Es war ein glücklicher Zufall: Hermann und Barbara Bütler zeigten am Samstag den Neubau ihres Unternehmens Bütler Elektro Telecom AG in Muri und die CVP führte ihr Café Fédéral in den neuen Räumlichkeiten durch. Rund 300 Personen kamen, um Bundesrätin Doris Leuthard zuzuhören und den Minergie-P-zertifizierten Neubau zu besichtigen.

Es braucht Unternehmer wie Bütler, die Pioniergeist zeigen und Veränderungen wagen. Das betonte Leuthard in ihrem Referat zur Energiepolitik. Die Schweiz sei stark geworden, weil man sich hier immer wieder auf neue Situationen eingestellt hat und innovativ geworden ist. Das verlangt heute auch die Energieversorgung. «Wir sind noch immer zu 80 Prozent vom Ausland abhängig», erklärte Leuthard. Weil auch wegen des Klimawandels ein Ziel sein muss, möglichst von den fossilen Energieträgern wegzukommen, kommt der Elektrizität in Zukunft besondere Bedeutung zu.

Neue Kernkraftwerke seien keine Option mehr, weil sie zu teuer sind und ein zu grosses Risiko bergen. «Aber wir haben Alternativen in Form erneuerbarer Energie», führte die Vorsteherin des Departementes Umwelt, Verkehr und Energie aus. Mit der Nutzung der Sonnenenergie würden sich grosse Möglichkeiten auftun, aber auch die Verwendung energiesparender Geräte und Beleuchtungen sowie eine effizientere Mobilität müssten einen wesentlichen Beitrag zur Einsparung von Energie leisten. Gerade das Freiamt habe viel Potenzial und könnte zur «Energieregion» werden, die vom Bund logistisch und auch finanziell unterstützt wird. «Das Freiamt hat jede Menge Holz und Biomasse», sagte Leuthard und brachte auch indirekt den Windpark Lindenberg ins Gespräch.

Verantwortung wahrnehmen

Hermann Bütler freute sich, mit Bundesrätin Doris Leuthard «die Chefin der Stromer» begrüssen zu können. Ausschlaggebend für seinen Neubau waren Platzprobleme am alten Standort des Unternehmens in Beinwil. «Nicht zuletzt der AKW-Unfall in Fukushima hat in unserer Familie zu einem Umdenken geführt», meinte Bütler. Deshalb sei es für ihn, seine Frau und ihre beiden Töchter schnell klar gewesen, dass der Neubau in Muri im Minergie-P-Standard ausgeführt werden soll. Es ist heute einer der ersten in diesem Standard zertifizierten Gewerbebauten. «Wir wollen unsere Verantwortung auch als Unternehmer wahrnehmen.»

Jetzt sorgt eine Photovoltaikanlage für den Strom, eine Erdsondenheizung für Wärme im Winter, eine kontrollierte Lüftung für den auch energetisch richtigen Luftaustausch und eine Beleuchtung mit LED-Leuchtmitteln für geringen Stromverbrauch. Ein intelligentes Beschattungssystem steht ebenso im Einsatz wie ein Speichermodul für den Strom. «Wir könnten einen Tag ohne den Strom von der Energie Freiamt AG auskommen», sagte Bütler. Die Stromspeicherung ist zwar noch nicht der Weisheit letzter Schluss, «aber für uns und unsere Lehrlinge wichtig, um in diesem Bereich Erfahrungen zu sammeln.»

Hermann Bütler hat vor 33 Jahren als Einmannbetrieb angefangen. Heute werden 65 Angestellte beschäftigt, davon 19 Lehrlinge. Aus- und Weiterbildung sind ein wichtiges Anliegen des Firmengründers.