«Hält das Wachstum an, hat Wohlen in zehn Jahren über 16000 Einwohner», prognostizierte Ortsplaner Thomas Meier von der Marti Partner Architekten und Planer AG am Mittwoch im Casino. «Der neue Bauzonenplan berücksichtigt das, damit auch die zukünftigen Wohler Platz finden.» Zusammen mit Ammann Walter Dubler, Bauverwalter Marcel Handler und dem Kreisplaner Heiner Speck vom Kanton hat er den 40 Interessierten den neu gestalteten Wohler Nutzungsplan vorgestellt.

Vonseiten Bevölkerung sind über 30 Umzonungsbegehren beim Gemeinderat eingegangen. «Wir wollen aber kein Land umzonen, das nicht genutzt wird», stellt Meier klar. Um Baulandhortung zu stoppen, müssen die entsprechenden Grundeigentümer eine Vereinbarung unterzeichnen, die sie verpflichtet, das umgezonte Bauland zu überbauen oder zwecks Überbauung zu verkaufen.

Einzonung: 600 Einwohner mehr

«Das meiste ändert nicht», beruhigte Meier. Hauptaugenmerk legte er auf vier Gebiete: Bahnhof Süd, Niedermatten, Schrebergärten nahe dem Junkholz-Schulhaus und Gewerbegebiet beim Schützenhaus.

Die Landhauszone mit den Villen hinter dem Bahnhof soll zur Spezialzone Bahnhof Süd 1 mit Gestaltungsplanpflicht werden. Dazu soll das heutige Landwirtschaftsland bis zur Bünztalstrasse neu zur Spezialzone Bahnhof Süd 2 umgezont werden. «Das Gebiet ist mit dem nahen Bahnhof sehr gut erschlossen. Eine Überbauung würde der ganzen Region zugute kommen», so der Planer. Schwierig sei, dass das Land sehr vielen verschiedenen Eigentümern gehöre. «Aber es hat Potenzial.» Die 14 Hektaren würden Platz für 600 Einwohner, eventuell rund 200 Arbeitsplätze und auch eine Schule bieten.

In den Niedermatten sind eine Ausdehnung des Sportgeländes und ein Festplatz für Zirkus, Pferdesport und Ähnliches geplant. Die Schrebergärten beim Junkholz sind im Industriegebiet. Sie sollen ein Stück versetzt und zur Grünzone mit Schrebergartennutzung umgezont werden, um ihre Erhaltung sicherzustellen. Das Gebiet beim alten Schützenhaus soll zur attraktiven Gewerbezone mit Gestaltungsplanpflicht werden.

Ausnützungsziffer fällt weg

Auch die Bau- und Nutzungsordnung wird zum Teil revidiert. In der Kernzone soll die Ausnützungsziffer abgeschafft werden. «Ist die Ziffer aber höher als 1,3, wird ein Fachguthaben eingeholt, wonach der Gemeinderat entscheidet», so Meier. Benno Kohli (FDP), der die entsprechende Motion im Einwohnerrat eingebracht hat, sah nicht ein, weshalb das Sache des Gemeinderats sein sollte. «Die Ausformulierung ist noch genauer zu prüfen», fand er.

Die Pläne liegen bei der Gemeindeverwaltung Wohlen auf. Die Mitwirkungsphase dauert bis zum 21. Januar.