Bremgarten

«Das Extreme ist nicht meine Position»: Die neue Co-Präsidentin der Jungen CVP Aargau im Interview

Bekam nicht nur positives Feedback auf ihr politisches Engagement: Jacqueline Wick, Co-Präsidentin der Jungen CVP Aargau.

Bekam nicht nur positives Feedback auf ihr politisches Engagement: Jacqueline Wick, Co-Präsidentin der Jungen CVP Aargau.

Die Bremgarterin Jacqueline Wick präsidiert seit knapp einem Monat die Junge CVP des Kantons Aargau. Mit der AZ hat sie über die Klimajugend, Bildung und ihre politische Zukunft gesprochen.

Mittwochnachmittag im Café Marco Polo in Bremgarten. Jacqueline Wick bestellt sich einen Cappuccino. Die 19-jährige Bremgarterin wurde Mitte Januar zur neuen Co-Präsidentin der Jungen CVP Aargau gewählt.

Frau Wick, warum die CVP?

Ich kenne die CVP schon lange, meine ganze Familie ist Mitglied und meine Mutter ist CVP-Grossrätin. Die Partei veranstaltet spannende Anlässe, und mir gefällt, dass sie eine Partei der Mitte ist. Die Werte Freiheit, gleiche Rechte und Solidarität bedeuten mir viel.

Seit wann interessieren Sie sich für Politik?

In meiner Familie war Politik immer ein Thema, ich wuchs damit auf. Mit 18 Jahren trat ich dann der CVP bei.

Wie reagierten Ihre Kolleginnen und Kollegen darauf?

Ich habe meinen Parteieintritt nicht gross thematisiert. Aber während der Nationalratswahlen wussten es dann alle, ich habe ja kandidiert und sie haben mein Plakat gesehen. Jetzt kommen sie häufiger auf mich zu und fragen, wie ich abgestimmt habe. Viele schienen überrascht, dass ich mich politisch engagiere – weil ich so jung bin. Aber dann gibt es natürlich noch jene, die denken, die CVP sei nur Kirche. Ich erkläre dann, dass die CVP christliche Werte vertritt, die universell anwendbar sind und die viele Leute leben, obwohl sie nicht gläubig sind.

Sie besuchen die Kantonsschule Baden, gab es auch Rückmeldungen von den Lehrern?

Ja. Bei den Wahlen haben einige gesagt, dass sie es toll finden, dass ich mich als junge Frau politisch engagiere. Andere fanden meine Kandidatur weniger gut.

Warum?

Sie sagten, ich würde ja eh nicht gewählt werden.

Sie wurden nicht gewählt.

Trotzdem finde ich es wichtig, dass junge Menschen politisch aktiv sind. Die Aargauer Jugend muss sich mehr engagieren. Ich finde, in der Schule müsste Politik stärker thematisiert werden. Dann würde es die Jungen vielleicht mehr interessieren.

Ist von Ihren Kolleginnen und Kollegen noch jemand in einer Jungpartei?

Nein. Viele machen bei den Klimaprotesten mit, sind aber in keiner Partei.

Gehen Sie auch fürs Klima auf die Strasse?

Das Thema Umweltschutz ist mir sehr wichtig. Aber ich nehme an keinen Demonstrationen teil. Das Extreme ist nicht meine Position, ich bin lösungsorientiert. Die Klimajugend macht zwar aufs Problem aufmerksam, doch jetzt muss man Lösungen finden. Ich finde es wichtig, dass die Energiestrategie 2050 wirklich eingehalten wird, und dass in Forschung und erneuerbare Energien investiert wird. Selbst fliege ich nicht viel, esse wenig Fleisch und vermeide Plastik, so gut es geht.

Für was wollen Sie sich als Co-Präsidentin der Jungen CVP Aargau einsetzen?

Für die Umweltthematik, politische Bildung und Bildung allgemein. Ich stecke ja gerade mitten im System. Mich stört besonders, dass wir im Aargau 13 Jahre bis zur Matura haben. In anderen Kantonen sind es nur zwölf.

Was wollen Sie in der Partei selbst erreichen?

Wir wollen viel mit der CVP Aargau zusammenarbeiten und die Nachwuchsförderung stärker thematisieren – auch im Hinblick auf die kommenden Grossratswahlen. Momentan haben wir rund 50 Mitglieder. Unser Ziel ist es, das so zu halten. Wir wollen mehr sein, als eine Partei, mehr als politisches Engagement, wir wollen auch mal zusammen etwas unternehmen.

Wie kam es, dass sie vom Mitglied der CVP ins Co-Präsidium der Jungen CVP gewählt wurden?

Der bisherige Präsident hörte auf und in der Jungpartei entstand die Idee des Co-Präsidiums, das ich mir jetzt mit Aaron Keller teile. So hat nicht nur jemand die Verantwortung, sondern man kann sie teilen und sich abwechseln. Aaron ist zum Beispiel gerade im Militär. Die Jungpartei und auch die CVP haben gesehen, dass ich mich engagiere, dass ich an vielen Anlässen war. Dann haben sie mich angefragt.

Wie haben Sie reagiert?

Ich hab mich natürlich sehr gefreut, in den Vorstand wollte ich auf jeden Fall. Ob ich das Präsidium antreten wollte, musste ich mir erst überlegen. Vor allem meine Mutter war etwas kritisch wegen des Arbeitsaufwands, der auf mich zukommt. Aber jetzt findet sie es gut, und ich auch. Das Präsidium macht Spass, ist abwechslungsreich und ich lerne viel dabei.

Wie sieht ihre politische Zukunft aus?

Ich schaue jetzt mal, wie es mit dem Co-Präsidium läuft, und würde gerne bei den Grossratswahlen kandidieren. Ich will auf jeden Fall in der Politik bleiben, ich bin ja noch jung und habe viele Möglichkeiten.

Und neben der Politik?

Nach der Matura im Frühling studiere ich Jura in Zürich. Meine Mutter ist auch Anwältin und ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals etwas anderes hätte werden wollen. Ich freue mich sehr aufs Studium.

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