Eishockey
Das nächste Bruderduell der Siegwarts.

Am Dienstag steigt das 3.-Liga-Saisonfinale zwischen dem HC Wohlen Freiamt und dem SC Reinach.

Ruedi Burkart
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Wohlens Spielertrainer Patrick Siegwart (weisses Dress) ist vor dem Spitzenkampf zuversichtlich. Ruedi Burkart

Wohlens Spielertrainer Patrick Siegwart (weisses Dress) ist vor dem Spitzenkampf zuversichtlich. Ruedi Burkart

Patrick Siegwart (42) spielte 12 Jahre in der Nationalliga B. Er war beim EHC Olten nicht nur ein treffsicherer Stürmer, Siegwart avancierte bei den Solothurnern auch zu einem der Publikumslieblinge. Vor zwei Jahren entschied sich der Familienvater, zum Klub seiner Jugend zurückzukehren und heuerte beim 3.-Ligisten HC Wohlen Freiamt an. Dort freute man sich auf die Rückkehr des «verlorenen Sohns», der mittlerweile in Fischbach-Göslikon wohnt. Seit Siegwart zusammen mit Coach Bruno Strebel die Geschicke der Freiämter führt, rangieren diese ganz vorne in der Tabelle. Nach dem zweiten Schlussrang letzte Saison klappt es diesmal mit dem Gruppensieg. Das steht vor dem abschliessenden Spiel gegen den SC Reinach – dem letztjährigen Gruppensieger – vom kommenden Dienstag (20 Uhr, KEB Wohlen) fest. In der Tabelle können die Freiämter nicht mehr eingeholt werden.

Vorfreude auf die eigene Halle

Rauf in die 2. Liga wollen die Wohler gleichwohl nicht. Auch wenn Siegwart sagt: «Mit dem aktuellen Kader würden wir eine Liga höher eine gute Falle machen.» Grund: Bei einem Aufstieg würden Ausbildungsentschädigungen an die Stammvereine jener Akteure fällig werden, welche nicht vom HC Wohlen Freiamt ausgebildet worden sind. Siegwart gibt den Pragmatiker: «Wir akzeptieren die Meinung des Vorstands, das ist kein Problem.» Auch nächste Saison ist die Promotion kein Thema. Was wird aber sein, wenn der HC Wohlen Freiamt im Herbst 2018 in seiner neuen Halle auflaufen wird? Wenn der Klub für auswärtige Akteure aufgrund seiner Infrastruktur noch attraktiver und das Kader noch stärker wird? Siegwart schmunzelt: «Tja, was wird dann sein? Wissen Sie, das ist noch so weit weg. Machen wir zuerst unsere Hausaufgaben und schliessen diese Saison mit einem Erfolgserlebnis ab.»

Ein Sieg gegen den «ewigen Rivalen» SC Reinach wäre nicht nur ein Prestige-Erfolg. Es wäre vor allem auch ein schönes Abschiedsgeschenk für Bruno Strebel.

Aus familiären und beruflichen Gründen tritt der langjährige Wohler Coach künftig kürzer. Dass Siegwart in den nächsten Tagen für eine dritte Saison unterschreiben wird, ist sehr wahrscheinlich. Wie auch, dass das Gros der Mannschaft zusammenbleibt.

Wohlen im Rückstand

Die Partie vom kommenden Dienstag ist auch deshalb eine spezielle, weil es einmal mehr zum Familienduell der beiden Siegwart-Brüder Patrick und Thomas kommen wird. Die beiden spielten einst zusammen in der 1. Mannschaft des damaligen SSC Wohlen und stiegen im Winter 1991 gemeinsam in die 2. Liga auf. Dann trennten sich ihre sportlichen Wege. Die Head-to-Head-Bilanz spricht für einen Sieg des um drei Jahre älteren Thomas, dem Trainer der Reinacher: Von den bisherigen drei Meisterschafsduellen gewannen die Wynentaler deren zwei, beide in der vergangenen Meisterschaft. In der laufenden Saison gabs je einen Sieg – Wohlen gewann in der Meisterschaft, Reinach bodigte die Freiämter im Viertelfinal des Berner Cups.