Muri braucht ein neues Schulhaus. Dieses soll im Dorf, beim Kindergarten am Tödiweg, erstellt werden. Der Gemeinderat sieht hier sechs bis acht Abteilungen inklusive Einfachturnhalle vor. Das dafür benötigte Land ist bereits im Besitz der Gemeinde. Das ist das Ergebnis aus den Abklärungen der Arbeitsgruppe Schulraumplanung.

Die Schulraumplanung erfasst den voraussichtlichen Schulraumbedarf von Muri bis 2040. Dieser wird einerseits beeinflusst durch das neue Schulsystem mit sechs Primarschulklassen, andererseits aber vor allem durch die zu erwartende starke Bevölkerungsentwicklung mit der Überbauung des Luwa- und des zu erwartenden Brühl-Areals. Zudem entstehen auch Neubauten im Gemeindeteil Dorf (Römer-Areal). Aus dieser Schulraumplanung ergab sich der Auftrag an die Arbeitsgruppe, zu ermitteln, wo zusätzlicher Schulraum zur Verfügung gestellt werden kann. «Wir wollen den Schulraum im richtigen Moment am richtigen Ort zur Verfügung haben», fasst Gemeinderätin Yvonne Leuppi zusammen. Die Arbeitsgruppe präsentierte dem Gemeinderat vier Varianten, bei denen immer auch Kombinationen miteinander möglich sind. An vorderster Stelle steht das Areal Brühl. Allerdings ist die Realisierung von Schulraum hier zeitlich zu knapp. Wann und wie das Areal überbaut wird, ist noch nicht klar. Ein neuer Schulstandort Brühl wird vor 2025 kaum realisierbar sein, stellt der Gemeinderat fest, die Gemeinde braucht den Schulraum aber bis 2021. An zweiter Stelle folgt die Variante Dorf mit Badweiher, an dritter der Primarschulstandort Bachmatten. Kein Thema mehr ist der Standort Wiliweg; hier gehört das Land der Pflegi; die Entsorgungsstelle wurde im Baurecht erstellt.

«Auch wenn wir den Standort Dorf favorisieren, bedeutet das nicht, dass der Standort Brühl für alle Zeiten vom Tisch ist», stellt Gemeindepräsident Hampi Budmiger fest. Klar ist für den Gemeinderat, dass bis zur 4. Klasse dezentrale Standorte erwünscht sind und man keine zu grossen Schulstandorte will.

«Roos» bleibt Puffer

Von der ursprünglichen Idee, das Zentrum «Im Roos» zu veräussern, ist der Gemeinderat wieder abgekommen. Er beauftragte stattdessen die Arbeitsgruppe, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Die Ergebnisse für mögliche Nutzungen des Zentrums Roos sollen im ersten Quartal dieses Jahres vorliegen. So viel ist nach einem Workshop aber jetzt schon klar: Das Zentrum wird kein vollwertiger Schulstandort. Die Arbeitsgruppe kommt aber zum Schluss, dass die Anlage als Schulraumpuffer und als dezentraler Standort für Realschüler Vorteile aufweise. Bei einer grossen Sanierung oder einem Neubau im Roos wird jedoch kein Schulstandort mitgeplant. «Dafür bräuchte es sechs bis acht Abteilungen und eine Turnhalle», definiert Leuppi die Vollwertigkeit eines Schulstandortes. Vorderhand würden die Schulräume aber selbstverständlich genutzt und die Planung für das Nutzungskonzept Zentrum im Roos und auch die Schulraumplanung weiter vorangetrieben, unterstreicht der Gemeinderat.

Bereits früher betrieb der Gemeinderat die Schulraumplanung, allerdings mit einem Zeithorizont von fünf Jahren. Neu wurde letztes Jahr der Blick von der eigens einberufenen Arbeitsgruppe auf 25 Jahre hinaus gerichtet – mit markanten Erkenntnissen. Bereits ab Schuljahr 2020/21 ist die Notwendigkeit eines Doppelkindergartens und sechs zusätzlicher Klassen in der Primarschule und ab Schuljahr 2023/24 drei zusätzlicher Klassen für die Realschule absehbar. Noch längerfristig spricht die Arbeitsgruppe von einem Doppelkindergarten zwischen 2030/31 und 2036/37 und sechs zusätzlichen Klassen in der Primarstufe zwischen 2030/31 und 2036/37.