Kuchen verkaufen, Gartenarbeiten erledigen, Autos waschen – das sind die üblichen Methoden, mit denen Schulklassen ihre Klassenkasse aufstocken. «Davon hatte ich einfach genug», erklärt der Sinser Sekundarlehrer Stefan Diethelm. «Die Eltern finanzieren die Kuchenzutaten, helfen beim Backen und kaufen den Schülern am Ende auch noch das fertige Produkt ab. Das ist doch irgendwie sinnlos.»

Deshalb begab sich Diethelm auf die Suche nach Alternativprojekten. «Produkte aus Kürbis haben in den letzten Jahren einen richtigen Boom erlebt. Ich ziehe selbst Speisekürbisse in meinem Garten, und so bin ich auf die Idee gekommen, ein Kürbisprojekt von A - Z mit meiner Klasse zu realisieren.»

Projekt ist ein Gemeinschaftswerk

Nach Rücksprache mit dem OK des Brückenmarkts erfuhr der engagierte Lehrer, dass die «Heiri-Singers» aus Hünenberg traditionsgemäss einen Kürbissuppen-Stand betreiben. Da bot er dem Gesangsverein kurzerhand eine Zusammenarbeit an. Die Abnahme von zirka 100 Kilogramm Kürbis durch den Verein zum marktüblichen Preis wurde vereinbart. «Die Jugendlichen werden am Markt präsent sein. Sie helfen bei den Vorbereitungen und beim Verkauf der Suppe.»

Eine Fotodokumentation wird über die einzelnen Arbeitsschritte der Kürbis-Aufzucht berichten. Die übrigen Früchte, die nicht in der Kürbissuppe landen, werden den Verkaufsstand und die Festwirtschaft dekorieren und können auch käuflich erworben werden.

Vom Acker in den Suppentopf

«Die Eltern einiger meiner Schüler führen einen Landwirtschaftsbetrieb. Ich fragte sie an, ob sie uns ein Feld zur Aufzucht von Kürbissen zur Verfügung stellen würden. Familie Rüttimann aus Abtwil und Familie Zumbühl aus Aettenschwil erklärten sich freundlicherweise dazu bereit», so Diethelm. Um mit seinem Projekt das bestmögliche Resultat zu erzielen, zog Stefan Diethelm die Profis von «Jucker Farmart» aus Seegräben zu Rate. Er erhielt genaue Anweisungen und als Geschenk ein Päckchen mit 30 Samen des Speisekürbisses «Etampes», einer beliebten Sorte für die Verwertung in der Küche.

Im Biologieunterricht führte er Keim-Experimente mit Kürbissamen durch, die von Schülern dokumentiert wurden. Jeder Schüler setzte zwei Samen und pflegte die Setzlinge in separaten Töpfen. «Die gesamte Fensterbank war mit Töpfen voll gestellt, man konnte kaum mehr die Fenster öffnen», erinnert sich Diethelm. Auch von der einen oder anderen kleinen Überschwemmung beim Giessen berichtet er.

Kürbisernte steht kurz bevor

Als die Setzlinge die richtige Grösse und Form erreicht hatten, wurden sie von den Schülern unter den kundigen Anweisungen der beiden Bäuerinnen an einem Nachmittag eingepflanzt. «Frau Rüttimann und Frau Zumbühl haben sich viel Zeit genommen und uns geduldig mit Rat und Tat unterstützt», erzählt Diethelm. «Dafür sind wir ihnen sehr dankbar.» Beide Landwirtschaftsbetriebe stellten ausserdem die für die Kürbiszucht erforderlichen Schutzfolien zur Verfügung.

Das regenreiche Wetter und die Sonne vervollständigten das Werk. «Kürbisse sind derart unkompliziert in der Pflege, dass wir fast zu wenig zu tun hatten», gesteht der Lehrer, der gerne mehr Gartenarbeit mit seinen Schülern geleistet hätte. Mangels Turnhalle waren im letzten Schuljahr Alternativprogramme gefragt. Andererseits ist er froh, dass in der Sommerferien kein Betreuungs-Schichtbetrieb organisiert werden musste. «Ich war kürzlich vor Ort. Die Früchte gedeihen prächtig», freut sich Diethelm. «Bald kann geerntet werden.»