Sarmenstorf
Dank Schicksal und Social Media nach Monaco

Der Sarmenstorfer Künstler Alex Beck stellt an der Art monaco vom 9. bis 12. Juli seine Werke aus.

Lyne Schuppisser
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Im Juli zeigt Alex Beck seine Werke nicht in der Stube, sondern in Monte-Carlo. Lyne Schuppisser

Im Juli zeigt Alex Beck seine Werke nicht in der Stube, sondern in Monte-Carlo. Lyne Schuppisser

Lyne Schuppisser

Es wirkt wie die Stube eines Alchemisten. Die Regale sind vollgepackt mit allerlei Pulverdöschen und diversen Utensilien. «Diese Mischungen habe ich aus der Provence mitgenommen», sagt Alex Beck und deutet auf die farbigen Pülverchen hin, «sie verfügen über spezielle Nuancen.» Der Sarmenstorfer wird im Juli an der Art Monaco 15 sieben seiner Kunstwerke ausstellen. Wie es dazu kam? Dank Schicksal und Facebook.

Vor einem Jahr begann Beck, sich und seine Kunst mehr in den Social Media wie Twitter und Facebook zu präsentieren. Unter seinen Facebook-Freunden befand sich die kanadische Künstlerin, Poetin, Galeristin und Kuratorin Mona Youssef. Auf ihrer Facebook-Seite gratulierte er ihr zu einem Werk «Winter Lude Ride», einer winterlichen Schlittenfahrt, welches ihm besonders gefiel. Zwei Stunden später kam die Anfrage: «Möchtest du mit mir an die Art Monaco?» Bis anhin waren seine Werke in kleineren Ausstellungen im Aargau zu sehen. Und dann Monaco. «Es war wohl Schicksal», sagt Beck, «danach konnte ich drei Tage kein Auge zumachen.»

Seit seinem 16. Lebensjahr ist die Malerei Teil von Becks Leben. Sein Berufsweg verlief in eine andere Richtung, das Malen liess ihn aber nie los. Seit über zehn Jahren widmet er sich intensiver seiner Leidenschaft. Für viele seiner Bilder benutzt er flüssige Acryl-, Aquarell- und Ölfarben. Er experimentiert auch gerne mit Spraydosen, Velours-Papier malt mit den Fingern oder blind. Seinem kreativen Wirken sind keine Grenzen gesetzt. Inspiration- und Entstehungsprozess sind dabei ganz unterschiedlich. Mal sieht er ein Motiv in der Natur, auf Reisen, nimmt ein Foto als Vorlage oder sprenkelt Farbkleckser auf eine weisse Oberfläche und pinselt nach und nach ein Gesamtbild hinzu. So ist das längliche Werk unten rechts auf dem Foto entstanden. Ein treuer Begleiter ist seine Staffelei. In zehn Minuten sei diese aufgestellt – praktisch, gerade wenn er in der Natur male oder auf Reisen ist.

Wie lange er für ein Bild brauche, sei schwierig zu beantworten. Für das Mohnbild (siehe Foto), welches schon an mehreren kleineren Ausstellungen im Aargau zu sehen war, investierte er sechs Stunden lediglich in die Vorbereitung der Leinwand. «In 30 Minuten kann ein Wunderwerk entstehen. Ebenso ist es möglich, dass nach zehn Stunden ein angefangenes Bild im Abfall landet.» Er habe auch erlebt, wie nach sechsmonatiger Pause ein Werk endlich so kam, wie er wollte.

Seit Mitte Februar ist Beck mit Youssef in regem Kontakt. Er wird gemeinsam mit 33 anderen Malern, Fotografen und Bildhauern aus 23 Ländern auf 4000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vom 9. bis 12. Juli seine Werke zeigen. Die Art Monaco ist eine der grössten, kontemporären Kunstausstellungen der französischen Riviera. Becks Werke hat Galeristin Youssef zusammengestellt.

Die insgesamt sieben Kunstwerke zeigen Blumen-, Architektur- und einmal ein Meeresmotiv. «Ich fragte Youssef: Warum gerade diese Bilder? Sie seien schön, aber simpel. Da entgegnete sie mir, sie erlebe oft, wie Künstler ihr Licht unter den Scheffel stellen. Für sie ergeben die Bilder zusammen eine unglaubliche Harmonie», erzählt Beck und lächelt bescheiden. Da Youssef die Künstler zum Austausch untereinander animierte, und sich in Monaco mit Kunst- und Kulturliebhaber zu unterhalten, nahm Beck Englischstunden. Französisch beherrscht er perfekt, denn er ist als Schweizer Bürger in Marokko geboren. Nach Monaco wird er gemeinsam mit seiner Frau reisen und in einem Hotel logieren, welches Youssef organisiert hat.

Für die Zukunft wünscht sich Alex mehr Kultur und Ausstellungsfläche in der Region. Damit Werken von Lokalkünstlern wie ihm mehr Beachtung geschenkt wird, indem sie in Geschäften und Läden ausgestellt werden können.