Eine betont schlichte Feier hat das Doppeljubiläum 20 Jahre «Kibizi» und Alterszentrum Burkertsmatt auf dem Mutschellen lanciert. Die zwei benachbarten Häuser im Gemeindebann Widen waren im Verlauf des Jahres 1995 eröffnet worden.

Das «Kibzi» der Reformierten Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen und das Alterszentrum des regionalen Gemeindeverbandes vis-à-vis haben eine gemeinsame Geschichte. Diese kennt keiner besser als der heute 78-jährige Walter Spörri aus Widen, der langjährige einstige Präsident des Altersheimverbands und Gemeinderat, der die Erstellung des Alterszentrums Burkertsmatt als Baukommissionspräsident begleitet hatte.

Heftiger Protest und Abspeckkur

Walter Spörri erzählte am Rednerpult im «Kibizi»-Saal einige Müsterchen von anno dazumal. Dass der Brugger Architekt René Stoos seinerzeit den grossen Wettbewerb für den Bau des Alterszentrums und der angegliederten Alterswohnungen ausgerechnet mit dem Vorschlag «Walter» gewann, habe Argwohn erweckt. Dabei, so Spörri, habe sich der Ende 2011 November viel zu früh verstorbene Architekt keineswegs an seinem Vornamen Walter orientieren und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen: «René Stoos hatte lediglich ein W für den Standort Widen gewählt und die Bezeichnung «Alter» hinzugefügt – voilà.»

Eine revolutionäre Idee von Stoos löste einen zünftigen Konflikt aus. Der Architekt wollte die Nasszellen in der Mitte der 70 komfortablen neuen Zimmern des Alterszentrums Burkertsmatt anordnen. Ein aufgebautes Musterzimmer in Widen, das jedermann besichtigen konnte, sollte Verständnis für die unübliche Platzierung der Nasszellen wecken. Der Applaus fiel bescheiden aus, der Protest umso heftiger. «Nach einigem Hin und Her liessen Verbandsvorstand und Architekt die Idee dann sausen», merkte Spörri an.

Sowohl beim Bau des Alterszentrums als auch bei jenem des «Kibizi»-Gebäudes nahm man aus finanziellen Gründen Abspeckrunden vor. «Das liebe Geld spielte halt schon damals eine Hauptrolle», sagte Spörri. Die Verantwortlichen des Gemeindeverbandes Alterszentrum mussten rund zwei Millionen einsparen, damit das Kostendach von 22 Mio. Franken eingehalten werden konnte. Die Zuständigen der Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen verzichteten laut Spörri auf Wohnungen beim «Kibizi»-Gebäude, damit die dortigen Baukosten den Betrag von 5 Mio. Franken nicht überschritten.

Beim Jubiläumsauftakt segnete der Mutscheller Pfarrer Christian Bühler eine bedruckte Flagge ein (siehe Foto oben), die den gemeinsamen Weg der Institutionen und Einrichtungen in den zwei Gebäuden symbolisieren soll.

Acht Jubiläumsanlässe 2015

Das OK richtet 2015 acht Jubiläumsveranstaltungen aus. Am Eröffnungstag mit kleinem Festakt wurde für die Kinder ein Pippi-Langstrumpf-Film gezeigt. Nächste Jubiläumsanlässe sind ein Doppelbesuch von Globi und Papa Moll am 18. März, eine szenisch-musikalische Krimi-Lesung mit Autorin Mitra Devi am 24. April, das «Chilefäscht» samt Zuzügeranlass am 9. Mai und die Jubiläumsgala im Alterszentrum am 6. Juni mit Frölein Da Capo.