Bremgarten

Das Bier schmeckte trotzt Corona – «Wir machen halt, was möglich ist»

Ein Prost unter Freunden – schon drei Stunden nach Beginn des Biertags war der Reussbrückesaal gut gefüllt.

Ein Prost unter Freunden – schon drei Stunden nach Beginn des Biertags war der Reussbrückesaal gut gefüllt.

Am vierten Bremgarter Biertag konnten trotz Pandemie verschiedene Aargauer Biere degustiert werden.

Die erste Freundin schenkte ihm einen Braukurs, die nächste ein spezielles Bier-Buch und die aktuelle dritte Freundin un­terstützt den mittlerweile zum Hobby-Brauer gewordenen Bremgarter Raphael «Jutzi» Jutzeler bei seinen Aktivitäten nach Kräften. So auch am Samstag beim vierten Bremgarter Biertag, den Jutzeler mit seinen Kollegen organisiert hat. «Eigentlich», sinniert der Bier-Sommelier mit in der Bier-Metropole München erworbenem offiziellem Diplom, «ist es nur der dreieinhalbte Biertag. Wir mussten unsere Konzepte coronabedingt stark anpassen und machen jetzt halt, was möglich ist.»

Beschränkte Gästezahl und rigide Eingangskontrollen

Nur 80 Gäste gleichzeitig im Reussbrückesaal, rigide Eingangskontrolle mit Aufnahme der persönlichen Daten von allen Besucherinnen und Besuchern, ein stark zurückgefahrenes kulinarisches Angebot und der Verzicht auf Livemusik waren – unter anderem – die Folge des Coronakonzepts, das die Biertag-Organisatoren zusammen mit der Stadtverwaltung und Stadtpolizei Bremgarten ausgearbeitet hatten. Statt Bierbraten, Bierwurst und veganem Bierkuchen gab es diesmal am Verpflegungsstand vor dem Veranstaltungslokal halt «nur» Schnitzelbrot. Das jedoch mit Schnitzeln, die zuvor ein paar Tage in Bier eingelagert waren, wie Raphael Jutzeler nicht ohne Stolz betonte.

Einen Kompromiss finden mussten die Biertag-Veranstalter auch mit den Brauern der präsentierten Biere: «Bisher», erklärt Raphael Jutzeler, «waren die Brauer stets persönlich vor Ort. Dieses Jahr präsentieren wir alle Biere selber. So können wir die Zahl der Direktbeteiligten und Helfer reduzieren und haben dafür etwas mehr Platz für Gäste.»

Degustieren konnte man dieses Jahr – neben den Produkten aus Jutzelers eigener «Reuss-Schlaufe-Brauerei» in Bremgarten – auch Biere von «Erusbacher und Paul» aus Villmergen, «Drüü­klang» aus Oberlunkhofen, «Heero» aus Oberentfelden, «Rabenbräu» aus Gränichen sowie «Lägerebräu» aus Wettingen.

Die grosse Biervielfalt im Kanton Aargau zeigen

Warum ein Biertag? «Unser Ziel ist es, mit unserer Veranstaltung die vielen Aargauer Kleinbrauereien etwas hervorzuheben und den Besucherinnen und Besuchern zu zeigen, wie gross die Bier-Vielfalt in unserem Kanton ist», erläuterte Raphael Jutze- ler die Motivation zum Anlass, der an den bisherigen drei Ver­anstaltungen jeweils zwischen 400 und 500 Interessierte in den Reussbrückesaal gelockt hat. «Diesmal», sagte Jutzi, «werden es coronabedingt wohl kaum so viele sein. Wir sind zufrieden, wenn 120 Besucher kommen, damit würde es für uns finanziell aufgehen.»

Rund 100 Eintritte durften schon drei Stunden nach Veranstaltungsbeginn verbucht werden. Der Mut, den Biertag auch unter erschwerten Bedingungen durchzuführen, dürfte sich für den engagierten Bier-Sommelier und seine Kollegen also gelohnt haben. Unter den frühen Gästen am Biertag war auch der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach. «Der Stadtrat begrüsst die Initiative der Veranstalter. Zumal sie uns ein Konzept vorgelegt haben, das unter Corona funktioniert und wir davon überzeugt sind, dass die Vorgaben eingehalten werden», sagte er.

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