Freiamt

Das Freiamt geht an die Olma: Die Invasion der Strohhüte

Der Feuerwehrverein Rietenberg an seinem 10-Jahr-Jubiläum. Archiv/AZ

Der Feuerwehrverein Rietenberg an seinem 10-Jahr-Jubiläum. Archiv/AZ

Fahrzeuge werden poliert, Strohhüte gebastelt, Formationsübungen perfektioniert. Das Freiamt bereitet sich auf den Umzug an der Olma vor.

Olma – die Zeit der Bratwürste und Säuli-Rennen. Dieses Jahr aber auch die Zeit der Strohhüte. Denn das Freiamt ist im Oktober Teil der Messe für Landwirtschaft und Ernährung und bringt seine Traditionen mit nach St. Gallen.

Under anderem das Strohflechten. Das Kultursekretariat Wohlen koordiniert einen dieser Freiämter Auftritte, mit denen der Gastkanton Aargau am Umzug vertreten ist. «Gemeinsam mit der Göttigesellschaft 1805 bauen wir einen Umzugswagen zum Thema Strohindustrie», sagt Claudia Nick vom Kultursekretariat.

Mit Eiffelturm und überdimensionalem Strohhut fahren sie am 10. Oktober durch St. Gallen und basteln vor Ort Hüte für die Zuschauer. Mit 40 Teilnehmern ist «Chly Paris» an der Olma vor Ort. «Selbstverständlich alle mit Strohhut», hält Nick fest.

Bewegtes Bilderbuch

Der Kanton Aargau rührt für seinen Gastauftritt an der St. Galler Messe mit der grossen Kelle an. Rund 1800 Personen und 150 Tiere laufen in 45 Sujets am Umzug mit; 1,5 Millionen Franken aus den Swisslos-Fonds setzt der Regierungsrat für einen farbenfrohen und kreativen Auftritt ein.

Ziel ist es, ein «bewegtes Bilderbuch zu erzeugen. Das Motto und somit der Titel dieses Bilderbuches: «Aargau – Menschen machen Zukunft.»

Theo Hagenbuch, Vizepräsident des Feuerwehrvereins Rietenberg, war überrascht, dass auch sie einen Platz im Programm fanden, obwohl sie die Vergangenheit repräsentieren. Der 2002 gegründete Verein aus Villmergen setzt sich für die Erhaltung alter Feuerwehrmaterialien ein.

Überzeugt hat den Kanton Aargau entweder das Bewerbungsvideo des Vereins oder Theo Hagenbuchs Einwand: «Ich sagte zu den Organisatoren, Zukunft braucht Herkunft.» Somit werden 28 Mitglieder des Vereins am 10. Oktober in der Ostschweiz ihre alten Uniformen präsentieren, in lockerer Formation, ausgerüstet mit Nagelschuhen.

Zum Löschen kommt die Feuerwehrtruppe erst nach dem Umzug: «Wir dürfen unsere Handdruckspritze nicht in Betrieb nehmen», sagt Hagenbuch, «dafür müssten wir die beiden Pferde abspannen und würden damit den Umzug aufhalten.»

Der Umzugsbeitrag von Hanspeter Setz hat mehr als zwei Pferdestärken. Aus seinem Automuseum in Dottikon fahren sieben Fahrzeuge an die Olma. Drei alte und vier neue, die bis hin ins Futuristische reichen.

«Der Kanton hat uns angefragt», sagt Reto Setz vom Setz Autorama und ergänzt: «Die Teilnahme ist für uns eine grosse Ehre.» Bereits die Fahrt nach St. Gallen werde in den aussergewöhnlichen Fahrzeugen zum Erlebnis.

Nur das Elektroauto aus dem Jahr 1914 wird nach St. Gallen transportiert. Der Oldtimer bringt maximal 40 Stundenkilometer und hat eine Reichweite von 40 Kilometern. Auf den 116 Kilometern nach St. Gallen wären zwei Boxenstopps fällig, ganz abgesehen vom Schneckentempo. Weiter am Umzug vertreten sind die Trachtengruppe Sins sowie die Pferdezucht Bremgarten.

Für die Vereine aus dem Freiamt wird der 10. Oktober ein spezieller Tag. «Für uns ist die Olma eine grosse Sache», sagt stellvertretend Theo Hagenbuch vom Feuerwehrverein Rietenberg. Klar ist schon jetzt: An der diesjährigen Olma wird man so viele Strohhüte sehen wie noch nie.

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