40 Jahre lang hing das bekannte Mosaikwandbild «Mutter mit Kind» des Murianer Künstlers Romano Galizia (1922– 2005) im Andachtsraum der St. Josef-Stiftung in Bremgarten. Am Donnerstag ging es auf eine kurze Höhenreise direkt in den benachbarten Neubau «Falling Water» der Stiftung, der im Oktober 2015 bezogen wird.

Raffaele De Filippo, Kranführer bei der Baufirma Leuthard in Merenschwand, hob das an zwei Haken befestigte und mit einem Stahlrahmen eingefasste Kunstwerk punktgenau mit Fingerspitzengefühl an den neuen Standort im künftigen Andachtsraum des Neubaus.

Knifflige Transportlösung

«Die Baukommission hat sich zusammen mit Heinz Simmen, dem Bauleiter der Schärli Architekten in Luzern, den Kopf zerbrochen, wie man das Mosaikbild am besten und am sichersten zügeln könnte», sagte Baukommissionspräsident Werner Mäder (Villmergen). Man erwog zuerst, das Bild auf Rollen zu stellen und so an den neuen Ort zu befördern.

Diese Lösung liess man aber fallen, weil sie zu teuer und zu unsicher schien. So kam man schliesslich auf den Transport per Kran. Mitarbeiter der Metallbaufirma Meier in Fischbach-Göslikon konstruierten zuvor einen Rahmen aus Stahl, mit dem das Bild zusammengehalten wurde. «Das war auch für uns eine Premiere», sagte Stephan Meier, Geschäftsführer der Meier AG.

Im neuen Andachtsraum wird das Mosaik erstmals auch, passend zum Motiv «Mutter und Kind», Licht vom Himmel über ein Oblicht erhalten. Zufrieden äusserte sich Cora Mäder, Leiterin Agogik bei der Stiftung St. Josef. Mit dem geglückten Transport habe man eine Auflage der kantonalen Denkmalpflege erfüllen können.

35-Millionen-Bau im Zeitplan

Genau neun Monate nach dem Baustart für das neue Wohnhaus für 84 Menschen mit einer Behinderung meldete Baukommissionspräsident Werner Mäder: «Wir sind im Zeitplan. Im September beginnen wir mit dem Einbau der Fenster und dem Innenausbau.»

Laut Adriano Bosco, Bauökonom bei Schärli Architekten, stimmen auch die Zahlen: «Wir sind im Budget», teilte er mit – bei einem Bauvolumen von 35,5 Millionen Franken keine Selbstverständlichkeit. 82 Prozent der Arbeiten konnten bisher vergeben werden, zum Glück ohne Beschwerden der beteiligten Firmen.

«Die Bauarbeiten sind technisch höchst anspruchsvoll, müssen doch die Verbindungen zum bestehenden Zentralbau aufrechterhalten werden», meinte Bauleiter Heinz Simmen.

An wen die frei werdenden, bestehenden Räume im Zentralbau vermietet werden, ist laut Stiftungsratspräsident Markus Strebel noch unklar. Es gebe mehrere Interessenten, unter ihnen sei auch die Spitex Region Bremgarten.