Villmergen

Corona fordert Mittelalterszene: Die Wikinger kommen, die Frage ist nur, wie viele

In einem Video – mit gebührendem Corona-Abstand – bittet das Initiantenpaar Höiu und Jera in bester Mittelaltermanier darum, die Marktfahrer zu unterstützen.

In einem Video – mit gebührendem Corona-Abstand – bittet das Initiantenpaar Höiu und Jera in bester Mittelaltermanier darum, die Marktfahrer zu unterstützen.

Auch die «Pestilenz Corona» hält das dritte Wikinger- und Mittelalterspektakel (Wums) in Hilfikon nicht auf. Sollte keine zweite Welle kommen, findet es wie geplant vom 25. bis 27. September statt. So soll vor allem den Marktfahrern unter die Arme gegriffen werden. Wie das Schutzkonzept aussehen wird, ist aber noch nicht klar.

Die gute Nachricht voraus: Das Wikinger- und Mittelalterspektakel (Wums), das in den vergangenen zwei Jahren mehrere tausend Mittelalter-Freunde aufs Motocrossgelände in Hilfikon gelockt hat, fällt nicht Corona zum Opfer. Zumindest Stand heute. «Wir haben mit den Vorbereitungen begonnen und hoffen, dass keine zweite Welle kommt», hält Hauptorganisator Jarl Höiu fest. «Falls bis zu 1000 Leute pro Tag erlaubt sind, können wir es durchführen.»

Dabei ist ihm und seiner Partnerin Jera, der zweiten Hauptorganisatorin, vor allem wichtig, dass die Mittelalterszene nicht wegen der «Pestilenz Corona» ausstirbt. Jera hält fest: «Die Marktfahrer sind bei den Entschädigungszahlungen des Bundes komplett durch die Lücken gefallen. Sie haben im Winter keine Einkünfte und leben von ihren Marktständen im Sommerhalbjahr. Darum ist es uns auch wegen ihnen wichtig, dass wir das Wums durchführen können.» Traurig fügt sie hinzu: «Hier gehen Existenzen zugrunde.» Darum rufen die beiden auf www.wums.ch in einem Video dazu auf, für die Marktfahrer zu spenden.

1000 Leute pro Tag oder doch pro Festival?

Beim Kanton konnte auf Nachfrage der AZ nicht klar gesagt werden, ob sich die 1000 Personen auf den Tag oder das ganze Festival beziehen. Sicher ist ein Schutzkonzept nötig. Derzeit lauten die Regeln: Es muss ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern durchgesetzt werden. Klappt das nicht, besteht Maskenpflicht. Ist auch das unzumutbar, müssen die Besucher in Gruppen zu höchstens 300 Personen eingeteilt werden können, die im Coronafall kontaktiert werden.

Höiu hält fest: «Das Konzept erarbeiten wir noch. Ende August/Anfang September sollen sowieso neue Richtlinien vom Bund herauskommen. Wir werden auf jeden Fall bereit sein.»

Schweizer Ersatz für die ausländischen Bands

Mit Sicherheit werden kaum ausländische Bands einreisen dürfen. «Wir haben mit der Schweizer Viking-Band Urania einen tollen Ersatz gefunden», freut sich Jera. Auch werden vermutlich die Heerlager kleiner ausfallen müssen als bisher. «Die Schlacht wollen wir aber, wenn es geht, durchführen», so Höiu. «Nur werden wir auch da schauen müssen, dass der Abstand gewahrt werden kann, besonders beim Publikum.» Der Markt soll nicht allzu sehr verkleinert werden, damit der Event für Publikum und Marktfahrer attraktiv bleibt. Jera lacht: «Und zum Thema Corona fällt uns sicher noch vieles ein. Vielleicht beerdigen wir sie auf dem Friedhof.»

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