Gemeindeversammlung
«Das Dach ist überall undicht» – Sinser sprechen Geld zur Sanierung des Amtshauses Meienberg

In Sins entschieden die Stimmberechtigten über zwei grössere Investitionen und der Gemeinderat orientierte zum Kulturbau Küngsmatt.

Melanie Burgener
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Einwohnergemeindeversammlung Sins

Einwohnergemeindeversammlung Sins

Aargauer Zeitung

«Eigentlich ist es klar», betonte Gemeindeammann Josef Huwiler. «Für das Amtshaus Meienberg ist die Stiftung Städtchen Meienberg zuständig.»

Dass der Gemeinderat Sins an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Mittwoch trotzdem einen Investitionsbeitrag von 500'000 Franken beantragte, konnten nicht alle der anwesenden 89 von insgesamt 2744 Stimmberechtigten begreifen. Das zeigten einzelne Stimmen aus dem Publikum.

Sinser wollen, dass das Amtshaus saniert wird

Dass das historische Gebäude in Meienberg saniert werden muss, ist nicht neu. «Seit den 50er-Jahren im letzten Jahrhundert spricht man davon», so Huwiler.

Jetzt könne man es nicht weiter aufschieben, antwortete er auf die Frage nach der zeitlichen Dringlichkeit des Projekts. «Das Dach ist überall undicht. Ausserdem steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Wir dürfen es gar nicht zusammenfallen lassen.»

Damit Stiftungsbeiträge und Gelder der Kantonalen Denkmalpflege fliessen würden, müsste auch die Gemeinde sich beteiligen. Die Finanzen habe man dafür gut abgewogen. Man gehe nicht davon aus, dass Corona einen wesentlichen Einfluss auf die Finanzen der ländlichen Gemeinde haben werde, so Huwiler.

Eine Stimme gegen die Ausgaben von 350'000 Franken

Die Investition ins Amtshaus schliesse eine Unterstützung von Vereinen der Gemeinde auch nicht aus, konnte Huwiler einen besorgten Bürger beruhigen. Seine Argumente überzeugten. Dem Antrag wurde mit nur vier Gegenstimmen und fünf Enthaltungen zugestimmt. «Wir versprechen, dass wir etwas Gutes daraus machen», erklärte der Gemeindeammann.

Weiteren Diskussionsbedarf gab es in der Mehrzweckhalle Ammannsmatt keinen. Nach einer kurzen Ausführung zum Projekt hiessen die Stimmbürger auch die Krediterteilung für die Schul- und Sportanlage Letten fast einstimmig gut.

Nur eine Person war gegen die Ausgaben von 350'000 Franken. Mit diesem Betrag sollen zum Abschluss der Gesamtsanierung der Aussenanlagen im Letten nun auch die beiden Spielfelder als Kunstrasen und der Allwetterplatz instand gestellt werden. «Beide Plätze werden viel benützt. Der Belag ist abgewetzt und bietet keinen Halt und keine Sicherheit mehr», erklärte Gemeinderätin Yvonne Notter-Hertlein.

Alle anderen der insgesamt acht Traktanden, darunter eine Kreditabrechnung und das Budget 2021, wurden einstimmig genehmigt.

Sinser Kultur soll eigenes Zuhause erhalten

Unter «Verschiedenes» orientierte Huwiler zum Schluss die Anwesenden über die Pläne auf dem Areal Küngsmatt. «Schon länger befasst sich die Kirchgemeinde mit einem Kulturbau.» Dabei wolle die Einwohner gemeinde Unterstützung bieten.

Geplant seien ein Saal für rund 300 Leute mit Bühne für kulturelle Anlässe, eine Bibliothek und eine Ludothek sowie einige klassenzimmerähnliche Räume für Proben oder Religionsunterricht. Im Untergeschoss soll sich das Kino Cinepol einmieten.

Somit könne die Dreifachturnhalle Ammannsmatt wieder ausschliesslich für Sport genützt werden. Weitere Details werden an der kommenden Kirchgemeindeversammlung vom Mittwoch, 2. Dezember, besprochen.

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