Muri

Das Haus produziert mehr Energie, als es effektiv verbraucht

Sie investieren in die Zukunft: Hermann und Barbara Bütler bauen ein Minergie-A-Gewerbehaus. ES

Sie investieren in die Zukunft: Hermann und Barbara Bütler bauen ein Minergie-A-Gewerbehaus. ES

Das Ehepaar Hermann und Barbara Bütler aus Beinwil realisiert einen neuen Gewerbebau in Minergie-A-Standard. Am nächsten Montag wird mit dem von Architekt Robert Melliger aus Muri geplanten Bau gestartet.

Der neue Gewerbebau der Bütler Elektro Telecom AG in Muri wird 120 Prozent mehr Energie produzieren, als er effektiv verbraucht. Hermann und Barbara Bütler aus Beinwil haben sich entschlossen, den neuen Geschäftssitz im Minergie-A-Standard zu erstellen.

«Eine Erdsondenwärmepumpe und eine auf dem Dach und an der Fassade installierte Photovoltaikanlage liefert die gesamte für Heizung, Lüftung und Beleuchtung benötigte Energie», führt Hermann Bütler aus. Im Innern trifft man auf LED-Beleuchtung und optimierte Haustechnik. Er wird der erste Gewerbebau der Schweiz, der diesen Standard erfüllt. «Leider sind wir noch auf das Netz als Puffer angewiesen.»

Mehr Platz

Die Bütler Elektro Telecom AG ist seit jeher in Beinwil ansässig. Das Unternehmen ist ständig gewachsen und braucht mehr Platz. «Hier in Beinwil sind wir eingeschränkt», erklärt Bütler. In Muri fand sich eine geeignete Möglichkeit im Industriegebiet Muri, wo die Profot AG Schweiz anstatt Aussenparkplätze zusammen mit Bütler eine Tiefgarage realisiert.

Der oberirdische Platz steht damit für den neuen Gewerbebau des Elektrounternehmens zur Verfügung. «Für uns war Muri schon immer ein wichtiges Standbein», unterstreicht Bütler. «Etwa die Hälfte der Industriebetriebe sind Kunden bei uns.» Zudem ist hier auch Bütlers Schwesterfirma Beltech GmbH, welche im Schaltanlagenbau tätig ist, angesiedelt.

Herausforderung Minergie A

Klar war für Hermann und Barbara Bütler, dass der Neubau hohen energetischen Standards zu genügen hat. «Schritt für Schritt kamen wir dann um Schluss, die Herausforderung Minergie A anzunehmen», sagt Bütler.

«Im Gewerbebau gibt es diesen Standard wohl schweizweit noch nicht, und wir entschieden uns, diesen zu erfüllen und zukunftsgerichtet zu investieren.» Damit kann das Unternehmen den Kundinnen und Kunden einerseits zeigen, was in Sachen Haustechnik möglich ist.

«Anderseits ist es aber auch für unsere Mitarbeitenden spannend und motivierend, in einem solchen Gebäude zu arbeiten und zu lernen», betont Bütler, der schon immer grossen Wert auf die Ausbildung junger Leute gelegt hat. «Schliesslich denken wir auch an unsere Nachfolger im Geschäft; sie sollen einmal einen zeitgemässen Betrieb übernehmen können.»

Minergie A ist die Zukunft

Die Europäische Union will ihre Mitgliedstaaten bis 2020 verpflichten, den Energiebedarf von Neubauten «bei fast null» zu setzen. Mit dem A-Standard geht Minergie noch einen Schritt weiter, indem eine gänzliche Deckung des Restbedarfs durch erneuerbare Energien Teil der Anforderungen ist.

Minergie A ist also eine präzise definierte Form des Null- oder Plusenergiehauses. Der Standort ist nur mit Nutzung von Sonnenenergie am Gebäudestandort erreichbar. Ganz neu sind derartige Hauskonzepte nicht.

Für Gewerbebauten stellt aber der Bau von Bütler ein Pilotprojekt dar. «Wir sind von der Idee ganz begeistert und freuen uns auf das Vorhaben», führt Bütler aus. Und er lobt die Murianer Behörden: «Die haben uns den roten Teppich ausgelegt; die Baubewilligung hatten wir innert Rekordzeit.»

Start am Montag

Am nächsten Montag wird mit dem von Architekt Robert Melliger, Muri, geplanten Bau gestartet. Im Sommer nächsten Jahres soll er bezugsbereit sein. Der fünfgeschossige Bau weist etwa 3000 Quadratmeter auf; das oberste Geschoss ist als Reserve gedacht und wird vorerst vermietet. Ebenfalls wird eine Attika-Wohnung erstellt – nicht für Barbara und Hermann Bütler. «Wir sind und bleiben Beueler», lachen sie.

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