Muri

Das Murimoos hat neue Storchenhorste – die alten waren zu schwer

Murimoos-Direktor Michael Dubach (Zweiter von links), Margrith und Peter Enggist von der Gesellschaft Storch Schweiz stellen zusammen mit Mitarbeitern die neuen Storchenhorste auf.

Murimoos-Direktor Michael Dubach (Zweiter von links), Margrith und Peter Enggist von der Gesellschaft Storch Schweiz stellen zusammen mit Mitarbeitern die neuen Storchenhorste auf.

Auf den Dächern des Murianer Ausflugsziels wurden die bestehenden Horste buchstäblich eine zu grosse Belastung.

Murimoos werken und wohnen liebt Störche und führt sie sogar in seinem Logo sozusagen als «Wappentier». Nach Altreu im Kanton Solothurn ist Murimoos denn auch die zweitgrösste Storchensiedlung in der Schweiz. Jetzt wurden neue Storchenhorste erstellt, wie Murimoos mitteilt. «Die ersten Störche sind bereits aus ihren Winterdomizilen in die Schweiz zurückgekehrt und sie können beim Horstbau beobachtet werden. Sie bringen Äste, Altgras oder Moos in und auf ihrem Horst an.»

Im letzten Jahr wurden im und ums Murimoos 44 Brutpaare und davon

81 Jungvögel gezählt. Die Horste, die bisher auf den Dächern montiert waren, haben einerseits die Dächer selber stark in Mitleidenschaft gezogen und andererseits einen sehr hohen Unterhaltsbedarf verursacht. «Unternimmt man nichts, werden die Horste immer grösser und schwerer und üben eine für das Dach problematische Punktlast aus», stellte Murimoos-Direktor Michael Dubach fest.

«Ein Nest kann bis zu einer Tonne schwer werden.» Deshalb mussten Ersatzbauten von insgesamt sieben Storchenhorsten realisiert werden. Die Gesellschaft Storch Schweiz hat Murimoos mit einem Beitrag von 4000 Franken unterstützt.

Aus Massivholz auf Robinienstämmen montiert

Margrith und Peter Enggist von der Gesellschaft Storch Schweiz waren beim Aufbau zugegen und gaben die letzten Tipps. Peter Enggist: «Es ist sehr wichtig, dass die Nestplattformen wasserdurchlässig sind, um Staunässe zu verhindern». Die neuen Horste sind aus Massivholz und stehen auf Robinienstämmen. Diese weisen eine lange Lebensdauer auf.

Mit Hilfe eines Lastwagenkrans wurden die Horste auf die eingepfählten Stämme verschraubt, beobachtet auch von bereits anwesenden Störchen. Margrith Enggist ist sich sicher: «Mit diesen neuen Horsten werden sicherlich weitere Störche ins Murimoos ziehen.» Die Gesellschaft Storch Schweiz ist bestrebt, den wild lebenden Weissstorchbestand zu fördern und zu erhalten.

Störche wurden ab 1960 wieder angesiedelt

Im Murimoos hatte sich 1987 der damalige Direktor Fritz Schmied für die Ansiedelung des Storchs starkgemacht. Früher war der Vogel ein häufig gesehener Gast im Mittelland, aber ab etwa 1950 blieben die Horste zunehmend leer. Mitverantwortlich dafür waren die fehlende Nahrungsgrundlage, weil immer mehr Flüsse und Bäche verbaut und Feuchtgebiete trockengelegt wurden, sowie nass-kühles Wetter. 1948 gründete Max Bloesch die Storchensiedlung Altreu.

Jungstörche aus Europa, später aus Nordafrika, wurden über die Jugendjahre im Gehege behalten und erst mit der Brutreife freigelassen. In den 1960er-Jahren stellten sich erste Erfolge ein, die Vögel vermehrten sich. Nach und nach entstanden in der Schweiz 24 Aufzuchtstationen, 1987 kamen die Störche dank dem Murimoos auch wieder ins Freiamt.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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