Velodiebstahl
Dank az-Recherche tauchen verloren geglaubte Velos wieder auf

Velos werden täglich gestohlen – doch der Fall von Flavia Baniclès (22) und Andreas Wenger (24) aus Bremgarten machte selbst den Polizeichef stutzig. Der vermeintliche Diebstahl entpuppt sich als Sicherheitsmassnahme.

Andrea Weibel
Drucken
Teilen
Flavia Baniclès ist überglücklich, dass sie ihre beiden Fahrräder zurückerhalten hat.

Flavia Baniclès ist überglücklich, dass sie ihre beiden Fahrräder zurückerhalten hat.

Flavia Baniclès und Andreas Wenger aus Bremgarten campierten nach dem Openeye Festival Ende Juni im Oberlunkhofer Wald. «Unsere Fahrräder hatten wir mit einer dicken Kette gesichert hinter einer dichten Brennnesselhecke versteckt», beschreibt Baniclès. Das war ungefähr um 3 Uhr morgens. «Als wir etwa um 15 Uhr wieder zurück kamen, waren die Velos nicht mehr da, dabei hatten wir nur wenige 100 Meter weiter campiert.» Die beiden gingen davon aus, dass ihre Fahrräder mit einem Auto abgeholt worden sein mussten – «dabei war dort auch noch Fahrverbot», so die 22-Jährige.

Polizei konnte nicht helfen

In den Tagen darauf nahm das Bremgarter Paar mit dem Förster und dem Jagdaufseher Kontakt auf und fragte auch auf einem nahen Bauernhof nach. Doch ohne Erfolg: Niemand hatte etwas bemerkt. Dann konsultierten sie die Regionalpolizei (Repol) in Bremgarten. «Doch dort hiess es, solange wir die Rahmennummern nicht kennen, kann keine Anzeige erstattet werden. Wir sollten etwa in einem Monat wiederkommen, vielleicht tauchen die Velos in der Zwischenzeit ja auf.»

Verzweifelt gelangten die beiden mit ihrer rätselhaften Geschichte an die az Aargauer Zeitung. «Unsere Velos bedeuten uns viel. Andreas hat sein Occasions-Rennrad erst vor zwei Wochen gekauft. Und mein Bike gehörte meiner Grossmutter und ist über 20 Jahre alt», erzählt Baniclès. Sie zeigte der az den Ort im Oberlunkhofer Wald, wo die Velos gelegen hatten.

Repol-Chef wird stutzig

Doch gestern konnte der Fall aufgeklärt werden. Flavia Baniclès war überglücklich, als sie die beiden Velos bei der Regionalpolizei Bremgarten abholen konnte. Denn die Anfrage der az machte Repol-Chef Manfred Tschannen stutzig. «Ich habe nicht alle Fälle im Kopf, aber dieser kommt mir bekannt vor», sagte er am Telefon und tätigte sofort einige interne Abklärungen. Und tatsächlich: Die Velos fanden sich im Depot des Polizeipostens. «Jemand, der im Wald unterwegs war, hatte die Velos entdeckt und uns darauf aufmerksam gemacht», erinnerte er sich. «Regionalpolizisten schauten sich die Stelle an und suchten nach den Besitzern. Als diese nicht auffindbar waren, nahmen sie die Velos aus Sicherheitsgründen mit.» auch Tschannen war sichtlich erfreut, dass der Fall nun abgeschlossen ist.

Aktuelle Nachrichten