Freiamt

Das Freiamt hilft rund um die Welt – wir stellen vier Beispiele vor

Im Freiamt gibt es diverse Hilfsorganisationen und Stiftungen, die in verschiedenen Bereichen überall auf der Welt Gutes tun. Die AZ Freiamt zeigt vier Beispiele dieser Organisationen, was sie erreicht und was sie mit den Spenden noch vorhaben.

1. Die Häggligerin Marielle Furter baut Kindergärten im Senegal

Marielle Furter mit Kindern aus ihrem Kindergarten.

Marielle Furter mit Kindern aus ihrem Kindergarten.

Seit fünf Jahren kehrt die Häggligerin Marielle Furter immer wieder in den Senegal zurück und fördert die Schulbildung der Kinder vor Ort. Vor vier Jahren setzte sie den ersten Spatenstich für ihren Kindergarten in Niaguis. Seitdem baute sie einen weiteren Kindergarten in Goudiabya, setzt sich ausserdem für die Renovierung von bestehenden Kindergärten ein und unterrichtet selbst im Senegal.

Dieses Jahr hat sich Marielle Furter mit keinem neuen Kindergarten auseinandergesetzt, sondern sich auf die bestehenden konzentriert. «Wir haben vor allem in die weitere Einrichtung der Klassenräume, Spielzeug und Gebrauchsmaterial investiert», heisst es in ihrem Schreiben an die AZ. «Es ist uns wichtig, dass ein neu gebauter Kindergarten das erste Jahr gut betreut und begleitet wird, bevor wir das nächste Gebäude aufstellen.» So konnte Furter ihr Wirkungsfeld weiter ausbauen, ohne einen neuen Kindergarten zu errichten. «Ich kann so vielen Kindern zu einem förderlichen Unterricht mit Spiel und Spass verhelfen, womit eine erstaunliche Entwicklung ihnen zu beobachten ist. Es ist zwar gegen aussen weniger spektakulär als ein Neubau, aber mindestens so wichtig, dass die Kinder danach auch von einem vielseitigen Unterricht profitieren können», schreibt Marielle Furter weiter.

Momentan steckt sie bereits in den Verhandlungen für die Bauten 2020. Ihr Ziel ist es, bestehende Kindergärten in ganz Sédhiou auszubauen. Sie schreibt: «Die aktuellen Einrichtungen sind oft an einer Schule angeschlossen, bestehen jedoch nur aus Bambusmatten.» Ausserdem sei kaum Material für den Unterricht vorhanden. «Es ist unser Ziel, allen Kindern in Sédhiou möglichst ähnliche Bedingungen für eine gute Vorschule zu schaffen und, wie im Quartier Goudiabya, für Chancengleichheit in der Kleinstadt zu sorgen.»

Mehr Informationen gibts auf kindergardens4senegal.org

2. Maison des Anges versorgt Waisenheim nun mit Solarstrom

Die neue Solaranlage auf dem Dach des Waisenheims.

Die neue Solaranlage auf dem Dach des Waisenheims.

Miranda und Markus Bammert, die beiden Gründer des Hilfsprojekts Maison des Anges, adoptierten 2012 zwei Mädchen aus einem Waisenheim in Haiti. Sie selbst bereisten das Land und sahen das Leid vor Ort. Das Waisenheim, von dem sie ihre Schützlinge adoptiert hatten, drohte zu schliessen. Um dies zu verhindern und um Grösseres zu bewirken, gründeten sie 2015 «Maison des Anges».

Dieses Jahr haben sie nun ihr bisher grösstes Projekt in Haiti fertiggestellt: eine Solaranlage auf dem Dach des Kinderheims. Die Arbeit hatte lange angedauert, und auch das Auftreiben der 190000 Franken für die Anlage war nicht einfach. Die politischen Unruhen im Land halfen beim Vorhaben auch nicht. Umso grösser war die Freude, als Anfang Dezember die Anlage funktionierte. Tagelange Stromausfälle und horrende Dieselrechnungen gehören der Vergangenheit an. Das bedeutet eine riesige Erleichterung für die hundert Kinder und 65 Angestellten des Kinderheims.

Die Präsidentin des Vereins, Miranda Bammert-Zahn, schreibt: «Ein solch grosses Projekt trauten wir uns am Anfang nicht zu. Mithilfe einer französischen und einer deutschen Organisation kam die Finanzierung zustande. In dieser unstabilen und gefährlichen Zeit hat das Kinderheim nun eine Sorge weniger.»

Der nächste Schritt ist die Erweiterung der Krankenstation. Bisher gibt es im Heim nur zwei notdürftige Behandlungszimmer. Mit 16000 Franken wollen sie dies verbessern und neues Personal ausbilden. Das Ziel von «Maison des Anges» ist es, nicht nur die Kinder des Heims, sondern auch andere Personen behandeln zu können. «Das Solarprojekt hat gezeigt, dass wir einen Unterschied machen», so Bammert. «Das gilt auch für die Krankenstation.»

Mehr Informationen gibts auf mda-haiti.ch

3. Zahnfee Daniela Frey bringt ihr Fachwissen in die Karibik

Daniela Frey brachte den Kindern in der Karibik Zahnbürsten.

Daniela Frey brachte den Kindern in der Karibik Zahnbürsten.

Die Dentalhygienikerin Daniela Frey setzt sich in der Karibik für eine bessere Mundhygiene ein. Mindestens einmal pro Jahr kehrt sie nach Haiti und in die Dominikanische Republik zurück. Dort leitet sie ihr Hilfsprojekt «Bella Risa», was so viel bedeutet wie schönes Lachen. Sie bringt den Kindern bei, wie man sich die Zähne richtig putzt, und hat Zahnbürsten und andere Hilfsgüter aus der Schweiz im Gepäck. Sie schreibt: «Als Schweizerin habe ich das Privileg, in den schönen, aber eben auch von Armut betroffenen Ländern Urlaub zu machen. Mit meinem Engagement möchte ich etwas zurückgeben.»

Dieses Jahr brachte sie aber noch mehr als nur Zahnpflegeprodukte über den Atlantik. Bei ihrer Anreise hatte die Freiämterin nicht mehr nur einen Koffer, sondern gleich einen ganzen Container mit Möbeln dabei. Wie üblich gab es aber trotzdem die Workshops und Weiterbildung zum Thema Mundhygiene. Ihr Motto ist: «Vorbeugen ist besser als heilen.» Das Problem sieht sie darin, dass man nicht gelerntes Wissen auch nicht weitergeben kann. So schulte sie zusätzlich eine Einheimische zur Schulzahninstruktorin, um ihr Wissen weiter zu reichen.

Nach diesem anstrengenden Jahr will es die Dentalhygienikerin aber wieder etwas langsamer angehen. Es handelt sich bei ihr immerhin noch um eine Privatperson und hat keine Stiftung. So wird es im nächsten Jahr wieder den üblichen Besuch mit Zahnpflegeprodukten und Workshops geben. Frey hat aber auch vor, ihr Gebiet in der Karibik, in dem sie über Zahnpflege aufklärt, zu vergrössern und regelmässiger Besuche zu halten. Damit will sie einen nachhaltigen Lerneffekt erzielen. Ein weiteres Ziel ist, mehr Einheimische auszubilden, um so Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Mehr Informationen gibt’s auf bellarisa.jimdofree.com

4. Harriet Suter kümmert sich um Waisen in Uganda

Einige der Schützlinge von Harriet Suter in Uganda.

Einige der Schützlinge von Harriet Suter in Uganda.

Harriet Suter ist selbst in Uganda geboren und aufgewachsen. Seit sie 17 ist, nimmt sie immer wieder Waisenkinder bei sich auf und gründete das Hilfsprojekt «Vision4UgandaKids». Dieses setzt sich das Ziel, den unzähligen Waisen im Land zu helfen. Zurzeit lebt Harriet Suter in Wohlen und leitet ihr Hilfsprojekt vom Freiamt aus, kehrt aber immer wieder in ihre Heimat zurück. Ihr Ziel für das Projekt «Vision4UgandaKids»: Wasser, Essen, Bildung und ein Dach über dem Kopf für die Waisen.

Dieses Jahr konnten sie nun zwei grosse Erfolge verzeichnen. Nach dem Riesenerfolg des afrikanischen Abends in der Bleichi Wohlen hatten sie genug Geld beisammen, um allen Kindern endlich ein Bett gewährleisten zu können. Sie kaufte neue Matratzen, Kissen und Bettbezüge. Ein kleiner, aber notwendiger Schritt, der den Kindern in Uganda eine grosse Freude bereitete. Eine weitere Errungenschaft der Stiftung ist der Bau eines Brunnens, der die Wasserversorgung für das Waisenheim gewährleistet. Das Wichtigste ist aber immer noch, dass alle 33 Waisenkinder versorgt werden konnten. Eine der Waisen, die im Heim aufgewachsen ist, heiratete dieses Jahr. Sie wohnt immer noch in der Nähe und unterstützt das Heim nach wie vor.

Auch nächstes Jahr ist das Ziel wieder, stetig die Lebensqualität der Kinder zu verbessern. «Es ist ein langer Weg, aber jeder noch so kleine Schritt lohnt sich. Dafür setzen wir uns mit jedem Franken ein», schreibt die Hilfsorganisation «Vision4UgandaKids». Ein grösseres Projekt, das sie aber noch nächstes Jahr planen möchten, ist der Bau eines neuen Waisenhauses. Das beansprucht zwar viel Geld und Ressourcen, ist für die Kinder aber notwendig.

Mehr Informationen gibts auf vision4ugandakids.ch

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