Berikon

Das grosse Werk der Nutzungsplanung ist auf die Zielgerade eingebogen

Der neue Beriker Bauzonenplan mit diversen Umzonungen und kleineren Aus- und Einzonungen stösst auf reges Interesse. sl

Der neue Beriker Bauzonenplan mit diversen Umzonungen und kleineren Aus- und Einzonungen stösst auf reges Interesse. sl

Am 4. September stehen die erneuerten Planungsinstrumente der Gemeinde zur Abstimmung.

Fünf Jahre nach dem Start hat der Endspurt fürs grosse Erneuerungswerk allgemeine Nutzungsplanung begonnen. Im Mai sollen die dann bereinigten Planungsinstrumente öffentlich in Berikon aufgelegt werden. Die Schlussabstimmung findet am 4. September statt, anlässlich einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung.

Jetzt läuft in Berikon das Mitwirkungsverfahren. Noch bis Mitte Februar können Bewohner schriftlich Stellung nehmen zum Entwurf der überarbeiteten allgemeinen Nutzungsplanung. «Machen Sie mit», ermunterte Gemeindeammann Stefan Bossard die 60 Besucher einer Orientierungsversammlung im Berikerhus, «reichen Sie Vorschläge und Anmerkungen ein». Die Pläne und ein 55 Seiten dicker Bericht über das Gesamtwerk sind auf der Website der Gemeinde Berikon aufgeschaltet.

5000 Einwohner und Plus-Bilanz

Aktuell wohnen 4511 Personen in Berikon. Gemäss Siedlungsstrategie soll die Einwohnerzahl bis zum Jahr 2025 auf rund 5000 steigen. Die angestrebte massvolle Entwicklung benötigt keine umfangreiche zusätzliche Bauland-Einzonung. Vielmehr wird die vorhandene grosse Baulandreserve von knapp 11 Hektaren, was einer Fläche von 17 Fussballfeldern entspricht, grundsätzlich zur Bebauung freigegeben.

Betreffend Bauzonenplan schlägt die Planungskommission rund 20 Neuerungen vor, vorab Umzonungen, aber auch kleinere Auszonungen und kleinere Einzonungen. Gemäss diesem aktualisierten Bauzonenplan beträgt die gesamte Siedlungsfläche 98,6 Hektaren. Das bisherige Beriker Siedlungsgebiet, wofür eine kantonale Zustimmung vorliegt, umfasst aber 99,3 Hektaren. Diese Plus-Bilanz bedeutet, dass Berikon Anrecht auf weitere gut 7000 m2 Bauland hat. Rund 5000 m2 könnten auf dem Gelände beim Riedacher für eine Freizeitanlage in der öffentlichen Bauzone genutzt werden; die restlichen 2000 m2 sollen allenfalls zur Schaffung von zwei kleineren Gewerbezonen, eine davon im Gebiet Kesslernmatt Richtung Bremgarten, Verwendung finden.

Balanceakt Stadt/Land

Fünf- und sechsstöckige neue Gebäude werden im Gemeindebann Berikon in naher Zukunft nicht aus dem Boden schiessen. Vielmehr will man den dörflich-ländlichen Charakter Berikons weitgehend wahren. In der Kernzone unweit der Mutscheller Kreuzung dürfte es in den nächsten Jahren gleichwohl einige städtisch anmutende Neubauten geben; Hinweise darauf könnte die Studie «Zentrum Mutschellen» liefern, die laut Gemeindeammann Bossard im Februar vorgestellt wird.

Ein wichtiges Thema der neuen Bauordnung ist eine bessere Nutzung des Baulands. Mehrere Massnahmen sollen Verdichtungen ermöglichen. Zwar wird an der Ausnützungsziffer festgehalten, aber Nutzflächen in Attikageschossen, in Dach- und Kellergeschossen sollen neu nicht mehr angerechnet werden. Zudem verzichtet man auf den bisherigen Mehrlängenzuschlag. Auch sind künftig Unterschreitungen von Gebäudeabständen möglich, sofern dies in gegenseitigem Einvernehmen geschieht.

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