Bremgarten
Das Bremgarter Bollhaus beherbergt jetzt ein farbenfrohes Werk

Malermeister Alois Oberthaler hat im Bollhaus bei der Holzbrücke ein sehenswertes Wandgemälde mit Acrylfarben angefertigt. Es zeigt eine Söldnerfigur in rot-weisser, stadtfarbener Uniform und im Hintergrund das heutige Bollhaus samt dem Brückenkopf.

Lukas Schumacher
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Maestro Alois Oberthaler und sein geglücktes Wandgemälde. SL

Maestro Alois Oberthaler und sein geglücktes Wandgemälde. SL

Die weisse Wand im Obergeschoss des kleinen Bollhäuschens hat den 73-jährigen reussstädtischen Malermeister Alois Oberthaler schon lange gestört. Kürzlich, als der Unteroffiziersverein (UOV) Bremgarten im Parterre des Bollhauses eine neue Küche auf eigene Rechnung einbauen liess, machte sich Oberthaler an die Arbeit.

Innert dreier Tage und zu Gottes Lohn malte er mit Acrylfarben ein neun Quadratmeter grosses Werk. Es zeigt eine Söldnerfigur in rot-weisser, stadtfarbener Uniform und im Hintergrund das heutige Bollhaus samt dem Brückenkopf.

Seit 50 Jahren Vereins-Refugium

Der 1918 gegründete Unteroffiziersverein Bremgarten, dem Patrick Fischer seit acht Jahren als Präsident vorsteht, nutzt das Bollhaus seit nahezu 50 Jahren als Vereinslokal. Eine Miete muss der UOV an die Bollhaus-Besitzerin, die Einwohnergemeinde Bremgarten, nicht überweisen.

Dafür hat der Verein mit seinen rund 30 Mitgliedern die Pflicht, das Gebäudeinnere zu hegen und pflegen, was er im Lauf der letzten Jahrzehnte sehr sorgsam tat.

Für die Wartung und Vermietung des Brückenhäuschens zeichnet seit vielen Jahren Kurt Oggenfuss (Rudolfstetten) im Auftrag des Vereins zuständig; im oberen Stock ist Platz für 34 Personen vorhanden, im Erdgeschoss Platz für gut 20. Viermal im Jahr, immer am Bremgarter Oster-, Pfingst-, Altstadt- und Christchindlimärt, bewirtet der UOV im kleinen Haus Marktbesucher.

Trutz- und Garnhaus

Das Bollhaus wurde um Jahr 1500 erstellt. Es war Teil der Befestigungsanlage gegen feindliche Angriffe. So diente das kleine Gebäude als Verstärkung des ehemaligen äusseren Reusstors, das sich hier befand, und als Flankenschutz der Brücke.

Ob das Bollhaus einst auch die Funktion einer Brückenzoll-Einnehmerei hatte, wird vermutet, ist aber nicht belegt. Fest hingegen steht, dass man das Häuschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Verkaufslokal für Wolle und für Garn verwendet hat.

Vor zwei Jahren liess die Einwohnergemeinde Bremgarten die massiven Schäden an der Fundation des Bollhauses im Reusswasser für rund 150 000 Franken beheben.

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