Jagd

Das gabs noch nie: Erstmals eine Wildschweinrotte im Oberfreiamt gesichtet

Das erlegte Wildschwein von Sins vor dem Abtransport.

Das erlegte Wildschwein von Sins vor dem Abtransport.

Ein Wildschwein wurde geschossen, zwei Tiere von einem Auto erfasst: Erstmals haben Jäger im Oberfreiamt eine ganze Wildschweinrotte festgestellt.

Das gab es im Oberfreiamt noch nie: Bei einer Treibjagd der Jagdgesellschaft Sins wurde am Samstag eine Rotte von etwa 10 Wildschweinen aufgebracht. Eines der Tiere kam auf Schussdistanz und konnte von einem Jäger erlegt werden. Ob die zwei Tiere, die ausgangs Auw bei Rüstenschwil in der Nacht auf den Sonntag bei der Kollision mit einem Auto getötet wurden, ebenfalls zu dieser Rotte gehörten, ist nicht klar. Dem Autofahrer passierte, ausser dem Schaden an seinem Fahrzeug, nichts.

«Das ist sehr aussergewöhnlich», sagt Ruedi Spiess, Jagdaufseher im Jagdrevier 137 Auw. Der Sinser Jagdleiter habe ihn am Samstag angerufen und erzählt, dass die Sinser Jäger eine Wildschweinrotte gesehen und ein Wildschwein geschossen hätten – «damit ich als Auwer Jagdleiter informiert war», erklärt Spiess. In der Nacht auf Sonntag, genauer um 3.15 Uhr, musste er dann tatsächlich ausrücken: «Ausgangs Auw Richtung Rüstenschwil waren zwei Wildschweine von einem Auto erfasst und getötet worden.»

Die Tiere konnten nicht mehr für den Verzehr verwertet werden und mussten in die Tierkadaverstelle gebracht werden, wie Roman Schurtenberger, stellvertretender Jagdaufseher im Revier 137, erklärt. Auch er zeigt sich beeindruckt: «Wildschweine in dieser Zahl im Oberfreiamt, das ist eine neue Erscheinung.» Tiere wurden bisher, auch im Bezirk Bremgarten, in der Regel und wenn überhaupt aber nur einzeln gesichtet.

Ein Grund für das Auftauchen der Wildschweinrotte könnte sein, dass dank neu erstellten Wildbrücken Wildschweine aus dem Fricktal neu auch ins Freiamt kommen können. Früher war die Autobahn ein starkes Hindernis. «Wir haben hier viele Maisplantagen, die für Wildschweine attraktiv sind», meint Spiess. «Als Jäger sind wir jedenfalls hellhörig geworden, wir müssen uns entsprechend einrichten. Von jetzt an nehmen wir auf die Jagd sicher entsprechende Munition mit, damit wir im Bedarfsfall umladen können.» Eine zusätzliche Ausbildung der Jäger ist nicht nötig. «Wir haben in unseren Lehrgängen zum Jäger gelernt, Wildschweine waidmännisch zu erlegen.»

Die Aussage der Abteilung Jagd und Fischerei des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, das Wildschwein komme im Aargau nur nördlich der A1 vor, muss also möglicherweise in Zukunft revidiert werden. Unbestritten ist: Das Wildschwein «sorgt für Freuden (Jagd, Wildbret) und Leiden (Wildschäden) zugleich». Mit verschiedenen Massnahmen wird versucht, die Schäden im landwirtschaftlichen Kulturland gering zu halten. Die Bestände hätten in den letzten Jahren massiv zugenommen. Ähnlich würden sich die Schäden im Kulturland entwickeln. «Im Aargau werden pro Jahr zwischen 500 und 1500 Wildschweine erlegt. Die Schäden belaufen sich jährlich auf rund 500 000 Franken», hält die Abteilung Jagd und Fischerei weiter fest.

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