Mit der Sanierung der Sinserstrasse in Abtwil sollen auch die Voraussetzungen geschaffen werden, das Ortsbild insgesamt zu verbessern und die Sicherheit des Fuss- und Veloverkehrs zu erhöhen. Ein von Vertretern der Gemeinde, des Departements Bau, Verkehr und Umwelt sowie von Verkehrsspezialisten erarbeitetes Betriebs- und Gestaltungskonzept zeigt auf, wie das geschehen soll.

Abtwil und der Kanton möchten das Konzept, welches Strassenbauarbeiten für etwa 3,5 Mio. Franken beinhaltet, in den nächsten Jahren umsetzen. Die Projektleitung beim Kanton liegt bei Manuel Baldi, Kreisingenieur in Wohlen.

Entlang der zu sanierenden Sinserstrasse (K346) in Abtwil stehen heute gut nutzbare Flächen leer und warten auf Entwicklung. Mit einer zielgerichteten Bebauung kann dieser Strassenraum attraktiv gestaltet werden. Als Ziel nennt das erarbeitete Konzept unter anderem nicht weniger als ein «einzigartiges Gesicht» für die Ortsdurchfahrt.

Während sich die verkehrstechnischen Verbesserungen auf die üblichen Massnahmen beschränken, soll der zentrale Knoten in seinen Dimensionen zurückgenommen werden. «So wird die Voraussetzung geschaffen, dass die Gemeinde in ihrem Zentrum einen attraktiven öffentlichen Raum erhält», heisst es im Konzept.

Drei Zonen

Mit dem Konzept werden drei Zonen zur Weiterbearbeitung definiert. Die Vorgartenzone auf der Nordseite der Strasse ist besonnt, vom durchgehenden Gehweg her einsehbar und gut geschmückt.

Dazu gehört der Vorplatz des Restaurants Balmer und auch der Kirchenplatz als Vorzeigegarten der Kirchgemeinde. Mit der Aufwertung der Vorgärten kann die Strasseninfrastruktur zurückhaltend und zweckmässig gestaltet werden.

Ein möglichst schmaler Querschnitt mit einer mindestens einseitig durchgehenden Fussgängerverbindung genüge den Anforderungen. Auf der Südseite der Strassen unterscheiden sich die Vorzonen zu den Gebäuden komplett von denjenigen auf der Nordseite der Strasse. Hier sei darauf zu achten, die Gebäude möglichst nah an die Strasse zu stellen und die Vorzonen dabei offen zu gestalten.

Grundeigentümer in der Pflicht

Das hier kurz zusammengefasste Potenzial entlang der Sinserstrasse zeigt zwar die wünschenswerten Möglichkeiten auf, aber auch die Grenzen: «Die Strasse allein kanns nicht. Auch die Grundeigentümer müssen ihre Verantwortung übernehmen», heisst es im Konzept. Die Regelung über die Vorgartenzone oder die Vorzone ist auf jeden Fall im Rahmen der kommunalen Bedingungen zu vollziehen.

Die Strasse selber wird in den nächsten Jahren auf einer Länge von rund 450 Metern für etwa 3,5 Mio. Franken saniert; der heutige Strassenbelag stammt von 1989 und hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht.

Durch die zentrale Lage der Schule, der Kirche, des Gemeindehauses und der Bushaltestelle – alles im Umfeld der Kreuzung – gehen Langsamverkehrsteilnehmende aus dem Siedlungsgebiet an die Kantonsstrasse, dieser entlang und queren nach Bedarf im Bereich der Kreuzung.

Diese wichtigste Querungsstelle über die Sinserstrasse wird auch aufgrund der dort angeordneten Bushaltestelle als Querung mit Fussgängerschutzinsel ausgestaltet. Der haltende Bus kann so nicht überholt werden, was die Sicherheit der Fussgänger gewährleistet.

Im weiteren Verlauf der Strasse gibt es keine Stellen, die von den auftretenden Frequenzen her einen Fussgängerstreifen rechtfertigen würden.