Oberlunkhofen

«Das Dorf mit Herzblut geprägt»: Nach 33 Jahren geht der Kanzler Erwin Eichenberger in Pension

Der Oberlunkhofer Gemeindeschreiber Erwin Eichenberger enthüllt die Tafel seines Fussweges.

Der Oberlunkhofer Gemeindeschreiber Erwin Eichenberger enthüllt die Tafel seines Fussweges.

Nach 33 Jahren geht Erwin Eichenberger in Pension. Gestern verabschiedete sich der allseits geschätzte Kanzler von Oberlunkhofen. Als Abschiedsgeschenk erhielt Eichenberger einen eigenen Fussweg, der seinen Namen trägt.

Ein guter Gemeindeschreiber weiss, was in seiner Gemeinde läuft. Erwin Eichenberger, der nach 33 Jahren als Kanzler von Oberlunkhofen in Pension geht, war einer dieser Sorte. Doch vom aktuellsten Projekt, das in seiner Gemeinde verwirklicht worden ist, hatte er bis gestern Abend an seinem letzten Arbeitstag keinen blassen Schimmer. Und das, obwohl es direkt vor seiner Haustüre umgesetzt wurde.

Zum Abschied ein Fussweg mit seinem Namen

Der Fussweg zwischen Zugerstrasse und Schmidtenbaumgarten, über den er täglich zur Arbeit gegangen ist, trägt jetzt seinen Namen. «Erwin-Eichenberger-Weg» steht auf zwei blauen Schildern – eines oben an der Zugerstrasse und eines unten am Schmidtenbaumgarten. Die von seinen Gemeinderatskolleginnen und -kollegen sowie den Mitarbeitenden auf der Verwaltung inszenierte Überraschung ist gelungen. «Hei ei ei», sagte Eichenberger und gleich noch einmal «Hei ei ei». Dann verschlug ihm die (verdiente) Ehrung für ein paar Minuten die Sprache.

Urs Bürgi vertrat als dienstältester Gemeinderat den wegen Krankheit leider verhinderten Gemeindeammann Alain Maître. «Du hast 33 Jahre lang pflichtbewusst und treu für unsere Gemeinde gearbeitet. Das ist eine ausserordentliche Leistung», würdigte er Eichenberger und verglich den Job des Gemeindeschreibers mit jenem eines Pfarrers: «Der Kanzler schreibt zur Geburt eines Kindes im Dorf eine Gratulationskarte und hat mit diesem Menschen auch später immer wieder Kontakt.»

Erwin Eichenberger habe für die Bevölkerung stets ein offenes Ohr gehabt und sei entsprechend geschätzt worden: «Du hast das Dorf mit Engagement und Herzblut geprägt und mitgestaltet. Mit Dir zusammenarbeiten zu dürfen war nicht nur auf der fachlichen Ebene toll, es war auch menschlich eine sehr gute Erfahrung.»

Vom Elektromonteur zum Gemeindeschreiber

Der in Niederlenz aufgewachsene Erwin Eichenberger kam als Quereinsteiger zum Kanzleramt. Er hatte Elektromonteur gelernt, sich zum Betriebsfachmann weitergebildet und später auf das Grundbuchamt in Lenzburg gewechselt.

Dann arbeitete er auf der Gemeindeverwaltung in Niederlenz, stellte auf der Stadtverwaltung Rheinfelden die Einwohnerkontrolle auf EDV um und nahm berufsbegleitend die Gemeindeschreiber-Ausbildung in Angriff. Seinen Wechsel als Gemeindeschreiber ins Kelleramt hat er nie bereut: «Es war eine tolle Zeit, ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen und das Verhältnis mit dem Gemeinderat war über all die Jahre sehr gut», lobt er.

Auch den Kontakt zur Bevölkerung haben er und seine Gattin Isabella rasch gefunden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich beide in den örtlichen Vereinen engagiert haben. Erwin Eichenberger war unter anderem mehrere Jahre Präsident des örtlichen Musikvereins, seine Frau leitet aktuell die regionale Musikschule. 2006 sind Erwin und Isabella Eichenberger auch Ortsbürger geworden. «Wir fühlen uns wohl da», sagt der abtretende Gemeindeschreiber, «Oberlunkhofen ist nicht nur eine schön gelegene Gemeinde, sondern auch ein intaktes Dorf, in dem man auch im Alter leben kann.»

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