Ankommen und sich Schritt für Schritt einleben, das ist jetzt für Josef Villiger, Master of Advanced Studies in Social Services and Healthcare Management und gegenwärtig auch noch Fachrichter am Familiengericht in Muri, die Situation als neuer Heimleiter.

Dazu gehören für ihn die Gespräche mit allen Angestellten aus allen Fachbereichen und natürlich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. «Das Altersheim ist ein Gemeinschaftswerk von Bewohnenden und Mitarbeitenden», sagt Villiger, «und oberstes Ziel ist das Wohl der Bewohnenden.»

Er sieht sich jetzt in der «Phase des Kennenlernens» und will das Heim so führen, «dass die Leute sagen können, das ist mein Daheim.» Der 52-Jährige will im Altersheim St. Martin eine offene Gesprächskultur pflegen und beispielsweise auch anspruchsvolle Themen wie Sexualität im Alter nicht ausklammern.

«Das Leben und die Bedürfnisse der Menschen hören im Altersheim nicht auf, wir haben die Aufgabe, mit grosser Sorgfalt mit allen Aspekten des Lebens umzugehen.» Auch will Villiger nach Möglichkeit Angebote für Bewohnende schaffen, bei denen sie selber nach Wunsch aktiv sein können. Unter anderem schwebt ihm eine zusätzliche Begrünung des Altersheimbereichs vor.

Zusammenarbeit pflegen

Wichtig ist für Villiger, mit den anderen Institutionen in und um Muri eine gute Zusammenarbeit zu suchen und zu pflegen. «Es entstehen neue Bedürfnisse und neue Angebote, zum Beispiel im Bereich betreutes Wohnen.»

Villiger ist überzeugt davon, dass sich in der Altersbetreuung in Zukunft noch einiges verändern wird. «Es gilt dabei, unser Heim im heutigen und zukünftigen Umfeld richtig zu positionieren.» Das entspricht auch den Vorstellungen der Trägerstiftung des Altersheims, wie Stiftungsratspräsident André Stierli festhält.

«Wir haben schon heute ein gutes Einvernehmen mit den anderen Institutionen, etwa der Pflegi Muri, und das wollen wir weiter fördern.» Zusammen mit Villiger will der Stiftungsrat das bereits heute gute Fundament des Heimes weiter verstärken, um darauf weiter aufzubauen.

Zufrieden zeigt sich Stierli auch mit dem Einstieg von Villiger im Heim: «Er ist bereits sehr gut angekommen.» Und er lobt Pflegedienstleiterin Ivana Anderegg, die seit dem Weggang des früheren Heimleiters Daniel Berton die Führung interimistisch übernommen hatte. «Sie hat die Aufgabe zur vollen Zufriedenheit des Stiftungsrates erledigt.»

Ausbildung ist anerkannt

Nicht ganz klar war bis vor kurzem, ob die umfangreiche Aus- und Weiterbildung von Villiger genügt, um als Heimleiter zu arbeiten oder ob noch eine Zusatzausbildung nötig würde.

Das Departement Gesundheit und Soziales hat jedoch nach einer Prüfung der von Villiger ausgewiesenen Aus- und Weiterbildung anerkannt, dass er ohne weitere Schritte die Qualifikation als Heimleiter erfüllt.

Der ursprünglich gelernte Bäcker-Konditor absolvierte die Polizeischule in Aarau und die Handelsschule in Zürich. Er schloss die vierjährige Höhere Fachschule für Sozialarbeit erfolgreich ab und besuchte den Nachdiplomkurs im Vormundschaftsrecht. Es folgten Weiterbildungen im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie die Ausbildung im Kinder- und Erwachsenenschutzrecht, beide an der Fachhochschule Luzern.