Muri
Dank Swisslos-Fonds: 800'000 Franken für das neue Museum

Der aus Muri stammende Caspar Wolf ist einer der bedeutendsten Schweizer Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts. Im nächsten Jahr wird die Sammlung des Alpenmalers im neuen Museum im Singisenflügel eingerichtet. Dafür erhält die Stiftung Murikultur nun Unterstützung.

Eddy Schambron
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Es wird massiv um- und ausgebaut im Singisenflügel: Im nächsten Jahr werden das Museum Caspar Wolf und das Singisenforum eröffnet.

Es wird massiv um- und ausgebaut im Singisenflügel: Im nächsten Jahr werden das Museum Caspar Wolf und das Singisenforum eröffnet.

Eddy Schambron

Schöne Unterstützung für das neue Museum Caspar Wolf in Muri, das 2019 im Singisenflügel der Klosteranlage eröffnet wird: Aus dem Swisslos-Fonds gibt es 800 000 Franken. Der aus Muri stammende Caspar Wolf ist einer der bedeutendsten Schweizer Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts. Die Sammlung der Stiftung Murikultur zum Murianer Maler wurde jahrzehntelang im Caspar-Wolf-Kabinett gezeigt.

Dieses wurde 2013 aufgehoben, weil die Räumlichkeiten für das neue Museum Kloster Muri benötigt wurden. Dafür fanden sich im Singisenflügel neue Räumlichkeiten für ein eigenes Museum Caspar Wolf. «Da inzwischen die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind, wird die Sammlung Caspar Wolf nun in einem der Bedeutung des Malers angemessenen eigenen Museum im Singisenflügel eingerichtet», hält der Regierungsrat zur Ausrichtung der Swisslos-Fonds-Beiträge fest.

Zusammen mit dem Museum für medizinhistorische Bücher Muri, dem Besucherzentrum mit Café und Shop sowie einem neuen Singisenforum entsteht so ein modernes, einzigartiges Kultur- und Begegnungszentrum.

2027 geschenkt

Mit dem Kauf des Singisenflügels durch Franz Käppeli und das Versprechen, das Gebäude bis spätestens 2027 der Stiftung Murikultur zu schenken, wurde der Weg frei für eine Bündelung der Museums- und Ausstellungsaktivitäten an einem Ort. «Herzstück» der neuen Museumslandschaft werde das Museum Caspar Wolf sein, hat die Stiftung bereits im Januar festgehalten. Die Familie Käppeli unterstützt das Vorhaben ebenfalls mit einem substanziellen Startbeitrag.

Die Umsetzung erfolgt durch ein Projektteam, dem unter der Leitung von Robert Häfner, Präsident von Murikultur, unter anderem das beauftragte Architekturbüro GIPA aus Wädenswil, der Museumsfachmann Peter Fischer, ehemaliger Direktor des Kunstmuseums Luzern und des Zentrums Paul Klee, Bern, sowie die Geschäftsführerin von Murikultur, Heidi Holdener, angehören.

Pionier der Alpenmalerei

Leben und Werk des wichtigsten Schweizer Landschaftsmalers des 18. Jahrhunderts und Pioniers der Alpenmalerei Caspar Wolf (1735–1783) sowie die Substanz und Bedeutung der Sammlung von Werken von Caspar Wolf im Besitz von Murikultur sind einzigartig. Es handelt sich nebst den Beständen des Kunstmuseums Basel und des Aargauer Kunsthauses um die bedeutendste Caspar-Wolf-Sammlung.

Das Museum Caspar Wolf soll nicht nur den berühmten Murianer ehren, sondern gleichzeitig so in die Vielfalt des Kulturangebots Muris integriert werden, dass die daraus resultierenden Synergien mit dem Museum Kloster Muri und dem Museum für medizinhistorische Bücher optimal genutzt werden, hält Murikultur fest. Das unter Beizug von Fachleuten erarbeitete Konzept entwerfe zugleich ein Museum und ein zeitgemässes, modernes Kultur- und Begegnungszentrum.

Swisslos-Fonds: Drei Freiämter Kulturangebote profitieren

Neben der Stiftung Murikultur mit dem Museum Caspar Wolf kommen weitere Freiämter Kulturschaffende in den Genuss von Swisslos-Fonds-Beiträgen. Der Circus Monti, Wohlen, erhält 30'000 Franken an die Kulturproduktion «Dreambox» mit Aufführungen in Wohlen, Basel, Aarau, Winterthur, Luzern, Wettingen, Solothurn, Bern und Zürich.

Für die Eigeninszenierung «Der Drache» kann das Kellertheater Bremgarten 15'000 Franken in die Kasse nehmen. Das Künstlerhaus Boswil ist gleich dreifach auf der Liste der Beitragsempfänger: 274'000 Franken plus eine Defizitgarantie von 23'000 Franken gibt es für den Boswiler Sommer 2018. «Der Leichtigkeit des Sommers widmen sich hochstehende Kammermusikkonzerte im Rahmen des Boswiler Sommers im Künstlerhaus Boswil unter dem Motto ‹Sans Souci›», hält dazu der Regierungsrat fest.

Mit dem Projekt Orchester vom 20. bis 26. August startet das Künstlerhaus Boswil zudem ein Pilotprojekt mit dem Ziel, begeisterte Laienmusikerinnen und -musiker mit besonderen Repertoire-Entdeckungen der Orchesterliteratur zusammenzuführen. Vorgesehen ist eine generationenübergreifende Altersstruktur. Dafür stellt Swisslos 30 000 Franken zur Verfügung. 32'000 Franken gibt es schliesslich für das Spezialprojekt Piano-Festival 2018.

Insgesamt erhalten 68 Kulturprojekte im 1. Quartal auf Beschluss des Regierungsrats einen Beitrag oder eine Defizitgarantie aus dem Swisslos-Fonds. Damit fördert die Regierung ein vielfältiges kulturelles Leben im Kanton. (es)