Nicht alle Fische leben im Wasser – es gibt auch solche, die sich an Land befinden. Ein Beispiel gefällig? Bei der sanierten Kreuzung Bünzbrücke im Zentrum von Waltenschwil bilden ein riesiger Fischkopf und drei Fischschwänze einen Blickfang. Der Kiesplatz, auf dem die Kunstwerke stehen, symbolisiert das Bachbett.

«Viele positive Reaktionen»

«Wir haben Freude daran, und aufgrund der vielen positiven Reaktionen, die der Gemeinderat bisher zur Kenntnis nehmen konnte, gefallen die Holz-Skulpturen der Mehrheit der Bevölkerung», war von Vizeammann Domenic Philipp zu erfahren.

Das zeigte sich auch sehr deutlich am Strassenfest im November 2015, das zum Abschluss der gesamten Bauarbeiten im Zentrum durchgeführt wurde, die gut anderthalb Jahre gedauert haben: «Es nahmen zwischen 600 und 700 Personen teil. Aus der Bevölkerung wurde inzwischen auch schon angeregt, das Strassenfest künftig jedes Jahr durchzuführen. Es ist diesbezüglich noch nichts entschieden», sagte der Vizeammann.

«Für uns war klar, dass wir den Platz gestalten wollten. Da ein paar vorgelegte Entwürfe nicht überzeugten, fiel die Wahl auf einen professionellen Künstler, von dem in unserer Gemeinde schon andere Werke existieren», führte Domenic Philipp weiter aus. Es handelt sich um den Bildhauer Alex Schaufelbühl, der die Fischskulpturen im Rahmen der Waltenschwiler Strassensanierung kreiert hat. Das Atelier des Freiämter Bildhauers befindet sich im Reusspark in Niederwil, er lebt in Wettingen.

Fische neben der Bünz

Der Künstler hatte von Anfang an die Idee gehabt, acht Meter neben der vorbeifliessenden Bünz auf dem dafür vorgesehenen Platz Fische aufzustellen «Ja, warum nicht? Fische in der Nähe der Bünz. Für alle im Waltenschwiler Zentrum sichtbar. Einer hat den Kopf sozusagen über Wasser, von drei weiterenFischen sieht man lediglich den Schwanz. Die freie Sicht für die Verkehrsteilnehmer musste einfach gewährleistet sein, weshalb die Skulpturen, die wie eine Landmarke wirken, nicht zu hoch werden durften», erwähnte Alex Schaufelbühl.

Keine naturalistische Vorlage

Er habe bewusst keine naturalistische Vorlage gewählt, sagte der Bildhauer. So sei etwa die Rückenflosse zu nahe am Fischkopf. «Das ist ein Kunstgriff, damit das Werk lebendiger wirkt. Denn das Figürliche und Formale ist es, das die Leute an einer solchen identitätstiftenden Insel emotional berührt», meinte Schaufelbühl, der ergänzte: «Ich bin Künstler, lebe von meiner Kreativität und habe extrem Freude, solche Werke zu schaffen.» Er stellte fest: «Eine Skulptur am Strassenrand lebt von den grossen Formen, die von weitem lesbar und als Charakter ersichtlich sind.» Und dass der Fischkopf das Maul geschlossen hält, ist auch nicht aussergewöhnlich: «Das hat aber den grossen Vorteil, dass niemand ein leeres Coci-Büchsli hineinwerfen kann», meinte er mit einem Augenzwinkern.

Witterungsbeständige Eiche

Der Bildhauer verwendete für seine Skulpturen mächtige Eichenstämme, die er zuerst mit einer grossen und einer kleinen Motorsäge bearbeitet hat, wie er gegenüber der Aargauer Zeitung erwähnte. Anschliessend setzte er für die feinen Strukturen im Holz, so zum Beispiel für die aquadynamische Form der Fischflossen, den Winkelschleifer ein, mit dem er die Figuren auch geschmeidig gestalten konnte. Auf die Frage, wie lange der Fischkopf und die Flossen der Witterung standhalten, meinte Schaufelbühl: «Länger als ein Auto. 20 bis 25 Jahre sind realistisch. Denn die natürlichen Gerbstoffe im
Eichenholz bewirken, dass die Skulpturen fäulnisresistent bleiben. Es muss nichts lackiert, imprägniert oder geölt werden. Im Laufe der Jahre bildet sich eine Patina, eine silbergraue Schicht über dem Holz, was dem natürlichen Kleid des Fisches entgegenkommt.»