Die Clowns der Stiftung Theodora sind nicht mehr aus der St. Josef-Stiftung wegzudenken: Seit 2007 besuchen Dr. Jo und Pilül die Institution zweimal pro Woche. «Wir werden oft gefragt, was diese Clowns überhaupt bewirken – ausser Lachen», sagt Marcel Heeg, Leiter Wohnen Kinder der St. Josef-Stiftung an einer Presseorientierung. Der Besuch mit roten Nasen ist mehr als gut gemeinter Klamauk. «Die Kinder tauchen in andere Welten ein und geniessen Momente der Unbeschwertheit.» Vor allem zu schwerbehinderten Kindern sei oft nur schwer Zugang zu finden. «Doch die Clowns lösen Emotionen aus, wie es normalen Menschen selten gelingt», erklärt Heeg. Überraschenderweise hätten die Clowns auf viele Kinder eine beruhigende Wirkung. «Die Beziehung ist konfliktfrei und unbelastet», hält Heeg fest. Ausserdem seien die regelmässigen Besuche eine Konstante im Alltag der Kinder. «Das gibt ihnen Halt und Orientierung.»

Gemeinsames Erlebnis zählt

Die Arbeit als Spitalclown ist herausfordernd. Im Gegensatz zum Zirkusclown schlüpft der Künstler nicht für kurze Momente in seine Rolle, sondern lebt ganze Nachmittage in der Kunstfigur. «In Institutionen wie der St. Josef-Stiftung gibt es kein Publikum. Das Miteinander zählt, das gemeinsame Erlebnis», verdeutlicht Othmar Bamert, Projektmanager der Stiftung Theodora. Der Umgang mit behinderten oder kranken Kindern erfordert nicht nur Feingefühl, sondern auch eine entsprechende Ausbildung. «Unsere Clowns müssen Schulungen im medizinischen Bereich besuchen und sich intensiv mit den Institutionen auseinandersetzen.» Gerade im Umgang mit behinderten Kindern ist Geduld gefragt: Die Clowns bräuchten über ein Jahr Zeit, um den Zugang zu den Kindern zu finden. Wegen des grossen Erfolges möchte die St. Josef-Stiftung Clowns künftig mit Erwachsenen arbeiten lassen. Dieses Projekt befindet sich aber noch in den Anfängen.

Die St. Josef-Stiftung blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Peter Annen, Leiter Administration, zeigt sich zufrieden mit der Jahresrechnung 2011: Die St. Josef-Stiftung kann einen Überschuss von rund 340500 Franken verzeichnen – obwohl die Personalkosten angestiegen sind – dazu trug auch die Lohnerhöhung der Lehrkräfte bei. Mit 3 Millionen Franken bezieht die Stiftung relativ wenig Fremdkapital. «Wir sind beruhigt, neue Projekte nicht verschuldet starten zu müssen», so Annen.

Bauprojekt eingereicht

Das nächste Grossprojekt ist bereits in vollem Gange: «Wir hoffen auf ein Weihnachtsgeschenk», verrät Stiftungsleiter Manfred Breitschmid. Schenker soll der Kanton Aargau sein, Gabe die Projektbewilligung für den geplanten Neubau. «Dass das Vorprojekt genehmigt ist, sehen wir als Meilenstein», sagt Breitschmid. Der Kanton habe kaum Änderungen am Vorschlag vorgenommen. Im neuen Wohnhaus sollen Wohngruppen aus dem Zentralbau untergebracht werden. Wenn alles gut läuft, werden Mitte 2013 die Bagger auffahren.