Das altehrwürdige Gemeindehaus aus dem Jahre 1911 renovieren oder lieber abreissen und neu bauen? Diese Frage hat sich der Gemeinderat Niederwil gestellt und im Juni letzten Jahres eine Vorprojektstudie in Auftrag gegeben. Die Kosten, geschätzt mit einer Genauigkeit von plus/minus 15 %, belaufen sich für einen Neubau auf 5,2 Mio. Franken. Die Berechnung basiert auf dem Volumen des jetzigen Gebäudes. Auf Luxus wurde verzichtet, nicht enthalten ist eine Ausführung im Minergie-Standard und auch keine kontrollierte Lüftung.

Neubau 20 Prozent teurer

Der Umbau, mit derselben Ungenauigkeit behaftet, kommt die Gemeinde auf 4,34 Mio. Franken zu stehen. «Darin eingeflossen sind bereits die Anforderungen der verschiedenen Nutzer», schreibt der Gemeinderat.

Konkret eingerechnet wurden neue Boden- und Deckenbeläge im ganzen Gemeindehaus, die Abdichtung des Kellergeschosses, neue Fenster und Aussentüren, eine Lüftung für den Kulturraum und ein behindertengerechter Lift vom Erdgeschoss

Die Umbaupläne für das Gemeindehaus Niederwil

bis ins 2. Obergeschoss. In der nächsten Projektphase soll zusätzlich abgeklärt werden, was es kosten würde, wenn der Lift bis ins Untergeschoss fahren soll. Explizit nicht enthalten und laut Gemeinderat nicht zwingend sind die Aussendämmung der Fassade, ein neuer Dachstuhl, eine kontrollierte Lüftung und die Aufwertung zum Minergie-Standard.

Bei beiden Schätzungen sind keine Kosten für Provisorien enthalten. Es ist aktuell vorgesehen, dass die Verwaltung während der Bauphase ausserhalb des Gemeindehauses in einem Pavillon unterkommt. «Der Pavillon könnte anschliessend als Ersatz des alten Kindergarten-Pavillons dienen. Für die weiteren Nutzer sind bis dato noch keine Ausweichlokalitäten definiert», so der Gemeinderat.

Bausubstanz ist gut erhalten

Auch weitere Überlegungen haben den Gemeinderat veranlasst, die Variante Renovation vorzuziehen: Die Bausubstanz des Gebäudes ist allgemein gut. Fachpersonen hätten bestätigt, dass das Gebäude saniert werden kann. Die Feuchtigkeitsproblematik, vor allem im Untergeschoss, könne mit entsprechenden Massnahmen gelöst werden.

Naturgemäss kann auf die Wünsche der Benutzer am besten eingegangen werden, wenn ein Gebäude neu gebaut wird, da die Raumgrössen und die Anordnung gewählt werden können. Trotzdem: «Die Abklärungen haben gezeigt, dass die Anforderungen der verschiedenen Nutzer im bestehenden Gebäudevolumen erfüllt werden können.» Es ist vorgesehen, dass im Untergeschoss: Bibliothek, Kulturraum Raum bekommen, im Erdgeschoss die Gemeindeverwaltung und die Bibliothek, im 1. Obergeschoss die Gemeindeverwaltung und im 2. Obergeschoss findet der Musikraum Platz. Das Dachgeschoss dient als Lager.

Der Auftrag für die Vorprojektstudie wurde der a4D Architekten AG erteilt. Das gleiche Architekturbüro ist mit der Planung des neuen Schulhauses sowie der Umbauten der bestehenden Schulhäuser betraut.

Der Gemeinderat stellt an der Sommergmeind vom 23. Juni den Antrag über einen Kredit von 220 000 Franken für die Planung des Umbaus. Darin sind die bis jetzt angefallenen Planungskosten enthalten. Vorgesehen ist, etwa im Jahre 2020 einen entsprechenden Baukredit vorlegen zu können. Der Baustart ist auf Anfang 2021 geplant. Weiter hat der Gemeinderat beschlossen, eine separate Kommission für die Planungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Gemeindehaus einzusetzen.