Wohlen
Das ältestes Wohler Steinhaus steht kurz vor der Rettung

Ortsbürger stimmen über 400'000-Franken-Beitrag an geplanten Umbau ab. Bereits 105'000 Franken kommen von sogenannten Schlossherren, 50'000 Franken von der Ernst-Göhner-Stiftung, sowie 10'000 Franken vom Aargauer Heimatschutz.

Jörg Baumann
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Das verhüllte Schlössli (Archiv)

Das verhüllte Schlössli (Archiv)

Lyne Schuppisser

Das Umbauprojekt für das Schlössli in Wohlen geht in eine entscheidende Phase: Am 30. November entscheidet die Ortsbürgergemeinde darüber, ob sie das vom Verein Schlössli lancierte Vorhaben mit einem Beitrag von 400'000 Franken unterstützen will.

Bereits im Vorfeld erklärte Gemeindeammann Walter Dubler, dass es ein Gewinn für Wohlen wäre, wenn man das Schlössli, das älteste Steinhaus von Wohlen, erhalten könnte. Der Kreis der Sympathisanten wird jeden Tag grösser.

Aktuell sind 105 Frauen und Männer, sogenannte Schlossherrinnen und Schlossherren, bereit, sich mit je 1000 Franken am Umbau zu beteiligen. Macht zusammen 105'000 Franken.

Der Verein sucht weitere Schlossherrinnen und Schlossherren. Feste Zusagen liegen dem Verein auch von der Ernst-Göhner-Stiftung (50'000 Franken) und vom Aargauer Heimatschutz (10'000 Franken) vor.

Der Verein Schlössli würde laut dem Präsidenten Fabian Furter seine Eigenmittel von 40'000 Franken einschiessen. Darüber hinaus sollen weitere Kreise um finanzielle Unterstützung gebeten werden.

Sofern die Ortsbürgergemeinde auch noch an Bord geholt werden kann, kommt der Verein dem Ziel ein entscheidendes Stück näher, das Schlössli für geschätzte 900'000 Franken zu einem Veranstaltungslokal umzubauen.

Das Schlössli lag lange im Schatten anderer prominenter alter Häuser, obwohl es, im 12. oder 15. Jahrhundert erbaut, das älteste Steinhaus von Wohlen ist. Der Volksmund nannte das Haus bald «Schlössli», weil man lange annahm, dass es die Ritter von Wohlen bewohnten.

Um 1800 befand sich darin eine Dorfwirtschaft. Um 1930 wohnte im Schlössli der Dorfpolizist und «Wächter» Michel. Später erwarb es die Familie Knoblauch. Sie vermietete die Wohnungen im Gebäude. Nachher verlotterte das Gebäude zusehends.

Abbruch verhindert

Vor 15 Jahren reichten die Eigentümer ein Abbruchgesuch ein. Dagegen wehrte sich die damals noch bestehende Genossenschaft Dorfkern. Konstruktive Verhandlungen zwischen Gemeinde, Hausbesitzer und Vertretern der Genossenschaft führten zur Gründung des Vereins Ortsmuseum Schlössli (heute Verein Schlössli).

Die Eigentümer schenkten das Gebäude dem Verein, die Ortsbürgergemeinde kaufte die Landparzelle und stellte diese dem Verein unentgeltlich zur Verfügung. Seither arbeitet der Verein am Umbauprojekt, das er realisieren möchte.