Rudolfstetten-Friedlisberg

Das Aus für die eigene ARA? Abwasser könnte in der Kläranlage Dietikon gereinigt werden

Ob die Kläranlage in Rudolfstetten-Friedlisberg ausgebaut oder stillgelegt wird, entscheidet der Souverän an der Gemeindeversammlung vom 13. Juni.

Ob die Kläranlage in Rudolfstetten-Friedlisberg ausgebaut oder stillgelegt wird, entscheidet der Souverän an der Gemeindeversammlung vom 13. Juni.

Anschluss oder Ausbau sind die zwei Möglichkeiten für die künftige Abwasserbeseitigung der Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg, wo man sich schon seit einigen Jahren mit dem Thema befasst. Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmberechtigten, an der Gemeindeversammlung vom 13. Juni einen Kredit von 4,5 Millionen Franken zu genehmigen für den Anschluss an die Abwasserreinigungsanlage Limmattal (Limeco) in Dietikon mit Umbau der bestehenden ARA in Rudolfstetten.

Die Limmattaler Kläranlage gehört zu den modernsten Anlagen in Europa. Was die Natur im Grossen, macht sie im Kleinen. Durch Sieben, Absetzen und Filtern trennen sich zuerst die ungelösten Stoffe vom Wasser, dann entziehen ihm Mikroorganismen die gelösten organischen Verbindungen. Nach diesem Prinzip säubern sich Bäche, Flüsse und Seen. Die natürliche Selbstreinigung von Gewässern kann Monate dauern, während die ARA Limmattal dafür lediglich vier Stunden benötigt.

«Für uns eine gute Lösung»

Weshalb wird die Variante für den Anschluss Rudolfstettens an die Kläranlage in Dietikon favorisiert? Dazu Gemeindeammann Josef Brem: «Wir sind jetzt in der Situation, dass die Kapazität unserer Kläranlage erhöht werden muss. Langfristig kann unsere Gemeinde durch den Anschluss an die ARA Limmattal Geld sparen. Zudem ist dies für uns eine gute Lösung und durch entsprechende Vereinbarungen mit Bergdietikon und Dietikon geregelt.»

Bei der Ausarbeitung der beiden Vorprojekte hat sich gezeigt, dass die Anschlussvariante im Sinne einer zukunftsorientierten Abwasserentsorgung für Rudolfstetten-Friedlisberg mehr Vorteile aufweist als der Ausbau der bestehenden ARA, der auf rund 4 Mio. Franken zu stehen käme. In einer ersten Phase sind die Kosten für die beiden Varianten zwar ungefähr gleich hoch. Aber inskünftig wäre der finanzielle Aufwand für den Eigenausbau höher, da die ARA Rudolfstetten-Friedlisberg umfassend saniert und erweitert werden müsste.

Die jährlichen Betriebskosten der eigenen ARA kämen auf 900'000 Franken zu stehen, bei einem Anschluss an die Grosskläranlage in Dietikon müsste mit einem Aufwand von rund 840'000 Franken pro Jahr gerechnet werden.

Für die Anschlussvariante sprechen die Umweltaspekte, die Bauabwicklung und der personelle Aufwand in der Gemeinde. Damit wäre die Abwasserreinigung langfristig geregelt. Bei einem Ausbau der eigenen Kläranlage würde die Gemeinde ungefähr in den Jahren 2035 bis 2040 ein erneutes Ausbauprojekt vornehmen müssen. Dann wäre der Ausbau mit grösster Wahrscheinlichkeit aber umfassend, da in der Anlage keine weiteren Reserven genutzt werden könnten. Denn die Kläranlage in Rudolfstetten-Friedlisberg ist schon jetzt seit über 50 Jahren in Betrieb. Sie wurde letztmals in den Jahren 2003/2004 saniert und auf den neusten Stand der Abwasserreinigungstechnik gebracht. Aufgrund des heutigen Zustands, der aktuellen Belastung und des zu erwartenden Bevölkerungswachstums (es wird künftig mit einer Belastung von 5500 Einwohnergleichwerten gerechnet) muss die ARA in einem weiteren Schritt ausgebaut werden, um die gestiegenen Anforderungen an den Gewässerschutz weiterhin erfüllen zu können.

Neue Maschinentechnik nötig

Es wären bauliche Massnahmen und der Ersatz der Maschinentechnik erforderlich. Zusätzlich zur Umrüstung der biologischen Stufe müssten in der gesamten Anlage altersbedingt umfangreiche Erneuerungsmassnahmen ausgeführt werden. Die generelle Entwässerungsplanung (GEP) der Gemeinde sieht zudem vor, dass ein zusätzliches Regenbeckenvolumen bei der Anlage benötigt wird, damit sich bei Regen das nicht in der ARA verarbeitete Abwasser zwischenspeichern lässt.

Nur noch Regenwasserbecken

Bei der Anschlussvariante Limeco würde die ARA Rudolfstetten-Friedlisberg stillgelegt und nur noch für die Regenwasserbehandlung genutzt. Die nicht mehr benötigten Becken der biologischen Reinigung könnten in zusätzliche Regenbecken umgerüstet werden. Ab der bestehenden Ablaufleitung würde der Bau der Anschlussleitung an die Kanalisation von Bergdietikon erfolgen. Das Abwasser flösse im freien Gefälle in die ARA Limmattal, wodurch in der ARA Rudolfstetten-Friedlisberg kein Pumpwerk gebaut werden müsste.

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