Hägglingen

Dank Knorrlis Segen: Herrschaft über die Narrenzeit

Im Amt: der neue Zunftmeister Paddi de Ghörnti Zeusler. Brigitte Santmann Rubin

Im Amt: der neue Zunftmeister Paddi de Ghörnti Zeusler. Brigitte Santmann Rubin

Zum Fasnachtsauftakt wurde am Freitagabend der neue Zunftmeister der Hächle-Zunft Hägglingen erkoren. Gemäss dem diesjährigen Motto Tri-tra-trallala war an der Inthronisation auch der eine oder andere Kasper beteiligt.

Nach einem rassigen Ständchen der Hächle-Gugger im «Gade» beim Schulhaus, der erste Höhepunkt der diesjährigen Häggliger Fasnacht: Der amtierende Zunftmeister, Pidu de Vollgas-Rütler, eröffnete die Inthronisations-Feier für seinen Nachfolger.

Diskretion dank Kumulation

Wer dies sein würde, war dieses Mal besonders geheim. Traditionsgemäss ist es nämlich Sache von Zunftmeister und Vereinspräsident, den neuen Träger dieses hohen Amtes auszuwählen. Also könnten gleich zwei Narren frühzeitig etwas ausplaudern. Heuer jedoch musste nur einer schweigen, denn Pidu der Vollgas-Rütler ist identisch mit Peter Wyss, dem Vereinspräsidenten – Diskretion dank Ämter-Kumulation.

Nach einer Laudatio seines Präsidenten-Ichs an sein Zunftmeister-Ich und einem Rätselspiel zur Person seines Nachfolgers übergab Pidu die Zunftmeister-Holzplakette mitsamt zwei prächtigen bunten Federn feierlich an Paddi Huber, der nun zwei Jahre lang als «de Ghörnti Zeusler» wirken wird.

Auflagen vom Gemeinderat

Das war aber erst die halbe Miete dieser verzwickten Zeremonie, denn es bedurfte noch des zusätzlichen Segens dreier ganz besonderer Knorrlis, lebensgross, lebend und feuerrot, um den Zunftmeister ganz auf den Thron zu setzen: Eine Delegation des Gemeinderates war es, die dem Ghörnte Zeusler erst offiziell die Macht übergab – Macht über die Fasnachtszeit in Form eines Zepters, das die Suppenkasper dem Zeusler gerne, aber nicht ohne Auflage überreichten: Mitgebracht hatten die drei nämlich eine grosse Kiste voller Miniaturausgaben ihrer selbst, also Knorrli-Puppen. Diese sollen nun vom Zunftmeister im Dorf verteilt werden; wer die Ehre hat, eine zu bekommen, wird zwingend an der Sommer-«Gmeind» erwartet. Die Zünfter wiederum sind zuständig, dann eine herzhafte Suppe für alle anzuliefern – eine kalte bei Hitze, eine heisse bei Kälte.

Fanclub rekrutiert

Der neue Zunftmeister liess sich daraufhin nicht lumpen und zauberte ein grosses weisses Leintuch hervor, dazu einige Spraydosen mit Farbe und ein paar Holzstecken. Das alles übergab er den Knorrlis mit der Erwartung, diese als Fanclub an jedem der achtzehn (18) kommenden Veranstaltungen, an denen die Hächle-Zunft teilnehmen wird, anzutreffen.

Wie sagte doch Pidu, der Vollgas-Rütler: «Man hat als Zunftmeister wenig Schlaf und viel Präsenzzeit. Aber man lernt viele Leute kennen.» Dies trifft zweifellos auch für den Fanclub zu. Auf geht’s, Knorrlis.

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