Bettwil

Das Laien-Theater lebt vom Publikum

Joe (links) (Herbert Fischer) und Mary (rechts) (Antoinette Peter) transportieren die Leiche Biondi (Luzia Kunz).

Joe (links) (Herbert Fischer) und Mary (rechts) (Antoinette Peter) transportieren die Leiche Biondi (Luzia Kunz).

Die Musikgesellschaft Bettwil lädt auch dieses Jahr zu ihren Jahreskonzerten mit Theater. Die az Aargauer Zeitung war schon an der Hauptprobe dabei.

Vor einem kleinen, aber gut gelauntem Publikum probten Musiker und Schauspieler ein letztes Mal vor der Premiere. Da gab es musikalisch von «Colonel Bogey» bis «Queen Greatest Hits» einiges zu hören. Auch tropische Klänge waren zu vernehmen.

Die Laienschauspieler hatten die Lacher schnell auf ihrer Seite, denn das Lustspiel «Mary und Joe» von Lukas Bühler sorgt für gute Stimmung in der Mehrzweckhalle.

Bankräuber «Killer-Joe» (Herbert Fischer) flüchtet nämlich nach einem Überfall in die nahegelegene Wohnung von Mary (Antoinette Peter). Die grazile Dame erkennt im Bankräuber ihren alten Schulschatz Seppli wieder, was sie sehr erfreut. Nur zu gern hilft sie ihm, sich vor den leicht trotteligen Kripobeamten Hösli (Alois Meier) und Schmutz (Rainer Bucher) zu verstecken.

Natürlich erwartet Mary, früher Meieli, dafür eine Gegenleistung – Joe soll mit ihr und dem Geld flüchten. Allerdings könnte den beiden neben der Polizei auch die Spitexschwester Elisabeth (Gabi Wyss) gefährlich werden.

Ausserdem gibt es ja noch die Putzfrau Frau Biondi (Luzia Kunz), selbst als Leiche liegt sie immer im Weg herum. Die Zuschauer dürfen sich auf lustige Verwicklungen und viel Situationskomik freuen.

Seit Anfang Jahr geprobt

Vereinspräsident Josef Schönenberg und Regisseur Reto Tapfer zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Musiker und Theaterleute begannen nach Neujahr mit den Proben, jeweils zwei Mal wöchentlich. Da die Schauspielerinnen auch Musikerinnen sind, hatten sie einen besonderen Aufwand, erzählte Schönenberg.

Er berichtete weiter, dass die Musikkommission jeweils Ende November, anfang Dezember die Kompositionen für das Konzert aussuche. Spenden ermöglichen den Kauf von Titeln beim Musikverlag.

Zusammen mit dem Dirigenten Paul Stutz seien 27 Musiker auf der Bühne, davon gehören 18 zur Musikgesellschaft. Die anderen helfen für das Jahreskonzert aus; es sind zum Teil ehemalige Mitglieder und auch zwei ehemalige Dirigenten. «Wie viele Vereine freuen wir uns über neue Mitglieder», sagt Schönenberg.

Es sei nicht mehr einfach, Leute zu finden. Der Verein nehme einen schon sehr in Anspruch, man komme auf gut 55 Einsätze im Jahr. «Aber», fügt er hinzu «wir pflegen eine gute Kameradschaft und unternehmen viel zusammen.»

Auch beim Theater seien weitere Schauspieler ebenfalls immer herzlich willkommen, erklärt Reto Tapfer. Er sei gespannt auf Samstagabend. Speziell das Amateur-Theater lebe auch von der Stimmung im Publikum. Wichtig sei ihm, dass die Handlungen der Laienschauspieler aus dem Bauch heraus kämen. So erreiche man das Publikum am Besten.

Da es nur Karten an der Abendkasse gibt, wisse man nicht im Voraus, wie viele Zuschauer kommen würden. Das sei auch wetterabhängig, meint Schönenberg: «Wenn es der erste schöne Tag nach dem Winter ist, kommen meist nicht so viele Besucher. Wir spielen aber auch vor zwei Leuten», fügt er schmunzelnd hinzu. Meistens seien die Konzertabende aber mit 160 bis 200 Gästen gut besucht.

Weitere Aufführungen: Mittwoch, 15. April, Samstag, 18. April, jeweils 20 Uhr in der Mehrzweckhalle.

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