In der 10-Uhr-Pause herrscht alles andere als Ruhe auf dem Schulhof der Primarschule Dorf in Villmergen. Das ist weiter nichts Besonderes. Es wird gespielt, gegessen und gelacht. Einzig die Tannzweige und der Adventskranz, die auf dem Boden liegen, lassen vermuten, dass diese Pause vielleicht doch nicht ganz normal verlaufen wird. Und tatsächlich: Um Punkt 10 Uhr fangen neun Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Musiklehrerin Anna Dähler an, auf ihren Blockflöten zu spielen.

Einige Mitschüler unterbrechen schlagartig ihr Fangis-Spiel und bleiben wie angewurzelt stehen, um gespannt der Musik zu lauschen. Auf dem Programm stehen weihnachtliche Melodien. «Gäll esch cool?», fragt ein Mädchen ihre Freundin begeistert, diese nickt eifrig. Neben den Kindern stehen Mütter mit gezückten Handys. Sie filmen ihre Sprösslinge stolz aus jedem erdenklichen Winkel und laufen dabei von einer Seite auf die andere. Bewegung ist am Montagmorgen nicht die schlechteste Idee, es ist bitterkalt.

Den Nachwuchsmusikern macht der Auftritt bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt jedoch nichts aus. Im Gegenteil, sie scheinen richtig Freude zu haben. «Flöte zu spielen ist unser Hobby, es macht einfach Spass, damit aufzutreten. Kalt habe ich nicht, ich habe ja eine dicke Jacke an», erzählt die 9-jährige Lia.

Verplante Notenhüpfer

Die neun Nachwuchsmusikerinnen und -musiker sind alle Mitglied beim Villmerger Blockflötenensemble, den «Notenhüpfern». Sie alle sind im Alter zwischen acht und zwölf Jahren. Der Kalender der Gruppe ist gerade in der Adventszeit ziemlich ausgelastet. Während des Wohler Adventsmarkts im Isler Areal und in der Kirche durften die Schüler bereits auftreten. Auch die Vorfreude auf die nächsten Konzerte sind riesig. Sarah (9) erzählt: «Am meisten freue ich mich auf ‹Der Schäfer›.» Das ist ein Stück, bei dem die Kinder neben der Musik auch je einen Satz sagen müssen, wie die 10-jährige Gianna aufgeregt erläutert: «Wir erzählen eine Geschichte und begleiten sie selber mit Musik, das gefällt mir sehr.»

Mit der Zeit können die meisten der kleinen Zuschauer nicht mehr still stehen und gehen wieder spielen, was dem Konzert eine interessante Hintergrundmusik verleiht. Trotzdem stehen während der gesamten Pause immer etwa zehn gespannte Kinder in einer Reihe vor den begeisterten, gleichaltrigen Musikern.

Die sind während ihres ganzen Auftrittes sehr konzentriert. Der eine oder andere wird sogar etwas rot im Gesicht. Ob das wegen der Nervosität oder doch nur wegen der Kälte ist, bleibt wohl offen. Am Ende der Pause haben auf jeden Fall alle ein Strahlen im Gesicht.