Hägglingen

Das Forsthaus wurde aufgefrischt: Der Putzkasten ist im Männer-WC

Stephan Nauer, Ortsbürgerkommissions-Präsident (an der Bar, links), bei der Präsentation des sanierten Hägglinger Forsthauses.

Stephan Nauer, Ortsbürgerkommissions-Präsident (an der Bar, links), bei der Präsentation des sanierten Hägglinger Forsthauses.

In Hägglingen konnte die Bevölkerung das für 170'000 Franken sanierte Forsthaus der Ortsbürger besichtigen.

An das Lied vom alten Haus von Rocky Docky erinnert der Zustand des Hägglinger Forsthauses vor der Sanierung: Es knarrte und stöhnte und wartete jeden Abend aufs neue Morgenrot...

Nun, ganz so baufällig war das vor 50 Jahren erbaute Haus natürlich nicht. «Es wurden schon lange diese und jene Verbesserungs- und Änderungswünsche an uns herangetragen, und trotz laufendem Unterhalt in der Vergangenheit – unter anderem mit einem Anschluss an die Kanalisation vor etwa acht Jahren – wurde eine Auffrischung des Gebäudes fällig», schilderte Stephan Nauer, Präsident der Ortsbürgerkommission, gegenüber der AZ.

Die Isolation der Wände war ungenügend

Vor allem die Isolation der Wände im Aufenthaltsraum sei ungenügend gewesen, denn zwischen einzelnen Balken der Blockhauskonstruktion habe man sehr gut nach draussen sehen können. Dementsprechend war man im Haus stets der Zugluft ausgesetzt.

Das einheimische Gewerbe und die beteiligten Handwerker haben das Forsthaus in nur einem Monat in ein Bijou verwandelt. Nachdem am 14. Juni die Ortsbürger-Gemeindeversammlung einen Kredit von 170 '000 Franken für die Erneuerung bewilligt hatte, begannen die Arbeiten Ende August. Die Renovation umfasste die Erneuerung der sanitären Einrichtungen mit einem Wickeltisch in der Frauen-Toilette. Dafür befindet sich der Putzkasten im Männer-WC.

Zur Vergrösserung des Eingangsbereichs wurde der Haupteingang verlegt. Die Küche wurde umgestaltet und am Eingang zum Aufenthaltsraum eine Bar eingebaut. Für die Wärme im Gebäude sorgt in Zukunft unter anderem eine kleine Wärmepumpen-Heizung. Die Wärmedämmung/Isolation von innen ist neu sowie die Isolation des Estrichs und der Kellerdecke.

Ausserdem gab es neue Fenster und neue Türen. Die Innengestaltung erfuhr einige Maler- und Schreinerarbeiten. Die Wände wurden mit dekorativem gehacktem Täfer verkleidet, eine Gipsdecke und Sichtbalken eingebaut. Installiert wurde eine Multimedia-Einrichtung mit Beamer und Musikanlage.

Für 200 Franken kann man sich einen Stuhl sichern

Ein neuer Plattenboden wurde verlegt und die Tischplatten ersetzt. «Wie man sieht, passt die Bestuhlung nicht mehr zu den Tischen und dem neuen Interieur. Wir haben deshalb eine Beschaffungsaktion für 60 Stühle vorgesehen. Jeden Stuhl kann man sich für 200 Franken sichern und seinen Namen auf der Rückenlehne eingravieren lassen», so Stephan Nauer.

Die Zahlen der Vermietungen des Forsthauses Hägglingen zeigen, dass es für die Durchführung von Festen und Anlässen aller Art sehr beliebt ist: 14 620 Franken konnten voriges Jahr aus der Vermietung des Forsthauses eingenommen werden (budgetier waren 21 000 Franken). Im Jahr 2017 flossen rund 8800 Fanken an Benützungsgebühren in die Ortsbürgerkasse.

Das Haus erfreut sich bei Vereinen und privaten Benützern grosser Beliebtheit. 2018 erteilte die Gemeindekanzlei 82 Benützungsbewilligungen.

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