Happy Birthday
Das älteste Ehepaar Wohlens wird zusammen 193 Jahre alt

Paul und Rosa Meier-Dobler feiern beide in dieser Woche ihren Geburtstag. Die beiden Senioren verrieten der az das Geheimnis für Glück und Gesundheit im hohen Alter.

Dominic Kobelt
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Paul und Rosa Meier-Dobler sind seit über 70 Jahren verheiratet und werden diese Woche zusammen 193 Jahre alt. Kob

Paul und Rosa Meier-Dobler sind seit über 70 Jahren verheiratet und werden diese Woche zusammen 193 Jahre alt. Kob

Paul streicht seiner Rosa zärtlich mit dem Handrücken über die Backe, als wären sie ein frisch verliebtes Paar. Seit über 70 Jahren sind Paul und Rosa Meier-Dobler verheiratet. Heute Donnerstag wird Paul 98 Jahre alt, Rosa hat am Montag den 95. Geburtstag gefeiert.

Was muss man machen, um 98 Jahre alt zu werden, und immer noch so glücklich zu sein? «Immer gut essen ist wichtig, genügend Fleisch», sagt Paul Meier und lacht. «Das Wichtigste aber», sagt er und hebt den Zeigfinger mahnend in die Höhe, «das Wichtigste ist die Familie». Am Sonntag kommen sie alle im Alters- und Pflegezentrum Bifang vorbei, um zu feiern. Zwei Töchter, drei Söhne, sieben Grosskinder und 10 Urgrosskinder umfasst die Familie.

Sechs Monate Kriegsdispens

«Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt Paul Meier, als er an die erste Begegnung mit Rosa im Jahr 1941 zurückdenkt. Glück habe er gehabt, «grosses Glück». Damals diente der gelernte Müller aus Villmergen als Müllersoldat und hatte eine eigene Mühle gefasst. Diese war mobil, ein riesiger Anhänger, der an verschiedenen Standorten eingesetzt werden konnte – «manchmal waren wir sogar im Wald», erzählt er. Die Bäcker mussten dann Teig herstellen, und wenn die hohen Offiziere kamen, um die Arbeit zu überprüfen, dann kontrollierte Meier den Teig vorab. «Ich habe mit der Hand auf den Teig geschlagen, und wenn nichts kleben blieb, dann war er gut», erinnert sich der Divisionsmüller.

Damit die beiden glücklich Verliebten überhaupt Zeit zusammen verbringen und heiraten konnten, brauchte Paul eine Kriegsdispens. Glücklicherweise konnte der damalige Gemeindeammann von Jonen, wo Meier in der Zwischenzeit eine Stelle in der Mühle angenommen hatte, das organisieren.

Von der Kriegszeit geprägt

Die Kriegszeit hat das Ehepaar geprägt. «Wenn man im Reduit war und seine Familie zurücklassen musste, dann hat einem dies die Bedeutung der Familie klar gemacht», sagt Meier.

Auch heute noch verbringen die beiden jeden Tag zusammen. Das Paar wohnt heute im Alterszentrum Bifang, er im Altersheim, sie im Pflegeheim. «Von meinem Fenster aus sehe ich immer, wenn sie frühstückt. Dann gehe ich hinüber und wir verbringen den Tag zusammen», so Paul Meier. «Wir sind halt neumodisch, wir haben eine Doppelwohnung», sagt er und lacht. Mit sanfter Kraft hilft er Rosa beim Aufsitzen. «Ich bin quasi Hilfspfleger, wenn etwas ist, dann läute ich», erklärt das Geburtstagskind und fügt schmunzelnd hinzu: «Nur auf der Lohnliste stehe ich nicht.»