Wohlen
CVP will Investitionen statt Luftschlösser

Die Partei verlangt vor den Einwohnerratswahlen am 24. November die Umsetzung sechs wichtiger Projekte: Unter anderem soll der Bahnhof neugestaltet werden. Thema sind auch die Eishalle oder die Sanierung der Badi.

Jörg Baumann
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Erwin Koch, Roger Isler, Franz Wille, Simone Burkard, Martin Meyer und Thomas Hoffmann (von links) fordern Investitionen für eine verbesserte Infrastruktur.BA

Erwin Koch, Roger Isler, Franz Wille, Simone Burkard, Martin Meyer und Thomas Hoffmann (von links) fordern Investitionen für eine verbesserte Infrastruktur.BA

«Investieren statt resignieren»: Mit diesem griffigen Slogan zieht die CVP Wohlen in die Einwohnerratswahlen am 24. November. Die Partei präsentierte am Wahlauftakt 18 Kandidatinnen und Kandidaten und forderte, dass die Gemeinde sechs Bauvorhaben speditiv umsetzt: die Neugestaltung der Zentralstrasse und des Bahnhofareals, das neue Bezirksschulhaus, die Eishalle, die Sanierung des Freibades und die Überbauung des Jacob Isler-Areals an der Bünzstrasse mit einer gemischten Nutzung.

Hoher Schuldenberg vor 36 Jahren

Alle reden heute von der Schuldenlast, die Wohlen zu tragen habe. Ein Blick in die Geschichte: Wohlen hatte 1976 Nettoschulden von 43,2 Millionen Franken, was dem Steuerertrag von vier Jahren entsprach. Diese seien entstanden, weil die Gemeinde in den Sechziger- und Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts «eine hervorragende Infrastruktur» geschaffen habe, «von der Wohlen noch heute profitiert», führte der Franz Wille, Chef der CVP-Einwohnerratsfraktion, in seinem Grundsatzreferat aus.

Nach dem Schwimmbad und dem Schulhaus Bünzmatt 1 habe man in Wohlen auch noch die Eisbahn erstellt. Heute könnte die Gemeinde ihre Nettoschulden mit dem Steuerertrag von einem Monat decken. «Wir können uns heute Investitionen leisten», bemerkte Wille. Wer aber nur plane und nichts davon realisiere, baue Luftschlösser, erklärte Wille. «Wir wollen Nötiges und Handfestes bauen.»

Aufwertung der Zentralstrasse

Wo Wohlen in den nächsten Jahren am besten investiere und so Luftschlösser auflöse, erklärten eine Einwohnerratskandidatin und vier Kandidaten. «Wenn ich mit meinen drei Kindern in Wohlen an der Zentralstrasse einkaufen will, muss ich ständig Velofahrern auf dem Trottoir und den Autofahrern ausweichen. Deshalb muss das Projekt für die Neugestaltung der Hauptstrasse ausgeführt werden», forderte Thomas Hoffmann (43), Finanz- und Administrationschef der Integra in Wohlen.

Geplant sei, den Durchgangsverkehr auf die Bünzstrasse zu verlegen. Die Baukosten von sechs Millionen Franken würden gerecht auf Bund, Kanton und Gemeinde aufgeteilt, fand Hoffmann. Für Wohlen blieben Restkosten von zwei Millionen Franken. Der Entscheid, die Strasse für die Verkehrsteilnehmer erträglich zu machen, sollte 2014 fallen. Bis 2017 sollte die Umsetzung möglich sein.

Ins gleiche Kapitel wie die Zentralstrasse gehört laut Roger Isler (34), Mitarbeiter der IBW Wohlen AG, die neue Gestaltung des Bahnhofplatzes. Nach Aarau, Baden, Lenzburg und Brugg sei der Bahnhof Wohlen der fünftwichtigste im Kanton Aargau. Die Infrastruktur stamme aber aus dem vorletzten und dem letzten Jahrhundert, meinte Isler.

Die einzige Bahnunterführung genüge dem Verkehrsaufkommen nicht mehr. Auch müsse der Busbahnhof neu gestaltet werden. Die Gemeinde Wohlen sollte 7,5 Millionen Franken in das Bauvorhaben investieren. Die ersten Standortentscheide müssten 2014 fallen, damit man 2016 mit den Arbeiten beginnen könnte.

Schulhaus in Systembauweise

Höchst dringend ist für die 22-jährige Studentin Simone Burkard ein neues Schulhaus in der Halde, am besten für die Bezirksschule. Ein preisgünstiger Zweckbau koste 6,5 Mio. Franken. Die Kantonsschule habe ihren neuen Schulhaustrakt «Atrium» ebenfalls im Systembau ausführen lassen und sei damit gut gefahren. An den Wohler Schulen seien sämtliche Raumreserven aufgebraucht oder sogar übernutzt. Dazu brauche Wohlen eine weitere Dreifachturnhalle für 8 Mio. Franken. Das neue Schulhaus solle aufs Schuljahr 2015/16 bezugsbereit sein. 2014 müsse über den Bau entschieden werden.

Elektroinstallateur Martin Meyer (26) setzte sich für die rasche Sanierung des Freibades und den Bau der Eishalle ein. Gesamtkosten: 18,9 Mio. Franken. Beim Bau der Eishalle sollten sich der Kanton und die umliegenden Gemeinden finanziell beteiligen. Spätestens 2016 solle man mit der Überbauung des Areals beginnen.