Wohlen

Computer verwaltet Tote und Gräber

Informatik der Gemeindeverwaltung Wohlen: Ersatz der in die Jahre gekommenen EDV-Infrastruktur.  SYMBOLBILD: Walter Christen

Informatik der Gemeindeverwaltung Wohlen: Ersatz der in die Jahre gekommenen EDV-Infrastruktur. SYMBOLBILD: Walter Christen

Die Wohler Gemeindeverwaltung lancierte 2015 zwei Grossprojekte für die Gesamterneuerung der EDV-Infrastruktur.

Das Schwergewicht der Informatikabteilung der Gemeinde Wohlen lag 2015 in der Bearbeitung von zwei Grossprojekten. Zum einen ging es um den Ersatz der gesamten EDV-Infrastruktur und um die Erneuerung der Telefonanlage.

Seit Januar 2009 ist die eingesetzte Informatikinfrastruktur der Gemeindeverwaltung in Betrieb. Für den Bereich der Elektronik wahrlich eine lange Zeitspanne. Ein Ersatz drängte sich auf. An seiner Sitzung vom 16. November 2015 hat der Einwohnerrat einen Kredit von 825 000 Franken bewilligt und die zusätzlichen Wartungskosten von 93 000 Franken für die Umsetzung genehmigt.

Die ersten Aufträge wurden erteilt für die Erschliessung der beiden Serverräume mit einem Glasfaseranschluss und die Anbindung der Aussenstellen mit Kupferanschlüssen. Da die Glasfaserverbindungen bereits früher als erwartet zur Verfügung standen, waren der pünktliche Einbau der Hardwarekomponenten und der Start der Grundkonfiguration der Netzwerk- und Speicherkomponenten für die neue Infrastruktur möglich.

Eine neue Telefonanlage

Neben der in die Jahre gekommenen EDV stand bei der Verwaltung zuoberst auf der Liste der zu ersetzenden Infrastruktur eine neue Telefonanlage. Denn die «Teilnehmervermittlungsanlage aus dem Jahr 1998 muss dringend ersetzt werden», wie es im Geschäftsbericht 2015 der Gemeinde heisst. Neu sollen in der zu beschaffenden Kommunikationsanlage alle Standorte berücksichtigt werden, die bereits ans Netzwerk der Gemeindeverwaltung angeschlossen sind. Daher entfallen auch die dezentralen Telefonanlagen in den Schulzentren, in der Musikschule, beim Regionalen Zivilstandsamt und in der Regionalen Zivilschutzorganisation (ZSO). Ebenfalls an die neue Anlage der Gemeinde wird künftig der Regionalpolizeiposten Villmergen angeschlossen.

Im ersten Quartal 2015 startete das Projekt mit der Grundkonfiguration und Stammdatenerfassung der Todesfall- und Grabstellenverwaltung auf dem Friedhof Wohlen. Die Softwarelösung ersetzte die bisher auf Papier vermerkte Vorgehensweise bei einem Todesfall und der Bestattung. Bemerkenswert, dass sämtliche Schritte im Bestattungsprozess und die definitive Grabstellenzuweisung als Dossier elektronisch erfasst sind. So werden durch die Software alle erforderlichen Meldungen an die betreffenden Stellen automatisch generiert.

Weiter heisst es im Geschäftsbericht 2015, dass im Zuge der Umstellung der Friedhofverwaltung auf EDV sämtliche auf dem Friedhof Bestatteten in das neue System aufgenommen wurden. Dabei konnte ein Teil der Informationen aus der bestehenden Datenbank übernommen werden. Ferner erfolgte eine Überarbeitung des Friedhofplans und damit die Nummerierung jeder Grabstelle. Ab dem 1. November 2015 wurden übrigens in Wohlen die ersten Bestattungen mithilfe des neuen Systems durchgeführt.

Neue Software für Betreibungsamt

In der Informatik der Gemeindeverwaltung Wohlen befasste man sich voriges Jahr ausserdem mit der Einführung der Neuen Aargauer Betreibungsamts Software (NABS) sowie mit der Erweiterung des Dokumenten Management Systems (DMS) um eine Geschäftsfallverwaltung für politische Geschäfte. Zudem ging es um die Erweiterung des DMS mit einem zentralen Bildarchiv der Gemeinde. Mit der Erweiterung der Schulverwaltungssoftware durch das Geoinformationssystem (GIS) ist es möglich, Adressinfos auf digitalisiertem Kartenmaterial der Gemeinde darzustellen. Das heisst, die Einteilungsarbeit von Kindern zum nächstgelegenen Kindergarten oder in das am besten erreichbare Schulzentrum lässt sich effizienter gestalten.

Im Rahmen der Projektumsetzung mit Gesamterneuerung der Wohler Gemeinde-Informatikinfrastruktur erfolgt neben den zum Teil erwähnten Vorhaben der Ausbau des Internetauftritts für die Präsentation von Grossprojekten. Ferner soll in der Abteilung Planung, Bau und Umwelt ein neues Programm für die Devisierung – das ist der Leistungsbeschrieb für jede einzelne Arbeitsgattung bei der Ausführungsplanung – eingeführt werden.

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