Tournee 2019
Circus Monti: «Wir hatten schon lange nicht mehr dermassen viele Standing Ovations»

Johannes Muntwyler, Direktor des Circus Monti, blickt auf eine erfolgreiche Tournee 2019 zurück und freut sich auf das Variété.

Fabio Vonarburg
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2019 ist ein erfolgreiches Jahr für den Direktor Johannes Muntwyler und die Artisten des Circus Monti aus Wohlen. Bild: Severin Bigler

2019 ist ein erfolgreiches Jahr für den Direktor Johannes Muntwyler und die Artisten des Circus Monti aus Wohlen. Bild: Severin Bigler

SEVERIN BIGLER

Noch bis zum 24. November gastiert der Circus Monti in Zürich, bevor die Tournee 2019 vorüber ist. Es seien noch zweieinhalb wichtige Wochen, betonte Zirkusdirektor Johannes Muntwyler gestern Donnerstag vor den Medien. Doch bereits jetzt liesse sich eine positive Bilanz ziehen. «Ich will nicht angeben», sagte Muntwyler, «aber es war wirklich ein sehr erfreuliches Jahr.»

Im Vergleich zum Vorjahr einen Zahn zugelegt

122 Mal traten die Artisten des Wohler Zirkus in den vergangenen vier Monaten auf, verteilt über neun Gastspielorte. Das diesjährige Programm «Jour de fête» ist beim Publikum gemäss dem Zirkusdirektor gut angekommen. «Wir hatten schon lange nicht mehr dermassen viele Standing Ovations», berichtete Muntwyler, der daraufhin selber von der «wunderschönen Vorstellung» schwärmte, mit der man im Vergleich zum Vorjahr nochmals einen Zahn hätte zulegen können. Einen Zahn zulegen, das gelang dem Zirkus auch hinsichtlich der Zuschauerzahlen. Selbst wenn das Gastspiel in Zürich nicht optimal läuft – im Circus Monti waren 2019 mehr Zuschauer als noch im Jahr zuvor. «Auch 2018 war erfolgreich», sagte Muntwyler, «wir messen uns also mit guten Zahlen.»

Eindrücke vom Programm «Jour de fête»:

Circus Monti «Jour de fête» 2019
39 Bilder
Die Diabolo-Nummer ist schlichtweg atemberaubend.
Das Rhönrad wird in verschiedenen Varianten eingesetzt.
Emilie Silliau am Chinesischen Mast.
Eine geradezu magische Wirkung schien vom Chinesischen Mast in der Mitte der Manege auszugehen. Der weibliche Clown konnte sich dem einfach nicht entziehen, so sehr es der zweite Clown auch versuchte, es ihr auszureden. Schliesslich erklomm sie sogar rückwärts die Stange, in immer wieder anderen Variationen. Atemlos fasziniert schaute das Publikum dabei zu. Geradezu abenteuerlich waren die Verrenkungen, mit denen sie an dem Mast turnte. Viele Lichter und schwungvolle Abfahrten Fantasiereich entführte der Circus Monti seine Besucher zu einem «Jour de fête», einen Jahrmarkt auf einem Dorfplatz. Natürlich durfte da ein Riesenrad nicht fehlen, dessen obere Hälfte diente als Kulisse für die eindrucksvollen Darbietungen, während die Gondeln selbst Schauplatz für allerlei Schabernack waren. Das Riesenrad wurde extra für die Vorstellungen angefertigt und mit 200 Lampen versehen. Johannes Muntwyler führte später lachend aus: «Einiges Material dafür kam erst diese Woche, das war eher knapp, aber es hat ja alles geklappt.» Auf dem Jahrmarkt stellten die 14 Artisten mithilfe eines Rhönrades gekonnt eine schwungvolle Achterbahnfahrt nach. Bei den rasanten Abfahrten verspürte das Publikum beim Zusehen selbst ein leichtes Kribbeln in der Magengegend. Sehr viel Applaus bekamen Tobias und Mario Muntwyler und Willem McGowan für ihre atemberaubende Diabolo-Nummer. Das Trio beeindruckte, wie sie sich gegenseitig geschickt eine Vielzahl Diabolos durch die Manege gegenseitig zuspielten und damit auch noch Kunststücke vollbrachten. «Es steckt so viel Energie in der Vorstellung, es gefällt uns sehr gut», stellten Daphne Müller und Stephan Blatter fest. «Da möchte man fast selbst gerne mitmachen», fügte Livius Müller hinzu, «die Diabolos haben mir besonders gefallen.» Akrobatik und Komik vom Allerfeinsten Wunderschön war dann auch die akrobatische Darbietung von Emilie und Julien Silliau am Chinesischen Mast. Die beiden präsentierten Körperbeherrschung, Perfektion und Eleganz. Nach diesem Paar okkupierten Eline Guélat und Vincent Jutras wie schon eingangs beschrieben den Masten. Die beiden tauchten als komische Figuren immer wieder im bunten Jahrmarktstrubel auf, um die Besucher mit ihrer artistischen Komik zum Lachen zu bringen. Pawel Silberring aus Zürich erklärte: «Diese beiden Clowns zeigen gekonnt Humor – auch ohne rote Nasen. Es war eine ganz wunderbare Vorstellung.» Was bei einem Besuch eines Jahrmarktes auch nicht fehlen durfte, war eine zünftige Prügelei. Diese Einlage, zum Teil in Slow Motion choreografierte, bot viel zum Lachen und Staunen. Schliesslich brachte Zirkusleiter Johannes Muntwyler mit einem Autoscooter wieder Ordnung in das Durcheinander. Bei diesem Feuerwerk an Einfällen fiel es schwer, eine «Lieblingsnummer» zu finden. «Die Artisten sind sensationell und dazu die Nähe zum Publikum. Diese Kreativität ist einfach beeindruckend», fasste es Verena Baumann treffend zusammen. Nach der gelungenen Premiere tourt Circus Monti mit dem Programm «Jour de fête» bis zum 24. November durch die Schweiz, um weitere Zirkusfreunde zu verzaubern. Das Gastspiel am Heimatort Wohlen ist gestern Sonntag bereits beendet worden. Nach einem Abstecher nach Basel gastiert der Circus aber vom 28. August bis 1. September in Aarau und damit wieder in der Nähe. Den Tourneeplan und weitere Informationen gibt es auf der Website: www.circus-monti.ch.
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Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
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Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête»
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen. Foto: Zirkusdirektor Johannes Muntwyler (mitte) tritt ebenfalls im Programm auf.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
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Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
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Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.
Circus Monti «Jour de fête» Der Circus Monti zeigt als 35. Inszenierung «Jour de fête». Schauplatz des neuen Programmes ist ein Jahrmarkt. Inspiriert durch die lebensfrohe Energie, die mutig-wirbelnden Kurven der Bahnen und die tanzenden Menschen entsteht mitten auf dem Dorfplatz ein wundervolles Volksfest. Fotografiert am 8. August 2019 in Wohlen.

Circus Monti «Jour de fête» 2019

SEVERIN BIGLER

Zum guten Ergebnis hat gemäss den Monti-Verantwortlichen das Gastspiel in Luzern beigetragen. Neu schlug der Zirkus sein Zelt auf der Allmend auf. Normalerweise brauche es ein, zwei Jahre, bis der neue Standort beim Publikum angekommen sei, «doch auf der Allmend hat es bereits im ersten Anlauf sehr gut funktioniert». Auch die Tests mit den neuen, mit Wasser betriebenen Kühlgeräten seien gut verlaufen, führt Muntwyler aus. Dank diesen hätten die Temperaturen im Zirkuszelt auch bei sommerlichem Sonnenschein im Zaum gehalten werden können.

Tod von Gründerin wirft Schatten auf gute Saison

Trotz all den positiven News schien für das Unternehmen 2019 nicht immer die Sonne. «Was die Saison überschattet, ist der Tod meiner Mutter», sagte Johannes Muntwyler. Am 19. September ist Hildegard Muntwyler, Gründerin des Circus Monti, im Alter von 83 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.

Hildegard Muntwyler
13 Bilder
Hildegard Muntwyler hat mit ihrem Mann Guido vor rund 30 Jahren den Circus Monti gegründet.
Hildegard Muntwyler hat mit ihrem Mann Guido vor rund 30 Jahren den Circus Monti gegründet.
Hildegard Muntwyler hat mit ihrem Mann Guido vor rund 30 Jahren den Circus Monti gegründet.
Vor 30 Jahren als Ansagerin im Circus Monti.
Vor 30 Jahren als Ansagerin im Circus Monti.
Hildegard Muntwyler, Zirkusdirektorin und Gründerin Circus Monti, am 07. Februar 2008 im Winterquartier in Wohlen
Hildegard Muntwyler, Zirkusdirektorin und Gründerin Circus Monti, am 07. Februar 2008 im Winterquartier in Wohlen
Hildegard Muntwyler, Circus Monti, wurde der Sanitas-Frauenpreis verliehen. Im Bild von links: Vroni Peterhans (Co-Präsidentin Aargauischer Katholischer Frauenbund), Hildegard Muntwyler und Sybille Bader Biland (Präsidentin Kommission Sanitas). November 2008
Am Ende einer hervorragenden 30. Saison: Armelle Fouqueray, die Söhne Mario, Tobias und Nicola Muntwyler, Zirkusdirektor Johannes Muntwyler und Gründerin Hildegard Muntwyler (von links) beim Zeltaufbau in Wettingen.
Bei ihnen laufen die Fäden zusammen: Johannes (Leitung) und Andreas (Regisseur) Muntwyler, Schang Meier (Regisseur), Hildegard Muntwyler (Leitung) und Barbara Mens (Kostümbildnerin, von links).gil
Die Zirkusfamilie freut sich auf die Erweiterung des Winterquartiers: Armelle Fouqueray, Johannes und Hildegard Muntwyler (von links).
Die Zirkusfamilie Muntwyler (v.l.): Tobias, Vater Johannes, Nicola, Mario und Grossmutter Hildegard. lis

Hildegard Muntwyler

Andrea Weibel

Während über 30 Jahren hat sie mit ihrem unermüdlichen Einsatz die Geschichte des Circus Monti massgeblich geprägt und mitgestaltet. «Bis zuletzt hat sie sich für den Zirkus interessiert und nachgefragt, ob die Vorstellungen gut besucht waren», erzählt Muntwyler. Um sie zu verabschieden, hat sich die Zirkusfamilie etwas Spezielles ausgedacht. Noch einmal wurde das frühere Zirkuszelt aufgebaut, in dem schon die Abschiedsfeier von Guido Muntwyler stattfand. «Danach haben wir das Zelt entsorgt», berichtet Muntwyler, «als Zeichen, dass eine Ära zu Ende gegangen ist.»

Monti’s Variété geht in fünfte Saison

Vorstellungen Noch während die Sommertournee läuft, beginnt im Winterquartier des Circus Monti die 5. Ausgabe des Variétés. Die festlich weihnachtliche Inszenierung unter der Leitung der Französin Marjolaine Minot beginnt am 14. November. Die Darbietungen drehen sich um einen fiktiven Adventskalender, der an einem Abend geöffnet wird. Es finden so viele Vorstellungen wie noch nie statt. 17 öffentliche und 11 geschlossene. (fvo)