das gilt insbesondere für die Damen, die draussen ihre Gymnastik-Übungen zeigen. Die Musik, die Kleidung, der Tanz: Alles könnte direkt aus einer Disco stammen. Mit ihrer Gymnastik-Präsentation könnten sie auch auf jeder Tanzfläche punkten.

Anlass zur Standortbestimmung für die Turnvereine», schreibt der Damenturnverein Villmergen (DTV). Denn bereits im Juni stehen Turnfeste im ganzen Land an, und das Freiamt will gerüstet sein. So beherbergt die Region heute mit den Sins-Oberrüti maxis den amtierenden Schweizer Meister im Geräteturnen und zwei Mitglieder im Kunstturn-Nationalkader. Am diesjährigen Freiämter Cup räumen allerdings die Turner aus Merenschwand ab: Sie gewinnen in vier der insgesamt zwölf Disziplinen. Die Turner aus Oberrüti und Boswil holen in je zwei Disziplinen Gold. Kurz: Das Oberfreiamt dominiert im Freiämter Cup klar.

ho

Ein Kuss für einen Franken

Dem Damenturnverein Villmergen geht es in seinem 75. Jahr – wie dem Sport im Freiamt allgemein – prächtig. Derzeit zählt der Verein 120 aktive Mitglieder. «In letzter Zeit fällt auf, dass zunehmend ausländische Kinder beitreten», sagt die Präsidentin Fabienne Joller.

In diesem Sinne übernehme der Turnverein eine integrative Funktion in der Gemeinde. Die Zeiten haben sich für den DTV in den letzten 70 Jahren indessen gewandelt: Mitten im zweiten Weltkrieg gegründet, musste er die Halle zeitweise mit dem Militär teilen – erzählt Joller aus den Archiven. «Und als 1970 eine neue Fahne hermusste, verkauften die Frauen am Turnerabend Küsse für einen Franken. Immerhin kamen dabei 100 Franken zusammen!» Aus dem Nähkästchen des DTV lassen sich noch viele Geschichten erzählen – mit dem Freiämter Cup 2015 kommt eine weitere dazu.

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