Oberwil-Lieli

Damit der Christbaum nicht in der Stube brennt

Mit dem Christbaumverbrennen beendet die Gemeinde die Weihnachtszeit. Die feurige Entsorgung ist auch ein kleines Dorffest. Und mittlerweile seien auch die kritischen Stimmen zum Christbaum-Verbrennen verstummt.

Was in Australien derzeit Angst und Schrecken auslöst, sorgt in Oberwil-Lieli für Entzücken: brennende Bäume. Gestern Abend lud die örtliche Feuerwehr die Bevölkerung zum achten Mal ein, ihre dürren Christbäume gemeinsam zu verfeuern. Dabei hat der Anlass eine tiefere Bedeutung als die schlichte Entsorgung der Tannen.

Fazit: Über 100 Bäume verbrannt

Tausende von winzigen Nadeln explodieren gleichzeitig, wenn der Feuerwehrmann einen Weihnachtsbaum auf die Flamme setzt. Das Knistern weitet sich aus und meterhohe Stichflammen züngeln in den Himmel hinauf. Kinder blicken halb fasziniert, halb ehrfürchtig ins Feuer.

Den ganzen Abend lang lassen die Bürger von Oberwil-Lieli unter Aufsicht der Feuerwehr über 100 Bäume in Flammen aufgehen. «Es kamen etwa gleich viele Leute wie in den letzten Jahren und damit können wir durchaus zufrieden sein», sagt Kommandant Stefan Strebel.

Die Absicht hinter dem Anlass ist, dass die Bäume nicht in der Stube, sondern draussen verbrennen. «Mit jedem Tag, den der Baum länger im Haus bleibt, steigt das Brandrisiko», erklärt er. Mit der Verbrennung veranschaulicht die Feuerwehr, welche Gefahr tatsächlich hinter den schmucken Bäumchen steckt: Es dauert kaum zehn Sekunden, ehe die Tannen lichterloh brennen. «Wir wollen insbesondere den Kindern zeigen, wie zerstörerisch das Spiel mit dem Feuer sein kann», erklärt Feuerwehrkommandant Strebel.

Sensibilisierung im Vordergrund

Am Beispiel des Christbaum-Verbrennens sähen sie, was auch bei ihnen zu Hause passieren könnte. Diese präventive Arbeit der Feuerwehr ist allerdings nur eine Facette des Anlasses. Denn nachdem sich die Christbäume in Licht und Wärme verwandelt haben, geniessen die Dorfbewohner zusammen noch eine Bratwurst – gesponsert von der
Gemeinde. «Wir sind froh über die gute Zusammenarbeit mit den Behörden», sagt Strebel. Der Gemeinderat erscheint denn auch fast immer in corpore am Anlass.

Kritische Stimmen sind verstummt

Als die Feuerwehr das Christbaum-Verbrennen vor acht Jahren erstmals durchführte, meldeten sich viele kritische Stimmen zu Wort: Das Verbrennen setzte zu viel CO2 und Feinstaub frei, so die Beschwerde. «Mittlerweile ist alle Kritik verschwunden – man hat wohl eingesehen, dass diese Art der Entsorgung relativ wenige umweltschädliche Stoffe produziert», so Strebel.

Zudem würden die Bäume ohnehin CO2 freisetzen, wenn sie im Wald natürlich abgebaut würden. Auch die Werte des Feinstaubs in der Luft hätten in den letzten Jahren stets in einem problemlosen Rahmen gelegen. Mit diesem Fazit steht einem Christbaum-Verbrennen im nächsten Jahr nichts mehr im Weg.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1