Kindsentführung

Das Mädchen wird in Königsfelden untersucht und betreut

«Anna reagierte mit wahnsinniger Angst»: Nachdem sie mit ihrer Enkelin untergetaucht ist, erzählt Martina Hess via Skype von der Verhaftung. (Tele M1, 26.5.2015)

«Anna reagierte mit wahnsinniger Angst»: Nachdem sie mit ihrer Enkelin untertauchte, erzählte die Grossmutter via Skype von der Verhaftung.

Martina Hess bereut es nicht, dass sie mit ihrer Enkelin geflüchtet ist. Sie berichtet im Skype-Interview über ihre Verhaftung in Frankreich.

Nachdem die Polizei in Südfrankreich jene Grossmutter und ihre Enkelin, die dort wegen der drohenden Rückschaffung des Mädchens untergetaucht waren, aufgegriffen hat, befindet sich die 9-Jährige in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden.

Beni Hess’ sitzt auf dem Balkon seiner Wohnung in Bremgarten. Er raucht, trinkt Kaffee, telefoniert. Dann: alles von vorn. So geht es den ganzen Tag. Beni Hess ist ein Vater in Sorge – und einer, der sich vom Staat ungerecht behandelt fühlt.

Seine Tochter Anna (Name geändert) war von ihrer Grossmutter Martina Hess entführt worden, damit das Kind nicht nach Mexiko zurückgeschafft werden kann. Gegen Martina Hess läuft jetzt ein Strafverfahren wegen Freiheitsberaubung und Entführung. Gegen Beni Hess wird wegen Nötigung und Mittäterschaft bei der Entführung ermittelt.

«Wir wollten uns sofort und kampflos ergeben»: Im Skype-Interview am Montagabend schildert Martina Hess unter anderem die Verhaftung in Frankreich.

«Wir wollten uns sofort und kampflos ergeben»: Im Skype-Interview am Montagabend schildert Martina Hess unter anderem die Verhaftung in Frankreich.

Dazu sagt er: «Mir war nicht bewusst, was meine Mutter plant, sie informierte mich nicht. Ich hätte mich das nicht getraut, aber ich applaudiere ihr von ganzem Herzen.» Am Freitag vergangener Woche wurden die Grossmutter und ihre Enkelin in Südfrankreich aufgegriffen.

Ebenfalls am Freitag entschied das Aargauer Obergericht superprovisorisch: Die Rückschaffung von Anna nach Mexiko wird sistiert, zuerst müssten «weitere Abklärungen zur Reisefähigkeit des Kindes getroffen werden», wie Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken erklärte. Gestern bestätigt Nicole Payllier, Sprecherin des Obergerichts: «Das Mädchen ist derzeit in der Schweiz und wird betreut.»

Nähere Angaben zum Aufenthaltsort und dem weiteren Vorgehen kann Payllier keine machen. Begründung: Es handle sich um ein «hängiges, nicht öffentliches Verfahren». Recherchen der az zeigen: Anna wurde in die Klinik der Kantonalen Psychiatrischen Dienste nach Königsfelden gebracht. Vorerst sind nur die Mutter und der Kindsvertreter, ein Rechtsanwalt, besuchsberechtigt. Die Mutter und deren Anwältin nehme «grundsätzlich keine Stellung». (rio)

Lesen Sie den Kommentar zum Thema hier.

So berichtete die «Rundschau» über den Fall:

Rundschau-Bericht: Grossmutter versteckt Enkelin

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