Rudolfstetten
Das «alte Blech» erhält endlich freien Auslauf

Mehr als 300 Renn- und Sportfahrwagen und ausgewählte Oldtimer starten am 29. April am GP Mutschellen. Für Zuschauer ist es ein grosses Spektakel, was sonst im Museum zu sehen ist, ist dann in Rudolfstetten live zu beobachten.

Fabian Hägler
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Der Bremgarter Ruedi Caprez wird in der Kategorie «Attraktionen» seinen Lola T88 präsentieren. zvg

Der Bremgarter Ruedi Caprez wird in der Kategorie «Attraktionen» seinen Lola T88 präsentieren. zvg

«Noch nie konnte in der Schweiz ein derart hochkarätiges und breites Teilnehmerfeld von historischen Motorsportgeräten präsentiert werden», freut sich Hannes Studer, der Medienverantwortliche des GP Mutschellen. Über 300 verschiedene Renn- und Sportfahrzeuge sowie ausgewählte Oldtimer sind am Sonntag in einer Woche zu Gast in Rudolfstetten.

Studer schwärmt: «Dem fachkundigen Publikum und den Fans der schönen Autos und der Motoren wird ein sensationeller Überblick über beinahe 100 Jahre Rennsportgeschichte geboten.» Was sonst häufig nur noch in Museen zu sehen sei, «wird auf der übersichtlichen Strecke von Rudolfstetten auf den Friedlisberg bewegt, und das nicht etwa langsam», kündigt er an.

Rennwagen zum Anfassen nah

Studer freut sich: «Endlich erhält das alte Blech, wie es von Sammlern und Enthusiasten gerne betitelt wird, freien Auslauf.» Die alten Motoren dürften drehen und gefordert werden, die Kompressoren der Vorkriegsrenner ihr schönes Lied singen, «und das Publikum ist mit allen Sinnen hautnah dran: Man sieht, man hört und man riecht die Boliden und kann diese auch anfassen und fotografieren», blickt Studer voraus. «Oder einfach nur geniessen: im Wagenpark, auf der Piste oder nach der Zieldurchfahrt auf dem Friedlisberg.» Zwei Platzspeaker geben weitere Angaben und Hintergrundinformationen zu den Fahrzeugen und deren Piloten.

Peter Studer Widen Lotus 59 Formel 2 1969
13 Bilder
Bruno Stoller Merenschwand Triumph Dolomite Sprint 1979
Franco Stolz Widen Fiat Abarth 595 1965
Andreas Weisshaar Rudolfstetten Royale RP 21 Formel Ford 1976
Marcel Gretener Auw Porsche 911 S Rallye 1970
Louis Frey Muri Jaguar 3
Markus Michel Bremgarten Alpine Renault A 110 1600 1973
Rolf Hotz Widen Norton ES2 1954
Ernst Sigg Widen Cheetah GTC R 1964
Mikko Weisshaar Rudolfstetten Reynard Opel Lotus 1993
Tanja Pilgrim Muri Lagonda M45 R Le Mans 1934
Peter Taiana Merenschwand Norton Manx 1959
Alfred Moser Arni March 703 1970

Peter Studer Widen Lotus 59 Formel 2 1969

Zur Verfügung gestellt

Viermal befahren die Teilnehmer in 7 Rennfeldern die 1,6 Kilometer lange, kurvige Bergstrecke. Eröffnet wird das Feld von Vorkriegs-Solomaschinen der Marken Motosacoche, Norton oder Indian. Dreirädrige Morgans und aussergewöhnliche Renngespanne folgen. Studer verspricht ein Spektakel: «Dabei geben die Piloten und ihre ‹Plampis› alles.»

Raritäten auf der Bergstrecke

Das grosse Feld der geschlossenen Renntourenwagen reicht vom kleinen Fiat Abarth bis zu den monströsen Ford Galaxy aus den 60er-Jahren. Beachtlich ist auch das Aufgebot der Vorkriegsrennwagen. Es beginnt mit dem American La France aus dem Jahr 1917 mit 14-Liter-Motor und enthält zudem Sportfahrzeuge längst vergessener Marken wie Amilcar, Vauxhall, Riley, MG, Lagonda, Alvis und Bugatti, die alle Rennsportgeschichte geschrieben haben.

Auffallend bei den alten Rennmotorrädern sind Marken wie Puch, Aermacchi, AJS, BSA und die einmalig tönenden Norton mit ihrem ganz speziellen Sound. Das Feld der Formel-Wagen präsentiert «kleine» Formel V, Super V und Formel Ford, mehrere Formel-2-Fahrzeuge und endet bei Formel-1-Maschinen von Lola und Ferrari, welche im Feld der Attraktionen mitfahren werden.

Berühmte Fahrzeuge und Fahrer

Weltmeister, Olympiasieger, Europameister und mehrere Schweizer Meister sind am Start. «Begrüssen Sie mit uns Luigi Taveri, Gregor Stähli, Fredy Amweg, Peter Studer, Ruedi Caprez, Herbert Huwyler und andere gefeierte Siegfahrer», fordert Studer das Publikum auf. «Oder geniessen Sie die Fahrt des Formel-1-Ferrari 1975, des Dienstfahrzeugs des unvergessenen Clay Regazzoni.»

Unter dem Titel Attraktionen präsentiert das OK des GP Mutschellen den Zuschauern ausserordentliche Fahrer in aussergewöhnlichen Fahrzeugen. Sie passen zwar nicht ganz ins GP-Reglement, haben aber dennoch viel mit Motorsport zu tun. An der Spitze steht der 82-jährige dreifache Weltmeister Luigi Taveri, dazu kommen die Motocross-Seriensieger Huwyler/Huwyler auf dem 1000er-
Suzuki- Gespann, gefolgt von modernen, ultraflachen Renngespannen.

Aus dem aktuellen Renngeschehen sind Armin Buschor auf dem breiten BMW in der Gruppe 5 oder der Datsun von Claude Petitjean zu bestaunen. «Dass auch ein ‹Döschwo› oder ein ‹Käfer›» renntauglich sein können, wird viele Zuschauer erheitern», hält Studer fest. Die schier unendliche Kraft seines Pontiac Trans Am wird Roger Bolliger zu bändigen versuchen. Dabei ist auch ein Lokalmatador: «Speziell für den GP Mutschellen hat der Bremgarter Garagist und mehrfache Meister Ruedi Caprez seinen 3000er-Lola wieder flottgemacht – ein wahres Feuerwerk.»

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