Da, wo jetzt der neue Pausenplatz ist, war vor 15 Monaten nur ein Loch. Am Samstag nahmen die Kinder ihre Eltern bei der Hand und zogen sie über diesen Platz, hinein ins renovierte Schulhaus und hinunter in den neuen Kindergarten, dessen Dach die Fläche für ebendiesen neuen Pausenplatz bietet. Der Neubau schliesst sich an die Westfassade des Schulhauses an.

Die Kinder unterhielten die Erwachsenen beim Einweihungsfest nicht nur mit Gesang und Musik, sie durften auch ihre Wünsche mitteilen, die sie für die Zukunft der Schulanlage hegten. «Dass Schüler und Lehrer gesund bleiben», «dass das Schulhaus so sauber bleibt wie jetzt», war da zu hören, manche Wünsche waren auch ganz konkret: «Ich wünsche mir noch mehr Spielmöglichkeiten, zum Beispiel ein Unihockeygoal.»

Vizeammann Biagio Incollingo, Präsident der Baukommission, nahm diesen Wunsch schmunzelnd in sein Pflichtenheft auf, das er ansonsten abgeschlossen hat. Mit dem Verlauf des Projekts war er hoch zufrieden: «Der Schulbetrieb wurde während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten, wir mussten keine Provisorien aufstellen, wir haben Zeitplan und Kreditrahmen eingehalten – wir haben alle gesetzten Vorgaben und Ziele erreicht», zog Incollingo Bilanz. Die Gemeindeversammlung hatte im November 2013 dem redimensionierten Projekt mit einem Baukredit über 2,69 Mio. Franken zugestimmt, am 20. August 2014 folgte der Spatenstich.

Schule nun behindertengerecht

Auch der Zufiker Architekt Rolf Rey blickte mit positiven Gefühlen auf die Bau- und Renovierungsarbeiten zurück. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, die Arbeiten so zu planen und auszuführen, dass der laufende Schulbetrieb nicht gestört wurde, auch die Sicherheit der Kinder sei da natürlich Thema gewesen. Für die Renovationsarbeiten musste sämtliches Schulmaterial über die Sommerferien ausgeräumt werden. Dann wurden Wände herausgebrochen und neue aufgezogen, neue WC-Anlagen installiert, Schränke, Bodenbeläge und vieles mehr erneuert. Nun verfügt das Schulhaus auch über einen Lift und ist damit behindertengerecht. Dank der Erweiterung des Foyers gibt es Platz für das Angebot des Mittagstischs. «Was mich sehr freut, ist, dass wir ein neues Heizsystem realisieren konnten», sagte Rey. Nun würden anstatt 25 000 Liter Heizöl Holzpellets verbrannt. «Das Holz stammt aus Eggenwil, wird gehäckselt und in Bremgarten zu Pellets veredelt.» Die Energie zum Heizen der Schulzimmer wächst also quasi in unmittelbarer Nähe des Schulhauses nach.

Übrigens stammt nicht nur der Architekt der neuen Anlage aus Zufikon. Der Zufiker Gemeinderat, der am Einweihungsfest vollzählig vertreten war, spendete den Eggenwilern eine Sitzbank, die nun auf dem Pausenplatz steht.

Kinderwünsche als Erinnerung

Anstatt einer gewöhnlichen Schlüsselübergabe wurde auch diese Zeremonie im Zeichen der Schüler und ihrer Wünsche gestaltet. Auf einen Schweif klebte der Architekt zusammen mit den Schülern Sterne mit einigen der Wünsche, die die Kinder anlässlich des Spatenstichs an ihn herangetragen hatten. Dieses Kunstwerk wird fortan als Erinnerung im Gebäude bleiben. Beim Eingang des Kindergartens wurde zudem im Boden ein Glasbehälter eingearbeitet, der ebenfalls Sterne mit Kinderwünschen enthält.