Muri

Coronapandemie stellt Freilichttheater «Amerika» auf Geduldsprobe – Premiere im Juli noch offen

Bis Mitte März konnten die Darsteller in Muri noch proben.

Bis Mitte März konnten die Darsteller in Muri noch proben.

Geprobt wird im Moment nicht mehr. Anfang Mai muss entschieden werden, ob das Freilichttheater in Muri durchgeführt werden kann. Die Produktionsleitung hofft weiter auf die Premiere Ende Juli.

Eigentlich erwartet das Freiamt einen interessanten Theatersommer. Am 29. Juli feiert das Freilichttheater «Amerika» von MuriKultur seine Premiere im Klosterhof Muri. Sechs Jahre nach der letzten Produktion, dem «Osterspiel». Bis zum 5. September stehen 18 Aufführungen auf dem Plan. Erwartet werden rund 4800 Zuschauer. Doch die aktuelle Coronavirus-Pandemie stellt die Freiämter Theatermacher auf eine Geduldsprobe. Ein ähnliches Projekt vom Theater Staufberg in Staufen, das Mitte Juni bis Anfang Juli aufgeführt worden wäre, ist bereits ins Jahr 2021 verschoben.

Einen solchen Entscheid hat die Produktionsleitung von «Amerika» noch nicht getroffen, auch wenn die Aussichten nicht rosig sind und die Proben noch wochenlang ausfallen. Nicole Laubacher, eine der beiden Produktionsleiterinnen, sagt auf Anfrage: «Im Moment warten wir noch ab, was der Bund am 19. April betreffend weiteren Coronamassnahmen entscheidet. Wir sind mit den Proben bis zum Stopp gut dran gewesen und können uns einen Probenunterbruch bis Anfang Mai erlauben.» Das Proben ist offiziell verboten und wäre auch nicht sinnvoll. «Wir haben auch ältere Mitglieder im Team, die zur Risikogruppe gehören», erklärt Laubacher.

Anfang Mai würde der Vorverkauf starten

Seit Anfang Jahr übten rund 50 Laienschauspielerinnen und Laienschauspieler im Dachsaal der Pflegi Muri regelmässig unter der Regie von Adrian Meyer. Zum Ensemble gehört auch der Murianer Profi-Künstler Philipp Galizia. Im April hätten sich die Proben ins Freie auf den Klosterhof verlagert. «Amerika» spielt im Jahr 1854 und erzählt vom Schicksal von Murianern, die damals aus verschiedenen Nöten nach Amerika auswanderten. Dementsprechend müssen auch extra historische Kostüme angefertigt werden, deren Produktion schon läuft. «Sollen wir diese nun vorläufig stoppen oder noch abwarten?», ist eine der Fragen, mit denen sich die Produktionsleiterin aktuell beschäftigt.

Spätestens Anfang Mai muss sich die Crew entscheiden, ob «Amerika» plangemäss aufgeführt werden kann. Dann startet der Vorverkauf. Doch die Werbemassnahmen, die nun langsam angelaufen wären, sind vorderhand auf Eis gelegt. «So hätten wir unter anderem Tischsets produziert für die Restaurants in der Region, doch die sind nun alle geschlossen. Und es macht im Moment auch wenig Sinn, Plakatstellen oder Raum für Inserate in Zeitungen zu reservieren, wenn wir nicht wissen, ob es weitergeht», sagt Laubacher. Just mit den vom Bund verordneten Verhaltensmassnahmen zusammengefallen ist der Fototermin mit dem ganzen Ensemble vor zwei Wochen. Er wurde ebenfalls gestrichen.

Verschiebung um ein Jahr würde neue Hürden stellen

Falls das Freilichttheater «Amerika» dieses Jahr nicht stattfinden kann, wäre allenfalls eine Verschiebung um ein Jahr eine Option. Allerdings stellen sich dann neue Hürden und Fragen. Laubacher erklärt: «Den Klosterhof haben wir schon vor zweieinhalb Jahren reserviert für die diesjährige Aufführung. Wir sind bereits daran, abzuklären, ob das auch 2021 noch möglich wäre, denn es finden oft Veranstaltungen dort statt. Auch bei den Schauspielern stellt sich die Frage, wer denn noch dabei sein könnte.» Personelle Schwierigkeiten könnte es geben, weil 2021 auch der Verein Tellspiele Hägglingen ein Stück aufführt, bei dem einige «Amerika»-Beteiligte ebenfalls engagiert sind. Eine verzwickte Ausgangslage.

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