Besenbüren
Das «Bäsi-Blättli» ist vielen ans Herz gewachsen

Fünf ehrenamtliche Redaktionsmitglieder bringen dreimal im Jahr «s’Bäsi-Blättli» heraus. Nach der 50. Ausgabe macht sich die Redaktion Gedanken zur Zukunft.

Eddy Schambron
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Mario Räber ist Gemeindeammann von Besenbüren und gleichzeitig Redaktionsleiter des «Bäsi-Blättli». ES

Mario Räber ist Gemeindeammann von Besenbüren und gleichzeitig Redaktionsleiter des «Bäsi-Blättli». ES

Eddy Schambron

Es ist die kleinste Zeitung im Freiamt, hat aber ähnliche Probleme und Herausforderungen wie die grossen: «s’Bäsi-Blättli» kommt mit den Inserateeinnahmen allein nicht über die Runden. Und auf der Redaktion ist es nicht viel anders als bei anderen Zeitungen auch: Redaktionsleiter Mario Räber steht jeweils kurz vor Redaktionsschluss unter Druck, weil noch nicht alle Beiträge fertig sind.

«s’Bäsi-Blättli», das Informationsblatt für Besenbüren auf echtem Zeitungspapier, steht vor seiner 50. Ausgabe und das Redaktionsteam will von den Leserinnen und Lesern in nächster Zeit erfahren, welche Bedürfnisse sie haben – um über die zukünftige Erscheinungsweise des Blattes zu entscheiden.

Zum ersten Mal erschien das Informationsblatt, das dreimal im Jahr in Druck geht, 2001. Der damalige Gemeinderat verfolgte eine neue Kommunikationsstrategie und wollte unter anderem mit diesem Organ den Informationsaustausch verbessern.

Seitdem erscheint «s’Bäsi-Blättli» mehr oder weniger in unveränderter Form, ehrenamtlich gemacht von einem Redaktionsteam, das heute mit Gemeindeammann Mario Räber (Leitung), Andrea Lüthy, Andrea Etterli-Bundi, Andrea Fischer (Gestaltung) und Urs Zimmermann (Lektorat) besetzt ist. Beiträge laufen bei Daniela Musil, Leiterin der Gemeindeverwaltung, zusammen.

Platz für alles

«Jedes Mitglied des Redaktionsteams schreibt Beiträge. Gemeinderäte können genauso mitschreiben wie Leserinnen und Leser, eigentlich gibt es keine Einschränkungen, alles ist willkommen», lacht Räber. Es sind nur die normalen Regeln des Anstandes und der Fairness einzuhalten. So kommt ein bunter Mix zusammen. Die Winterausgabe 2017 berichtet beispielsweise über die neue Betriebsleitung der Elektra, gibt Ausblick auf die jetzt aktuelle Gemeinderatslegislatur, hält die Hauptübung der Feuerwehr fest, zeigt Adventsfenster und macht sogar einen Ausflugstipp ins Sörikertobel in Muri.

Langfristige Themen

Es bedeutet einen gewissen Aufwand, das Blättli herauszugeben, das in alle Haushaltungen der Gemeinde verteilt wird und mit rund 100 Exemplare auch nach «auswärts» geliefert wird, in die Nachbargemeinden und sogar bis ins Bündnerland und Baselbiet, zu Heimweh-Besenbürern. Für schnelllebige Aktualitäten ist das Bäsi-Blättli nicht gemacht.

«Durch die nur dreimalige Erscheinungsweise und die lange Verarbeitungszeit bis zum Druck ist es schwierig, wirklich aktuell zu sein», stellt Räber klar. Der Räbeliechtliumzug Anfang November kommt dann eben erst im Dezember zu den Leserinnen und Lesern. Man konzentriere sich auf eher langfristige Themen. Das stimmt in der Dezember-Ausgabe insofern nur teilweise, als das «Kurzinterview mit dem Christkind», aus dem St. Galler-Tagblatt übernommen, sozusagen topaktuell war.

Ideen willkommen

Die mangelnde Aktualität ist mit ein Grund für den Gemeinderat, über die Zukunft des gemeindeeigenen Informationsorgans nachzudenken. «Weitere Online-Information ist eine Möglichkeit, vielleicht kommt eine Kombination mit der gedruckten Zeitung infrage», denkt Räber laut nach, «wir prüfen alle Ideen.»

Zwar sei neben all der anderen Arbeit und den Verpflichtungen, die jedes einzelne Redaktionsmitglied habe, der Aufwand für das Informationsblatt nicht zu unterschätzen. Aber ein schöner Lohn der Arbeit sei, «dass in der Regel ein positives Feedback auf die Ausgaben zurückkommt».

Gute Plattform

Das Dorfblättli ist nicht nur eine Publikationsmöglichkeit für Vereine oder Institutionen, private Meinungen oder Bastelanleitungen für Kinder, sondern ebenso für den Gemeinderat. «Ich konnte beispielsweise in meinem Editorial ungehindert gegen den neuen Finanzausgleich lästern, der unsere Gemeinde besonders negativ trifft», unterstreicht Räber.

Für den Gemeinderat sei das Informationsblatt eine gute Plattform, um aufzuzeigen, was ihn beschäftigt, wie er denkt und handeln will. «Wir können damit den Meinungsbildungsprozess anregen und zum Teil vielleicht sogar beeinflussen.» Auch deshalb dürfte «s’Bäsi-Blättli» nach der 50. Ausgabe eine Zukunft haben – in welcher Form auch immer.