Sins
Das neue Tanklöschfahrzeug besteht seine Bewährungsprobe

An der Feuerwehr-Hauptübung führte die Feuerwehr Sins-Abtwil erstmals ihr neuestes Fahrzeug vor. 100 Feuerwehrleute waren bei der Hauptübung im Einsatz, das 580'000 Franken teures TLF haben sie schon vollkommen im Griff.

Christian Tschümperlin
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Die Feuerwehrleute von Sins-Abtwil bewiesen bei ihrer Hauptübung, dass sie mit dem neuen TLF für den Ernstfall gut gerüstet sind.

Die Feuerwehrleute von Sins-Abtwil bewiesen bei ihrer Hauptübung, dass sie mit dem neuen TLF für den Ernstfall gut gerüstet sind.

Christian Tschümperlin

Am Samstagmorgen präsentierte die Feuerwehr Sins-Abtwil vor zahlreichen Zuschauern ihren neuesten Stolz: das ab Werk gefertigte, brandneue Tanklöschfahrzeug (TLF). Höhepunkt der Feuerwehr-Hauptübung auf der Schulanlage Ammansmatt war denn auch eine Demonstration, bei der man das Allzweck-Fahrzeug in voller Aktion erleben konnte.

Zu Beginn übergab Projektleiter Jürg Frei von der Tony Brändle AG die Schlüssel des neuen Gefährts symbolisch an den Sinser Gemeinderat Marco Meier. Die Brändle AG hatte den 16-Tönner gebaut. Mit dem Scania P360 B vollzog sie die schweizweit erste Auslieferung aus der aktuellen Baureihe. Frei gestand in seiner Rede ein, dass er Zweifel hatte, als er das Feuerwehrdepot zum ersten Mal sah. «Als aber am Tag nach der Auslieferung kein Anruf kam, war ich erleichtert und ging davon aus, dass das TLF hineinpasst.»

Daraufhin baten der katholische Pfarrer, Thomas Zimmermann, und sein reformiertes Pendant, Hansueli Hauenstein, um Gottes Segen für das TLF. Zimmermann weihte das Fahrzeug mit viel Weihwasser ein, wobei das Publikum auch noch ein paar Spritzer abbekam.

Parat für den Ernstfall

Bei der Einsatzübung zeigte die Feuerwehr dann, dass sie mit dem neuen TLF für den Ernstfall gerüstet ist. Rauch stieg auf aus dem Keller des Schulhauses, im ersten Stock waren Hilfesuchende zu sehen. Einsatzleiter Josef Villiger verschaffte sich während der sogenannten Chaos-Phase einen Überblick und verteilte die Aufträge an die rund 100 Feuerwehrleute, die an der Übung teilnahmen.

Plötzlich erblickte man durch die Rauchschwaden Blaulicht. Das neue Tanklöschfahrzeug brach durch die Rauchwolken. Als es zum Stillstand kam, zog eine Gruppe Feuerwehrleute im Eiltempo eine der beiden Handschiebeleitern vom Dach und die beiden Schnellangriff-Schläuche aus dem Fahrzeug. Die Übung wurde zum Showdown. Während einige Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten in den Keller des Gebäudes eindrangen, evakuierten andere die Hilfesuchenden per Leiter. Unterdessen wurden weitere Druckleitungen erstellt und ein Wasserwerfer in Betrieb genommen. Das TLF fasst 3000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum.

TLF hat noch Potenzial

Die Ausrüstung des neuen wurde vom alten TLF übernommen und beinhaltet viel Einsatzmaterial wie Feuerlöscher, Atemschutzgeräte, Motorsägen, Schaum-Material, Seile, Tauchpumpen oder Wärmebildkamera, lauter Material, welches auch teilweise zum Einsatz kam. «Es ist ein topmodernes Fahrzeug, das auch weiter ausgerüstet werden kann, gerade in Zukunft für die papierlose Feuerwehr», sagte Feuerwehr-Kommandant Nietlispach. Ob Regen und Kälte mithalfen? Jedenfalls waren der fingierte Brand nach speditiven 20 Minuten gelöscht und die Hilfesuchenden gerettet. Der Einsatz wurde abgebrochen.

Das neue TLF hat 580 000 Franken gekostet. Das alte, mit Jahrgang 1991, wird nach 27 Jahren Dienstzeit nun ausgemustert. Es wurde an eine Firma verkauft, die das Fahrzeug aufrüstet und ins Ausland weiterverkauft.

Kommando übergeben

Anlässlich der Feuerwehr-Hauptübung übergab Fabian Nietlispach per Ende Jahr das Kommando an Thomas Huber. Nietlispach schaut auf acht intensive Jahre als Feuerwehr-Kommandant zurück. Er tritt vollends aus der Feuerwehr aus und hat nun mehr Zeit für sein Hobby, die Imkerei, und für seine Familie.

Sein Nachfolger, Thomas Huber, kann ein Team übernehmen, das einem gut laufenden Uhrwerk gleicht. Huber war von Anfang an der Stellvertreter von Nietlispach. «Ich war immer in die Abläufe involviert und weiss daher Bescheid», sagte Huber. Der Landwirt stiess 2002 zur Feuerwehr. «An dem Engagement faszinieren mich die Kameradschaft und der Umstand, dass man der Bevölkerung helfen kann», sagt er. Nun will er seine Aufgabe ebenso gut erfüllen, wie Nietlispach dies tat.