S-Bahn
Da muss noch was gehen: S-Bahn Ausbau bringt der Region nicht genug

Die Freiämter Regionalplanungsverbände wünschen Korrekturen im S-Bahn-Konzept ab 2016. Sie sehen ihre Anliegen, wie auch schon bei der S-Bahn 2000 und der Neat, zu wenig berücksichtigt.

Dean Fuss
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Die «S-Bahn Aargau 2016 ff» sieht für den Bahnhof Boswil-Bünzen einen Ausbau des Mittelperrons vor, damit längere Züge halten können.ES

Die «S-Bahn Aargau 2016 ff» sieht für den Bahnhof Boswil-Bünzen einen Ausbau des Mittelperrons vor, damit längere Züge halten können.ES

Mit dem Projekt «S-Bahn Aargau 2016 ff» will der Kanton Aargau auf den Zug der ohnehin anstehenden SBB-Ausbauten in den kommenden Jahren aufspringen.

Der Kanton versucht dabei, die Situationen für die einzelnen Regionen im Kanton zu verbessern. Sie sollen bessere Anbindungen und ein besseres öV-Angebot erhalten. In den Jahren zwischen 2016 und 2021 muss sich der Kanton am Projekt «S-Bahn Aargau 2016 ff» mit knapp 40 Millionen Franken beteiligen, die Gemeinden müssen rund 7 Millionen Franken beisteuern.

Bis Ende der vergangenen Woche waren neben den betroffenen Gemeinden unter anderem auch die Regionalplanungsverbände aufgefordert, ihre Stellungnahmen zum Kantonskonzept einzugeben. Dafür haben sich die drei Regionalplanungsverbände (Repla-Verbände) Mutschellen–Reusstal–Kelleramt, Oberes Freiamt und Unteres Bünztal zusammengeschlossen.

Region sieht sich benachteiligt

Sie verweisen in ihrer Stellungnahme darauf, dass die Region Freiamt nur beschränkt von den Ausbauten profitieren könne - wie dies auch bereits bei den früheren grossen Ausbauschritten wie der S-Bahn 2000 und der Neat der Fall gewesen sei.

«Im Freiamt fühlen wir uns vor der Vernehmlassung schon etwas benachteiligt», sagt Josef Nogara, Präsident des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt. Die Situation sei zwar nicht für alle drei Verbände dieselbe, aber man setze sich innerhalb der Region füreinander ein.

Die Hauptanliegen der Repla-Verbände würden mit der Vorlage «S-Bahn Aargau 2016 ff» eher eingeschränkt, als verbessert, heisst es in der Stellungnahme weiter. Dabei geht es den Verbänden vor allem um die Führung beider stündlichen Züge von Muri direkt bis Aarau, bessere Verbindungen nach Zürich und Direktzüge nach Zug.

Zudem schlagen die Verbände eine Anpassung der Taktfahrzeiten der S25 von Brugg nach Muri vor. Das Nachfragepotenzial dieser Strecke sei trotz des neuen FHNW-Campus in Windisch «eher bescheiden».

Einsatz für den Kantonshauptort

Die drei Repla-Verbände setzen sich in ihrer Stellungnahme aber auch für die Stadt Aarau ein: So pochen sie darauf, dass sich der Kanton bei den SBB «vehement für die Aarauer Halte der Züge Zürich–Bern in der Hauptverkehrszeit in beide Richtungen» einsetzt.

Denn sowohl das Freiamt als auch viele weitere Aargauer Regionen würden mit guten Anschlüssen von einem attraktiven Umsteigeort Aarau profitieren, heisst es weiter.

Welche Forderungen vom Kanton umgesetzt werden, sei schwierig abzuschätzen, so Nogara. Es sei aber wichtig am Ball zu bleiben. «Gerade als Randregion müssen wir immer pushen, um nicht zwischen Stuhl und Bank zu fallen.» Auch Nogara ist indes klar, dass schliesslich dort investiert werden wird, wo die Auslastung am grössten ist.