Bremgarten
Das neue Informatik-Konzept an der Schule ist umgesetzt

Die Schule in Bremgarten arbeitet mit einem neuen Informatik-Konzept: «Moonshot» ist ein europaweit einmaliges System. Damit lassen sich auch Synergien nutzen.

Toni Widmer
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Hanspeter Oeschger von der Firma Steffen Informatik, Schulleiter Guido Wirth und Schulpflegepräsident Andreas Rauch

Hanspeter Oeschger von der Firma Steffen Informatik, Schulleiter Guido Wirth und Schulpflegepräsident Andreas Rauch

Toni Widmer

«Es war ein ziemlicher Chrampf, bis alles eingerichtet war. Aber es hat sich gelohnt», sagt Schulleiter Guido Wirth. Die Begeisterung für das neue Informatik-Konzept ist ihm anzusehen. Auch Schulpflegepräsident Andreas Rauch ist von der Lösung angetan: «Damit hat unsere Schule in Sachen Informatik einen Riesenschritt nach vorne gemacht», ist er überzeugt.

Es ist nicht nur ein riesiger Schritt, es ist auch ein teurer Schritt. 790 000 Franken haben die Bremgarter Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung im Juni 2013 dafür bewilligt. Die jährlichen Folgekosten wurden damals mit jährlich rund 100 000 Franken beziffert. Diese Investition, sagt Guido Wirth, habe sich allerdings mehr als gelohnt: «Unsere Informatik ist jetzt nicht nur technisch auf dem neuesten Stand, auch in pädagogischer Hinsicht werden wir in den nächsten Jahren davon sehr viel profitieren können.»

Viel Zeit für die Evaluation

Das bisherige Informatik-Konzept ist in den Jahren 2003 bis 2005 erarbeitet und umgesetzt worden. Seither hat sich nicht nur die Hard- und Software stark entwickelt, auch die Ansprüche der Schule an ein Informatik-System haben sich wesentlich verändert.

2011 wurde mit der Evaluation für eine grundsätzliche Erneuerung begonnen. «Wir haben uns dabei vor allem von pädagogischen Aspekten leiten lassen», erklärt Guido Wirth.

Für eine erste Beratung wurden die Experten des Kantons und später die Firma Steffen Informatik aus Mägenwil beigezogen. Schon bald wurde klar, dass man sich von den bisherigen Einzelgeräten verabschieden und in Richtung Serverlösung orientieren wollte. Nach der Genehmigung des Kredites durch die Gemeindeversammlung wurde eine öffentliche Submission durchgeführt, welche von der Steffen Informatik gewonnen wurde. Mitgespielt hat dabei, dass diese Firma auch die Server und die Informatik-Lösung der Stadt betreut.

Viele Synergien möglich

Mit der Stadt nützt die Schule jetzt auch Synergien, welche sich kostengünstig auf Unterhalt und Betrieb des neuen Systems auswirken dürften. «Es geht dabei vor allem um die Wartung und Aufrüstung», erklärt Schulpflegepräsident Andreas Rauch. «Bisher musste die Lehrerschaft dafür sehr viel Zeit investieren, inskünftig wird unser System professionell betreut. Die Informatik nützt der Schule, aber sie belastet sie nicht mehr.»

Eingerichtet wurde für die Schule Bremgarten ein System, das bisher europaweit einzigartig ist. Im klimatisierten Serverraum im Stadthaus steht kein Schulserver, sondern ein sogenannter Moonshot. Das ist ein Gehäuse, in welchem 120 PC-Cartridges eingebaut sind. Sie basieren alle auf der gleichen Festplatte mit zwei Benutzeroberflächen; eine für die Lehrerschaft, die andere für die Schülerinnen und Schüler. «Damit», illustriert Guido Wirth, «müssen bei einer Aufrüstung von Programmen nicht mehr 120 einzelne PCs nacheinander aufdatiert werden, es braucht nur noch einen Arbeitsgang und alle Geräte sind auf dem neuesten Stand.»

In den Schulzimmern sind sogenannte Thin Clients montiert – ein Datenmodul mit Bildschirm, Maus und Tastatur. Für den mobilen Unterricht steht eine Anzahl Laptops zur Verfügung. «Mit dieser Lösung kann sich eine Person, ob Lehrer oder Schüler, an einem der insgesamt 379 Arbeitsplätze einloggen und verfügt über ihre persönliche Benutzeroberfläche», erläutert Andreas Rauch.

Möglich gemacht hat das Ganze die weise Voraussicht der Bremgarter Behörden. Im Zusammenhang mit der Einrichtung der Fernwärmeheizung sind seinerzeit die öffentlichen Gebäude mit Glasfaserkabel vernetzt worden.

Auch pädagogische Vorteile

Pädagogisch hat die Neuerung laut dem Schulleiter zwei entscheidende Vorteile: «Die Vernetzung macht für die Lehrerschaft einen vermehrten Austausch von Unterrichtsmitteln möglich. Daneben haben Lehrkräfte und, dort, wo nötig auch die Schüler, über die Klassenordner Zugriff auf Arbeitsblätter, Fördermaterial oder zusätzliches Lehr- und Lernmaterial.»

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